Was macht einen Menschen wertvoll?

Diese Frage habe ich mir in der letzten Zeit häufig gestellt. Worauf achte ich bei anderen Menschen? Wovon mache ich meine Sympathie einem anderen Menschen gegenüber abhängig? Ist es sein Verhalten im Allgemeinen oder sein Verhalten mir gegenüber? Sind es die Einstellungen und Entscheidungen, die mich dazu veranlassen einen Menschen zu mögen oder eben nicht? Ist es sein Besitz, sein Reichtum, sein Wissen? Ich bin es immer wieder durchgegangen und versuchte dies Schritt für Schritt zu analysieren. Es gibt Menschen, die ich mag und es gibt Menschen, die ich nicht mag. Umgekehrt ist es auch so und daran ist nichts verkehrt. Ich muss nicht jede Person mögen und mich muss auch nicht jeder mögen. Aber die Frage bleibt dennoch: Woran liegt das? Wovon ist das abhängig? Ich mag Menschen, die ehrlich sind, die authentisch sind, die sich treu bleiben, die wissen wer sie sind und was sie sind und dazu stehen. Ich mag Menschen, die nicht heucheln, die geradlinig sind. Ich mag Menschen, die zu ihren Entscheidungen, zu ihren Fehlern und Schwächen stehen. Ich mag Menschen, die eine Meinung haben, diese vertreten können, aber stets auch darauf bedacht sind dabei höflich zu bleiben, den Respekt vor dem Gegenüber stets behalten. Ich mag Menschen, die nicht voreingenommen sind und ich mag Menschen, die andere nicht abwerten und sich selbst für etwas besseres halten. Kurz um: Ich mag Menschen, die andere genauso behandeln, wie sie selbst behandelt werden möchten. So gesehen mag ich viele Menschen. Ich, als Mensch, kann alle diese Punkte sicher auch nicht immer hunderprozentig erfüllen, aber ich gebe mir Mühe! Ich erwarte auch von anderen nicht, dass sie alle Punkte stets konsequent beibehalten. Ich denke es gibt Menschen, die das sicher immer schaffen, aber davon gibt es sicher nicht ganz so viele. In der letzten Zeit dürfte ich leider sehr vielen Menschen begegnen, die von diesen Punkten so ziemlich keinen erfüllen. Ich musste Menschen erleben, die ihre Sympathie anderen gegenüber von, in meinen Augen, belanglosen und oberflächlichen Dingen abhängig machen. Auch ich selbst fühlte mich diesbezüglich als Opfer. Ich traf auf Menschen, die meinten nur Geld, Besitz, Erfolg machen einen guten Menschen aus. Ich traf erneut auf Menschen, die mir erzählen wollten, dass ich auf Grund meiner unschönen Vergangenheit einfach kein Ansehen verdiene. Das Thema mit dem weniger-wert-Sein hatte ich schon angesprochen und wieder bin ich darauf gestoßen. Mein Auto ist klapprig und die Gegend in der ich wohne nicht die Schönste. Das reicht wohl schon um Sympathiepunkte zu verlieren. Ich darf als Kellnerin wohl auch kein guter Mensch sein. Als Juristin wäre ich das aber sicher. Bin ich wirklich so verrückt, wenn ich das für unsinnig halte? Ich persönlich mache das nicht davon abhängig. In meiner kleinen, verrückten Welt mache ich meine Sympathie einem anderen gegenüber nicht davon abhängig, welches Auto diese Person fährt oder welchem Beruf diese Person nachgeht. In erster Linie interessiert es mich noch nicht mal ob diese Person ein Auto oder einen Job hat. Zumindest sagt das erstmal rein gar nichts über einen Menschen aus. Mich interessiert es auch nicht ob ein Mensch eine Essstörung hat oder hatte…Naja, doch schon, aber dadurch ist dieser Mensch doch nicht weniger liebenswert und nicht schlechter als andere. Ich persönlich muss mir das tatsächlich häufig anhören und das ist falsch und ich sage es ganz salopp heraus: Es ist bescheuert in meinen Augen! Was interessiert es mich denn, ob ein Mensch einen tollen Abschluss in Psychologie hat und einen dicken Mercedes fährt? Zumindest ist er dadurch nicht besser als ich und nicht besser als alle anderen, die das nicht haben. Ich kann es nicht glauben, dass ich in einer Welt lebe, in der dieser Gedanken aber trotzdem vorhanden ist.

24 Gedanken zu “Bessere und schlechtere Menschen???:-(

  1. Du bist da auf dem völlig richtigen, vielleicht sogar dem einzig richtigen Weg. Erstens hat uns niemand gesagt, dass wir jeden mögen müssen, zweitens darfst Du Dir selbst ein Bild von Menschen machen. Und, es ist völlig egal, was derjenige dann für einen Status in der Gesellschaft hat, Geld, einen guten Job oder eben auch nichts davon hat. Es kommt immer darauf an, ob man mit Wertschätzung und Respekt gegenüber dem Anderen miteinander umgeht.
    Diese Gedanken sind in unserer Welt – Äußerlichkeiten nehmen einen hohen Stellenwert ein, aber solange es Menschen wie Dich gibt, die darüber nachdenken, ist unsere Gesellschaft noch nicht verloren…
    Bleib wie Du bist, denke weiter, wie Du denkst – alles ist gut so!

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  2. Ja, ich kenn auch noch Menschen, die andere nach ihrem Besitz beurteilen. Aber das sind Leute, die keinen Platz in meiner Seele finden und wo mein Türwächter sagt: Du kommst hier nicht rein. Man kann mit diesen Menschen auch nicht reden, nicht diskutieren, denn wenn man es könnte, würden sie wohl von vorneherein anders denken. Ich seh eine solche dumme Einstellung fast schon als geistige Behinderung an. Mir kommt es mehr darauf an, dass jemand Seele, Mitgefühl und Empathie für seine Mitmenschen zeigt, denn jeder ist gleich viel wert: Der Reiche ist nicht wertvoller als der Bettler auf der Straße oder der Trinker am Kiosk. Sich selbst kann man nicht durch Besitz aufwerten. Keiner wird durch einen Maserati oder durch eine Marmorvilla wertvoller. Wir sind das, was wir sind, wenn wir nackt sind. Danke für deinen schönen Artikel. ❤

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  3. Es gibt zwei Arten von Menschen. Die einen benutzen das Licht, um die Dunkelheit zu vertreiben. Andere jedoch, um die Dunkelheit besser sehen zu können.

    »So ist es, die Nacht trägt keine Masken. Und das fürchten die Menschen. Sie ertragen es einfach nicht. Sie ertragen es nicht, in ihr Innerstes zu sehen. Sie haben Angst vor dem, was sie zu finden glauben. Doch sie fürchten sich grundlos. Oftmals ist da gar nichts. Weißt du? Nichts außer … «
    »Nichts außer Nichts.«
    »Jawohl. Das Nichts. Und niemand, glaub mir, niemand will das Nichts in sich wissen geschweige denn sehen.«

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  4. Interessante und auch wahre Aussage ! Nun, eigentlich gilt, oder vielmehr sollte gelten, niemand ist besser als du. Also als Mensch.
    Du triffst einiges auf den Punkt. Denn das was wirklich zählen sollte, geht leider hier in dieser Welt zu diesem Zeitpunkt unter. Nämlich was ein Mensch gefühlsmässig ist……………..

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