Ein Morgen der letzten Tage…
In seinen Armen liegend erwache ich im Morgengrauen. Das Radio beginnt zu trällern. Der tägliche Weckruf. Ich wünsche mir Klaviermusik. Chopin, Ludivico Einaudi, ein selbstkomponiertes Stück meines besten Freundes 🙂 Doch das Radio tönt die Nachrichten aus aller Welt heraus. Schön ist anders. Alle Grausamkeiten der heutigen Zeit dringen schonungslos in mein Ohr und/oder an mein Ohr. Dafür ist es zu früh! Ich höre die Stimmen der debattierenden Politiker. Ich höre die Stimmen der Menschen. Beschwerden über dies und das. Es berührt mich nicht, prallt an mir ab und bleibt doch an mir hängen, bleibt in mir drin. Beiläufig zu streichen, scheint es mich, während sein Atem an meinem Halse ist. Sein Gesicht verborgen zwischen meiner linken Schulter und der linken Seite meines Gesichts. Die Nacht habe ich so durchträumt oder bewältigt. Das seinige Gesicht die Nacht über spürend an meinem Gesicht. That’s what I’m talkin about. Mein Gesicht sucht nun sein Antlitz. Im schlaftrunkenen Zustand und zur nächtlichen Stunde. Der Wecker, das Radio haben ihre Zeit. Ich habe die Meine. Es ist zu früh zum Denken. Es it zu früh zum Fühlen. Es ist einfach zu früh für Alles! Was das Leben lebenswert macht! Und doch denke und fühle ich und frage mich, was das Leben lebenswert macht?
Und den müden Körper befördere ich nun aus der Wärme des Bettes in die Kälte des Zimmers. Ein gehauchtes GUTEN MORGEN in sein vertrautes, mich doch etwas beruhigendes und beunruhigendes Angesicht. In der, mir möglichsten Stille, schleiche ich mich in ein unterkühltes Badezimmer. Fünf Uhr früh. Eine erweckende Dusche erwartet mich. Sie wäscht die letzten Spuren der letzten Nacht von mir und ertränkt sie im Abgrund. Ich bin in Schaum gehüllt und spüle die Nacht von mir. Das kalte Wasser lässt meinen Körper erkalten. Es soll mich wecken für einen neuen und viel zu kurzen Tag. Verbringe ihn wieder damit-zu tun, zu machen, zu SEIN, zu überleben. Ein vollgestopfter Terminkalender. Gestern, heute, morgen. Termine, zu erledigende Termine! Soviele, dass ich selbst nicht weiss woher sie kommen, warum sie da sind und weswegen ich sie wahrnehmen sollte…
Ganz plötzlich…erleuchtend!
Während ich mir die nassen Harre bürste – was keine Frau tun sollte –
Und nach einem Föhn Ausschau halte und mich mit einer Bodylotion eincreme, die mir nicht gehört und auch nicht zu mir passt—Olive mit Aloe Vera ist nicht meines—ich bin eher der süßliche Typ 🙂
Weiss ich es JETZT:
Ich weiss nun in welcher Phase ich bin…
Ich bin in der Phase: TRAUER

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