Heute war es mal wieder soweit. eine Lesung stand an. Natürlich war ich wieder mit Iane da. Sie ist mir stets die liebste Begleitung. Zunächst haben wir uns erstmal mit einem schönen Abendessen in meinem Lieblingslokal gestärkt und dann ging es zur Lesung. Heute Abend las Marcel Beyer aus seinem Werk: Das blindgeweinte Jahrhundert.


Laut Vorankündigung sollte es um folgende Fragestellungen gehen:
Ist Literatur im exterministischen 20. Jahrhundert, in dem Tod ein Meister aus Deutschland geworden ist, noch möglich? Ist ihre Daseinsberechtigung entfallen, da nach Auschwitz jede kulturelle Produktion nur Ausdruck der Barbarei sein kann? Ist Literatur gerade wegen der Gräueltaten notwendig, gar unumgänglich?
Klang erstmal nach harter Kost und da weder Iane, noch ich das Werk kannten, wussten wir auch nicht wirklich, was da auf uns zukommen würde. Letztendlich war es nicht ganz so komplex, wie es klang. Das Werk ist ein Gemisch aus Essays und Erzählungen und der Autor hatte eine unheimlich sympathische Art. Er hat seine Lesung wirklich sehr entspannt gestaltet und witzelte auch am Rande immer mal ein wenig. Er schaffte es, mit seinen ausgewählten Textpassagen, die er vorgelesen hatte, wirklich das Interesse an seinem Werk zu wecken.

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Zum Abschluss las er dann auch noch zwei Gedichte aus seinem Gedichtband Graphit vor. Für uns Montagslyrikerinnen war das natürlich sehr spannend. So hat er auch ein wenig mehr von seiner Schreibkunst geteilt, als nur sein aktuelles Werk. Mir hat das sehr gut gefallen, denn manchmal vermisse ich das bei Lesungen etwas, dass man auch auf weitere Werke des jeweiligen Autors aufmerksam gemacht wird. Da ist dann vorne ein ganzer Tisch voller Werke des Autors, aber nach der Lesung wird meistens nur das aktuelle, eben erst gehörte Werk gekauft, da man zu den anderen Werken auch erstmal keinen Bezug hat. Marcel Beyer hat dieses Konzept heute etwas verändert und auch auf andere Werke von sich aufmerksam gemacht. Das war mal anders und neu und es kam an.
Ein sehr schöner Abend und ein bemerkenswerter Autor. Sehr menschlich und sehr auf dem Boden geblieben, was ihm, neben seinem großartigen Werk, noch ein paar Sympathiepunkte mehr einbrachte. Gepaart damit, dass ich den Abend und die Lesung mit Iane verleben durfte, war es ganz wundervoll heute:-)

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6 Gedanken zu “Lesung: Marcel Beyer

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