An einem Fluss treffen sich ein Frosch und ein Skorpion. Der Skorpion möchte gerne auf die andere Seite des Flusses. Da er nicht schwimmen kann, bittet er den Frosch, der am Wegesrand sitzt, ihn ans andere Ufer zu bringen.

Wie soll ich das tun? fragt der Frosch. Ganz einfach, antwortet der Skorpion. Ich setze mich auf deinen Rücken und du schwimmst hinüber. Nein! sagt der Frosch, da wäre ich ja schön dumm! Du wirst mir in den Rücken stechen und ich werde sterben. warum sollte ich dir in den Rücken stechen, fragt der Skorpion. Wenn wir im Fluss schwimmen und ich dich steche, so wirst du sterben und untergehen und ich werde mit dir sterben, weil ich ebenso untergehe. Daran kann ich kein Interesse haben. Stimmt, sagt der Frosch, da hast du recht.

Und er erlaubt dem Skorpion sich auf seinen Rücken zu setzen. In unmittelbarer Nähe des anderen Ufers spürt der Frosch plötzlich einen stechenden Schmerz im Rücken.

Warum hast du das gemacht? fragt der Frosch den Skorpion, jetzt werden wir beide sterben. Es tut mir leid, antwortet der Skorpion und seine Stimme klingt verzweifelt, aber ich kann nicht anders. Ich bin ein Skorpion!

 

Ich mag diese Geschichte unheimlich gerne, auch wenn sie nicht gerade fröhlich ist und auch kein Happy End hat. Die Kernaussage ist, dass wir nun mal das sind, was wir sind. Jeder Mensch ist eigen und individuell und hat seinen eigenen Charakter. Sicher können wir uns hier und da anpassen und uns verstellen oder verbiegen, wenn es sein muss, aber unser Naturell ist und bleibt unser Naturell. Persönlich finde ich das beunruhigend und beängstigend zugleich. Ich bin, was ich bin. Ganz individuell und einzigartig, aber ich habe auch meine Laster, meine Macken, meine Eigenarten, die mich manchmal selbst ziemlich stören und nerven. Sicher kann ich an verschiedenen Dingen arbeiten, aber das betrifft nur die Oberfläche. Meinen wahren Charakter werde ich niemals grundlegend ändern können. Ich kann nur hoffen, dass ich in meinem Leben auf Menschen treffe, die mich so akzeptieren und sogar gernhaben, wie ich nun mal bin und ich kann nur hoffen, dass ich selbst in der Lage bin andere Menschen so zu akzeptieren, wie sie sind. Das Schwerste ist vielleicht aber auch sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist. Mit allen Fehlern und Schwächen und all dem Negativen, dass in einem selbst so schlummert. Sich selbst lieben, achten, wertschätzen. Trotz allem und vielleicht gerade deswegen.

12 Gedanken zu “So und nicht anders!

  1. „Den wahren Charakter kann man nicht grundlegend ändern.“ Ich bin inzwischen – wie man so sagt – im vorgerückten Alter. Aber an den Dingen, die mir schon als Kind schwer fielen, knabbere ich auch heute noch. Und viele Sachen, an denen ich als kleiner junge schon Spaß hatte, gefallen mir noch heute. Auch an der Tatsache, dass ich schon früh versuchte, immer den leichtesten Weg zu gehen, hat sich nichts Grundlegendes geändert…
    Aber ich lebe mit allem gut 😊. Liebe Grüße, Achim

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  2. Es wäre schlimm, wenn es so wäre. Vermutlich würde ich dann nicht mehr leben. Ich glaube an die Fähigkeit zur Wandlung, zur Transformation, auch, wenn es Charaktereigenschaften gibt, die an uns wie die sprichwörtliche Scheiße am Schuh kleben.

    Nicht alles lässt sich transformieren, auflösen.
    Mit manchem will gelernt werden, zu leben.
    Wogegen ich mich wehre, ist dieses Hier stehe ich und kann nicht anders

    Grüße !

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