Schon mal gegrübelt?

In der letzten Zeit bin ich sehr daran interessiert zu wachsen, allerdings nicht im direkten Sinne, sondern im übertragenden Sinne. Ich hatte die Hörbücher erwähnt, die ich zum Thema Selbstoptimierung gehört habe:-) Tatsächlich haben sie etwas in mir wachgerufen oder aufgeweckt.Ich beschäftige mich momentan sehr mit der Frage, ob es überhaupt möglich ist ein Leben nach seinen eigenen Wünschen, Ansichten, Einstellungen, Meinungen und Bedürfnissen zu leben. Es klingt zunächst einmal gar nicht so schwer, aber ist dem so? Ist das wirklich so durchsetzbar? Ist das wirklich machbar und möglich oder ist es nur eine Phantasievorstellung von uns Menschen? Reden wir uns das ein und schön, dass dies natürlich realisierbar ist, da wir uns einer eventuell anderen Wahrheit einfach nicht stellen möchten und eine solche nicht zulassen möchten?
Seien wir mal ganz ehrlich:
Meine Wünsche, Ansichten, Einstellungen, Meinungen und Bedürfnisse gehören zwar zu mir, aber sie sind auch durch Prägung entstanden. Ich habe eine eigene Erziehung genossen, spezielle Menschen kennengelernt, bin in einer bestimmten Religion groß geworden und bin umgeben von den Medien und einer Welt, die Richtlinien und Grundregeln festsetzt und das Wort NORMAL definiert hat.

 

Dinge, die als GUT bewertet werden:
-ein erfolgreiches Studium und ein Abschluss
-ein gutbezahlter Job, der Geld einbringt
-Geld im allgemeinen
-eine gutfunktionierende und perfekte Beziehung–beziehungsfähig sein und eine Familie gründen, Kinder haben
-ein eigenes Haus
-Wohlstand
-ein TOP-Body–TOP-Optik

Natürlich sind diese Dinge wünschenswert, eigentlich. Sie klingen toll, aber wollen wir das wirklich oder haben wir das zu wollen?
Kann ich wirklich frei denken oder hat man mir nicht im Laufe meiner Daseins-Jahre dieses Denken anerzogen, eingeredet, eingepfercht?
Viele von uns leben in einer Welt, die sie nicht hinterfragen, aber noch schlimmer ist, das viele von uns ein ICH leben, dass sie nicht hinterfragen….

11 Gedanken zu „Schon mal gegrübelt?

  1. Ich habe mich schon seit Längerem von dem was mutmaßlich gemeinhin als „gut“ oder „wünschenswert“ gilt, frei gemacht.

    Ich denke anders und dazu stehe ich. Aber danach zu leben, ist unglaublich schwer – eben weil so weit verbreitet anderes als gut und wünschenswert gilt. Und weil darüber hinaus Maximen existieren, die nioch viel mächtiger sind …

    Liebe Grüße an Dich, Mia!

  2. Ich wünschte, dass ich zu deinen Worten jetzt ganz viele positive Dinge sagen könnte, aber dann wäre es nicht ehrlich. Respekt, wenn du dich davon frei gemacht hast. Das würde mich doch sehr interessieren. Kann ich das auf deinem Blog nachlesen? Andernfalls, wenn nicht zu dreist und aufdringlich, auch gerne per Mail-Kontakt. Ich suche gerade diese Form von menschlichem Austausch was die Thematik anbetrifft. Der Weg der Selbstfindung ist sehr schwer und ich möchte gerne ein Leben des freien Seins führen. Ich bin sehr dankbar für alle Ratschläge, jegliche Inspiration und für den Austausch mit Menschen, die ihren Weg gehen. Ich habe gerade dieses Bedürfnis der inneren Entwicklung und der Entfaltung und das ist eine Herausforderung, die meines Erachtens nach etwas zu früh bei mir kommt, weil es sich so anfühlt, als wäre ich dieser Prozedur noch nicht ganz gewachsen.

    1. Liebe Mia,

      es tut mir Leid, dass ich erst jetzt auf Deinen Kommentar hier reagiere. Er ist bei mir nicht als Antwort auf den meinen angekommen, und so hätte ich ihn beinah ganz übersehen. Verzeih‘ mir bitte – denn Du hast ja hier ein Bedürfnis geäußert, Fragen aufgeworfen. Und das/die wollte ioch keinesfalls ignorieren.

      Mir ist jetzt beim Lesen meiner Zeilen an Dich, noch einmal bewusst geworden, dass ich tatsächlich zu einer Art innerer Freiheit gekommen bin. Die Freude darüber ist mir gerade jetzt überhaupt etwas deutlicher geworden.

      Klingt sicher ein bisschen komisch, hat (leider) aber wohl damit zu tun, dass diese, meine, Freiheit auch eine Kehrseite hat. Sie birgt nämlich das Risiko in sich, sich einsam(er) zu fühlen. – Eben, weil sich das eigene Denken, das ICH-Sein vom Mainstream entfernt hat, von vielem dessen, was „gemeinhin“ als „gut“ und „richtig“ bisweilen als „notwendig“, „normal“ oder gar „überlebenswichtig“ gilt.

      Ich glaube mein Blog, manche Einträge dort (und ich schreibe ja schon seit September 2011) erzählen von dem, was meine Befreiung und mein damit in Zusammenhang stehendes Einsamkeitsempfinden ausmacht.

      Ich lasse Dir zunächst mal drei Links hier zu Einträgen, die in diesem Sinne und dem Deiner Fragen vielleicht interessant für Dich sind. Sie sind unterschiedlich alt, und auch mancher Kommentar dazu mag interessant sein – ich stehe nach wie vor zu allen. Hier sind die Links:

      https://gedankenorbit.wordpress.com/2015/04/12/gedanken-20232949/

      https://gedankenorbit.wordpress.com/2011/09/17/gedanken-aphorismen-11864167/

      https://gedankenorbit.wordpress.com/2013/03/05/glueck-15593403/

      Das Bedürfnis innerer Entfaltung und Entwicklung ist übrigens in meinen Augen ein sehr, sehr schönes. Es kommt nicht zu früh, liebe Mia. Lass es nur zu, lass Dich darauf ein. Aber geh‘ ihm vorsichtig, mit Bedacht nach. Aber, Du bist eine Sensible … Du wirst es ganz richtig machen …

      Lass Du Deinerseits mir auch gern Deine Gedanken da, gern auch zu meinen verlinkten Einträgen, natürlich nicht nur, wenn Dich weitere Fragen bewegen, auch wenn Du zum Beispiel Widerspruch in Dir spürst.

      Ganz liebe Wochenendgrüße an Dich und Dankeschön für Dein Vertrauen!

  3. Die großen Pläne, die so fein mit den gesellschaftlichen Erwartungen übereinstimmen. Immer noch höre ich das Leben leise kichern … es braucht ein wenig Mut, sich damit auseinander zu setzen. Oder äußere Ereignisse, die uns dazu zwingen, all dies zu hinterfragen.

    Wenn Du erkennst, dass wirklich nichts Übles geschehen wird, wenn Du dich über die so genannten Normen hinweg setzt, wird es plötzlich leicht. Solange deine Verhältnisse geordnet sind und Du dein Auskommen hast (definiere „Auskommen“) ,was soll schon geschehen? Die Menschen, die zu Dir gehören, werden bleiben.

    Lieben Gruß.

  4. Es ist sicher so, dass wir von unserer Umwelt/Erziehung stark geprägt werden, viel mehr noch vermutlich durch Ereignisse, die unser Leben aus der Bahn geworfen haben. Aber trotzdem glaube ich und so habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass wir im Inneren eine Richtung haben, in die es uns zieht, unabhängig davon, woher wir kommen und was wir gelernt haben. Die Richtung kann aber durchaus unseren Lebensweg beeinflussen, wenn man denn die innere Stimme hört. Wenn aber die Umstände des Lebens dabei zum Hindernis werden, merkt mann bald, dass man unglücklich und unzufrieden wird. Dann muss man sich überlegen, wie man wieder raus kommt um seinem „Herzen“ zu folgen. Ja, Brecht sagte schon irgendetwas in der Art, „es gibt keine Revolution ohne Fleischtöpfe“, also die wirtschaftlichen Umstände sollten so sein, dass man so leben kann wie man will. Das kann es auch erforderlich machen, viele Stunden des Tages mit etwas zu verbringen, was keine Herzensangelegenheit ist. Mann sollte aber sehen, dass man „außenrum“ seine Erfüllung findet.

    1. Danke für deinen Kommentar:-) Das klingt sehr einleuchtend, allerdings denke ich, dass viele Menschen eben nicht ihrem Herzen folgen, auch wenn sie unglücklich sind. Ich denke auch, dass wir eine Richtung haben zu der wir tendieren, aber es fehlt oft auch der Mut, diesen Weg zu gehen. Angst ist eben immer ein entscheidender Faktor bei vielen unserer Projekte.

  5. Das sind die richtigen Fragen. Ich wünschte ich hätte sie mir auch damals gestellt. Leider ahnst du ja auch schon, dass man nicht ganz so frei ist wie man sich denkt. Prägung – das ist schon das richtige Wort. Wir werden schon gepresst – so soll man sein und in diese Richtung soll man bestenfalls gehen. Ein wichtiges ist – such dir einen Herzensjob – gehe nicht nach dem Geld. Wenn es zusammen passt – gut. Ich beneide alle, die ihr Hobby zu einem Beruf machen konnten. Ach – aber ich will nicht zu sehr schwarzmalen. Ich kann dir nur empfehlen – schau dir paar Videos über autarkes Leben und Aussteiger an. Nicht dass du aussteigen sollst – nur um deinen Blick zu öffnen – vielleicht leuchtet dann dein Lämpchen dir klarer deinen Weg. Viel Erfolg.

    1. Dankeschön, das werde ich mal tun:-) Bin momentan tatsächlich ein wenig zu strukturieren und eben ein wenig auf dem Weg der Selbstfindung, aber auch dabei sollte man nicht übertreiben. Es ist ja auch nicht immer alles schlecht, nur weil ein paar Dinge nicht 100%ig sind. Das muss ich mir auch stets vor Augen führen:-)

      1. Ich finde es auf jeden Fall gut, dass Du schon die richtigen Fragen gestellt hast – das bedeutet, dass ein Knacks in der Prägung ist und Du auf jeden Fall die richtige Lösung finden wirst. Ein bisschen Unterstützung von anderen, die Dir in den Videos bisschen was erzählen, was sie bewegt – da bleibt einfach alles offen.
        Liebe Grüsse.

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