#WritingFriday #1

Elizzy hat eine neue Aktion ins Leben gerufen. Sie heißt: #WritingFriday:-)
Die schreibende Gemeinschaft darf sich hier mal an unterschiedlichen Geschichten zu unterschiedlichen Themen versuchen.


https://readbooksandfallinlove.com/2017/12/22/writingfriday-januar-2018-die-schreibaufgaben/comment-page-1/
So geht es:
Elizzy gibt jeden Monat Themen vor zu denen man eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen schreibt. Dies veröffentlicht man dann jeden Freitag auf dem eigenen Blog und schickt ihr den Link.
Die Themen des Monats:
-Erzähle von einem Moment, der den weiteren Verlauf deines Lebens fundamental hätte verändern können.
-Beschreibe den letzten Traum, an den du dich erinnerst, so detailliert wie möglich.
-Schreibe einen Brief an dich als 15-jährige/r
-Überrede einen Veganer, eine Currywurst mit dir zu essen.
-Dein Begriff von Freiheit.

Die Aktion hat schon angefangen und ich steige etwas später mit ein, aber die Idee ist einfach zu köstlich, um es nicht einfach mal zu versuchen:-)
Entschieden habe ich mich für das Thema:
DEIN BEGRIFF VON FREIHEIT

Hier mein Text:

Freiheit ist ein Wort, das eine unheimliche Gewalt hat. Viele assoziieren damit zudem Begriffe wie Uneingeschränktheit, Grenzenlosigkeit, ein Leben leben, wie es einem gefällt.
Der römische Redner und Staatsmann Marcus Tullius Cicero hat es schon schön beschrieben mit seinen Worten: Süßer Name Freiheit!
Auch bei mir ruft das Wort zunächst genau die oben erwähnten Assoziationen hervor. Bei genauerer Betrachtung stelle ich allerdings fest, dass dies nur der erste, überschwengliche Blitzgedanke ist, der da aufkommt. Eigentlich bedeutet Freiheit nichts von all dem erwähnten, auch wenn ich Freiheit mit diesen Begriffen assoziiere. Uneingeschränktheit, Grenzenlosigkeit, ein Leben leben, wie es mir gefällt ist sicher auf den ersten Blick eine interessante Vorstellung, aber sie ist in dieser Form nicht realisierbar und das ist auch gut so. Wir Menschen leben nun mal in einer Gemeinschaft mit anderen Mitmenschen. Wir sind Herdentiere und haben eine Verantwortung für den nächsten neben uns. Ob wir das nun so praktizieren oder nicht, sei dahingestellt, aber es ist Fakt. Aus dieser Gemeinschaft ausgeschlossen zu werden will niemand, denn eine gewisse Form des Miteinanders und des Austauschs mit anderen Menschen ist eine Art Grundbedürfnis von jedem von uns. Es liegt nicht in der Natur des Menschen alleine zu sein. Wir brauchen die anderen, um glücklich zu sein. Ob wir das nun wahrhaben wollen oder nicht. Das bedeutet aber im Umkehrschluss eben auch Verantwortung und Rücksichtnahme. Der deutsche Jurist Richard Freiherr von Weizsäcker sagte mal ganz passend dazu: Freiheit ist Mitverantwortung. Ähnlich sehe ich das auch. Wie kann es dann mit dieser sogenannten Freiheit funktionieren?
Ich sehe Freiheit daher in der Individualität eines Menschen. In seinen Ansichten, Einstellungen, Meinungen und in seinem Gedankengut.
Ich kann denken und fühlen, was ich will. Dabei muss ich keine Rücksicht auf irgendwen nehmen.
Ich kann eine Meinung, eine Ansicht und eine Einstellung haben, die andere vielleicht nicht teilen, nicht nachvollziehen können und auch nicht akzeptieren, aber ich kann.
Dies macht für mich Freiheit aus. Das einfache Ich-selbst-sein.
Was die Lebensgestaltung anbelangt ist dies nicht ganz so zu bewerkstelligen. Tun und lassen, was ich will, geht nicht, denn ich bin mitverantwortlich für meine Mitmenschen. Ich muss Rücksicht nehmen, um Teil der Gemeinschaft zu bleiben. Ich sehe dies jedoch nicht als Einschränkung. Ich sehe dies eher als etwas Positives. Ich bin Teil einer Gemeinschaft und das macht mich glücklich. Ich gehöre irgendwo hin, auf mich wird aufgepasst und um mich wird sich gekümmert. Auch das bedeutet für mich Freiheit, aber in einer anderen Form. Es bedeutet, dass ich ein Netz habe, das mich auffängt, dass ich glücklich sein kann und mich austauschen kann und so habe ich die Möglichkeit die Freiheit meiner individuellen Art nur noch mehr auszuleben. Ein Background gibt mir die freie Möglichkeit Ich-selbst-zu-sein.
Das bedeutet für mich Freiheit: Mein Leben mit anderen zu teilen, glücklich zu sein, Ich-selbst-zu-sein. Nicht meine Handlungen und meine Taten machen für mich Freiheit aus, es ist mein Inneres, das mir meine persönliche Freiheit gibt.
Der österreichische Erzähler Stefan Zweig hat es schön umschrieben formuliert und zum Abschluss möchte ich sein Zitat einfach anfügen, denn es passt sehr gut:
Des geistigen Menschen höchste Leistung ist immer Freiheit. Freiheit von den Menschen, Freiheit von den Meinungen, Freiheit von den Dingen, Freiheit nur zu sich selbst.

15 Gedanken zu „#WritingFriday #1

  1. Ein sehr schöner Text, liebe Mia. Regt sehr zum Nachdenken an. 🙂
    Da fällt mir nur ein Zitat ein: „Whatever you are, be a good one“ – und auch das, finde ich, ist Freiheit.
    Liebste Grüße,
    Ida

  2. Freiheit ist zunächst etwas sehr gefährliches. Außerdem macht Freiheit einsam, wenn man sie wirklich bis zum äußersten ausschöpft.

    Hm, Brief an mich als 15-jährigen würde mich ja reizen. Andererseits ist das so ein „Was wäre wenn“ Geschichte.

    Auf jeden Fall schönes Wochenende!

  3. Eine interessante und schöne Sich auf „Freiheit“ hast Du hier aufgeschrieben, liebe Mia –

    Ich habe mich einmal ganz zu Beginn meiner Bloggerei, noch auf blog.de, wo ich damals zu schreiben begonnen habe und das es jetzt seit schon zwei Jahren nicht mehr gibt, mit „Freiheit“ beschäftigt. Damals habe ich einen meiner beiden Lieblingsaphorismen diskutiert. Der Text ist ziemlich umfassend und womöglich auch nicht ganz einfach zu lesen. Aber ich stehe nach wie vor zu ihm. – Wenn Du mal schauen willst, dann klicke bitte nachfolgenden Link an:

    https://gedankenorbit.wordpress.com/2011/09/17/gedanken-aphorismen-11864167/

    Liebe Grüße und schönste Wünsche für ein erholsames Wochenende für Dich!

  4. Vier GEDANKEN über die FREIHEIT aus meinem Tagebuch:
    *
    Grenzen der Freiheit schützen

    Die FREIHEIT in einer Gesellschaft
    muss in ihren GRENZEN gesehen, gelebt und geschützt werden.
    Die FREIHEIT aber über ihre GRENZEN hinaus
    zu idealisieren oder gar zu instrumentalisieren,
    birgt die GEFAHR einer sich schleichend entwickelnden
    strukturellen VERANTWORTUNGSLOSIGKEIT
    in POLITIK und WIRTSCHAFT,
    bis hinein in die FAMILIEN in sich …
    ___
    © PachT 2008
    ___

    Schranken

    FREIHEIT
    ist kein FREIBRIEF,
    dass
    jeder schrankenlos
    handeln kann,
    wie er gerade will …

    ABER :

    SCHRANKEN
    sind eine GEWÄHR,
    dass
    jeder freiheitlich
    tun kann,
    was ihm geboten ist !
    ___
    (C) P a c h T 2010
    ___

    FREIHEIT – Risiken und Nebenwirkungen

    Die unendliche WEITE der FREIHEIT
    eröffnet unzählige CHANCEN, die aber,
    – oftmals überschätzt -, dazu führen,
    die versteckten RISIKEN und
    deren unüberschaubaren NEBENWIRKUNGEN
    zu spät zu erkennen …
    ___
    155. (432.) Eintrag in mein Politisches Tagebuch – © PachT

    ___

    Freiheit im Alter

    Das letzte Stück FREIHEIT, das
    einem mit zunehmendem ALTER noch bleibt,
    ist die ungestörte ERINNERUNG.
    ___
    © PachT 2016

    Ein erholsames Wochenende … PachT

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