Der Variationsreiche

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Fotoquelle: pixabay (freie kommerzielle Nutzung)

Lange haben wir auf diesen Montag gewartet, aber nun ist er da und heute Abend dürfen wir euch erneut einen Montagslyriker vorstellen, der uns auf eine Lesereise in die Lyrikwelt mitnimmt.


Er ist ein Mensch, der gerne gibt, gerne wächst und führt, gerne gestaltet und von Herzen das liebt, was er erschafft.
Er ist ein Philanthrop, der seinem Herzen die ganze emotionale Bandbreite erlaubt und seine Werke sprechen diesbezüglich Bände.
Seine Lyrik ist voller Gefühl und Tiefe. Ob gereimt oder ungereimt, erregen seine Worte Aufmerksamkeit und bleiben in Erinnerung.
Heute Abend könnt auch ihr euch von seiner Poesie beeindrucken lassen und ihn auf der lyrischen Reise begleiten.
Wir präsentieren euch
Paul Stein
www.aufden2tenblick.de

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1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
(Der Mensch, die Muse, das Unglück)
.…der schönste Wohlschmerz meiner immerwährenden Gegenwart.
Ein geiler Schmerz, der flehend nach Linderung und brennend nach Steigerung verlangt:
Das Bedürfnis nach Klarheit im Geiste und nach Reinheit in der Seele.

2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …
(Erzähl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von deinen dunklen Geheimnissen)
…dass ich
– ein Mensch bin, der gerne gibt, gefällt, gestaltet, wächst und führt und
– ein Mensch bin, der schockiert darüber ist, dass wir seit neuestem in
den Hauptnachrichten über die Spielstände beim Dart informiert werden,
– ein Mensch bin, der von Herzen liebt, was er erschafft,
– ein Mensch bin, der sich die ganze emotionale Bandbreite seines Herzens erlaubt und
– ein unverbesserlicher Philanthrop bin.

3. Welche Götter verehrst du?
(Künstler, die dich prägten, die du gerne liest oder empfehlen möchtest.)
…nur den einen Gott preise ich. Meinen Allerhöchsten, den ich jeden Tag um seine Gnade bitten möchte.
…die Liste derer, die ich gerne lese, ist lang: Fjodor Michailowitsch Dostojewski, Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi,Hermann Hesse, Johann Wolfgang von Goethe, Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, Friedrich Schiller,Simon Beckett, Alexander Issajewitsch Solschenizyn, Robert Löhr, Andreas Eschbach, John Steinbeckum nur ein paar wenige zu nennen und diese Liste ist weiß Gott spontan, ungeordnet und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
(Lesungen, Poetry-Slam, Veröffentlichen in Zeitschriften, Büchern, Internet usw.)
…ich habe nur einen bescheidenen Blog und hoffe auf die Kraft der Faszination der Sprache.

5. Und nun, zeige dich!
(Mit bis zu zehn charakteristischen Werken, die du uns vorstellen magst. Mit einem Bild von dir? )

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Die Einsamkeit der Zweisamkeit und was sonst dazwischen liegt!

Ganz am Anfang war sie angenehm und wohlig,
eine Wärme körpernah und funkelnagelneu.
Wir sprachen viel und, gleichviel wie wir uns drehten,
wir waren den Bildern unsrer Träume treu!

Wir ergossen uns, waren heiß vor Glück,
verschlangen uns – mit Gier und stark,
konnten nimmersatt auch nachts nicht ruh’n,
waren blind und hörig bis ins Mark!

Wir schworen täglich unsren Schwur,
beleckten unsere Zweisamkeit,
sprachen noch von Gottes großem Schicksalsspiel,
gnädig, groß – vor langer Zeit!

Denn es zog von fern die Dunkelheit heran,
wir baten den Wind, der Schwärze kein Geleit zu geben,
hörten Grollen, hörten Donner, sprachen kaum
und spürten schon die Erde beben!

Er blies für uns und kämpfte lang,
die Wolken mochten nicht vorüberziehen.
Der Schatten legte sich auf unser Liebeslicht,
und wir konnten nicht der Nacht entfliehen!

Wir glaubten, diese Dunkelheit zu kennen,
vertrieben alle Sorgen mit der Arbeit,
vertrieben sie beziehungstaub,
doch war das Herz uns eingeschneit!

Wir kühlten aus, wortlos, starr,
– uns blies der Wind nun ins Gesicht –,
die Wärme zwischen uns war weg,
verspielt, verloren, Eis geworden,
Eiszeit, karger kalter Dreck.

Alles grau in grau, trüb und ohne Hoffnung,
so sieht es aus an unserem Grab,
und niemand weiß warum
und ob es wirklich Gründe gab!

 

 

Was ist der Mensch und immer?

Der Mensch ist Pauke, er ist Geige,

er ist Kühnheit, er ist feige.

Der Mensch ist Zweifel, er ist Mut,
er ist Teufel, er ist gut.

Der Mensch ist Wirrsal, er ist Wacht,
er ist Getöse, er ist sacht.

Der Mensch ist Grauen, er ist Licht,
er ist stattlich, er ist schlicht.

Der Mensch ist Mythos, er ist Pein,
er ist stürmisch, er ist klein.

Der Mensch ist Marter, er ist Pfahl,
er ist üppig, er ist kahl.

Der Mensch ist Frieden, er ist Trauer,
er ist Zerstörer und Erbauer.

Der Mensch ist Freiheit, er ist Falle.
er ist einzig, er ist alle.

Der Mensch ist Armut, er ist Pracht,
er ist Sonne und die stille Nacht.

(Aus einem Traum von Paul, 2015)

 

11 Kommentare

  1. Sehr schöne Gedichte! Nicht so um die Ecke rum, sonst klar und schnörkellos. So mag ich das! Und Gott sein Dank! Ich hab schon gedacht, ich wäre der Einzige, dem dieses Dartding suspekt vorkommt.

    1. Lieber Paul, sehr gerne. Schön, wenn du dich darüber freust. Danke dir, dass du bei uns mitgemacht hast und wir dich in unserer Montagslyrikerfamilie willkommen heißen durften💛💙Liebste Grüße

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