Lyrik am Mittwoch

Ich habe nun endlich einen langen und anstrengenden Tag hinter mir. Seit 5 Uhr bin ich wach und der Abend bietet mir noch ein paar Stunden Arbeit.

Gerade habe ich etwas Freiraum und diese Zeit nutze ich gerne zum Träumen und Schwelgen und zum Abschalten. Dafür ist das Lesen von Gedichten immer bestens geeignet und das gibt es heute:

ERICH FRIED

Eine Art Liebesgedicht

Wer sehnt sich nach dir
wenn ich mich nach dir sehne?
Wer streichelt dich
wenn meine Hand nach dir sucht?
Bin ich das oder sind das
die Reste meiner Jugend?
Bin ich das oder sind das
die Anfänge meines Alters?
Ist das mein Lebensmut oder
meine Angst vor dem Tod?
Und warum sollte
meine Sehnsucht dir etwas bedeuten?
Und was gibt dir meine Erfahrung
die mich nur traurig gemacht hat?
Und was geben dir meine Gedichte
in denen ich nur sage
wie schwer es geworden ist
zu geben oder zu sein?
Und doch scheint im Garten
im Wind vor dem Regen die Sonne
und es duftet das sterbende Gras
und der Liguster
und ich sehe dich an und
meine Hand tastet nach dir.

Ein Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.