Wer im Glashaus sitzt, sollte vorsichtig sein beim Ausziehen

Nun sind wir doch alle eine große Familie auf der Welt. Voller Stolz nennen wir uns Gesellschaft. Klingt auch schon so familiär und gesellig. Ich für dich. Du für mich. Wir für einen und der eine…..
Das ist dann das Problem!

Damals, vor langer, langer Zeit, als es noch ganz, ganz große Tiere gab, auch Dinosaurier genannt, da war es wichtig eine Gruppe zu haben. Ausschluss aus der Gruppe bedeutete Tod. Stellte man sich damals gegen den Gruppenführer, weil man der Meinung war, dass es besser ist das rechte Mammut zu töten und nicht das linke, wie angeordnet, dann bedeutet das Ausschluss aus der Gruppe und Tod.

 
Klappe halten, anpassen und Regeln befolgen waren wichtige Dinge in dieser Zeit.

 
Nun leben wir nicht mehr in dieser Zeit. Die Dinosaurier sind ausgestorben, vielleicht waren sie zu aufmüpfig? Letztlich aber hat sich auch nur das verändert.

 
Klappe halten, anpassen und Regeln befolgen steht heute auch auf dem Plan.

 

Der einzige Unterschied ist nur, dass man jetzt nicht mehr verhungern würde, wenn man das nicht tut, sondern es ist genau umgekehrt: Wir werden gefressen!

 

 
Einer gegen alle, wenn er sich denn traut bedeutet: Alle töten einen.

 
Man mag sagen, dass ich gerade sehr radikal vorgehe, aber letztlich möchte ich damit nur etwas veranschaulichen.
Mich erschreckt es täglich aufs Neue, denn täglich aufs Neue sehe ich es: angepasste Menschen, die wie Marionetten durch die Welt laufen. Bloß nicht anecken, immer schön nicken und lächeln.

 
Ja, Anpassung ist wichtig, zu einem gewissen Grad.

 
Ja, auch Gruppen sind wichtig, für unser Wohlgefühl.

 
Doch muss ich meine komplette Meinung einer Gruppe anpassen? Wenn eine Gruppe aus zehn Menschen besteht und ich bin eine davon und alle denken gleich, nur ich denke: Nope…..Bin ich dann wirklich falsch?

 
Nein, bin ich nicht. Die Meinung von neun Menschen ist nichts wert im Anbetracht der Menschenmassen auf der Welt.

 

Wohlgemerkt denken auch von den neun Verbleibenden nicht alle gleich, aber sie haben Angst etwas zu sagen, denn dann….Was? Haben sie Angst, dass sie verhungern oder von einem Dinosaurier gefressen werden? Nein, aber sie sagen trotzdem nichts. Das ist eben der Weg des geringsten Widerstandes, den man da geht.

 
Klappe halten, anpassen und Regeln befolgen.

 
Wer bestimmt die Regeln. Im weiten Maße die Gesellschaft. In kleinen Gruppen der Advocatus Diaboli, also der Wortführer.
Mit der Zeit gehen Menschen so zu Grunde, nur weil irgendeine Blödpfeife meint, seine Meinung durchsetzen zu müssen.
Wenn man nach außen hin nicht vertritt, wovon man innerlich überzeugt ist, dann wird man nach und nach zu einer Marionette. Andere Menschen werden einen dann für ihre Zwecke missbrauchen und früher oder später gibt man auf und stirbt. Früher starb man, wenn man den Mund geöffnet hat und heute stirbt man, weil man ihn geschlossen hält. Ironie…

 
Warum ist das so? Warum beschießt man uns mit Giftpfeilen, wenn wir anders sind oder anders sein wollen?

 
Nun ja, die Gesellschaft hat daran kein Interesse. Der Gesellschaft und der Gruppe geht es um den Zusammenhalt und nicht um die Privatinteressen eines Einzelnen. Der Einzelne muss beseitigt werden, wenn er nicht passt. Ganz besonders dann muss er beseitigt werden, wenn er sich erlaubt andere Prinzipien zu vertreten und eine andere Meinung zu haben. Das wird nämlich schnell als enorme Gefahr gesehen für das Rudel und entspricht nicht der Rüssel-an-Schwanz-Art. In Ruhe lassen einen die Leute nur, wenn man sich konform verhält. Der Preis, den wir dafür zahlen ist hoch, sehr hoch und endgültig, darum sollte sich jeder wirklich die Frage stellen, ob er das wirklich will oder ob die andere Option nicht doch besser wäre.

13 Gedanken zu „Wer im Glashaus sitzt, sollte vorsichtig sein beim Ausziehen

  1. Meine THESE zu Konflikten und Krisen

    Das ZUSAMMENLEBEN allerorts setzt voraus, dass
    sich das DENKEN, FÜHLEN und HANDELN
    sowohl des EINZELNEN als auch der GEMEINSCHAFT
    in sozialer, ökonomischer, politischer und vielerlei anderer HINSICHT
    im vertretbaren Rahmen der VERHÄLTNISMÄßIGKEIT vollziehen muss.

    ALSO … sind eigenverantwortlich stets das WARUM (?),
    PRO und KONTRA
    sowie
    NUTZEN und RISIKEN
    zielgerichtet abzuwägen !

    DOCH … wer setzt den MAßSTAB,
    bestimmt den HANDLUNGSSPIELRAUM und
    beantwortet eindeutig die ERMESSENSFRAGE ? …

    HIER – einzig und allein –
    liegt der URSPRUNG aller
    zwischenmenschlichen KONFLIKTE und globalen KRISEN …
    ___
    © PachT 2008

    [ Ausgangspunkt der Überlegung: APOTHEKEN-UMSCHAU vom 15.02.2008 B, S. 3; Gastkolumne von Dr. Marianne Koch mit der Aussage: “ Was wir wirklich brauchen, ist ein anderes Miteinander, eine Kultur der Hilfsbereitschaft in unserer Gesellschaft“]
    *
    https://einladungzupachtsblog.files.wordpress.com/2016/12/ssw24-gedanke_konfliktursache.jpg

    1. DOCH … wer setzt den MAßSTAB,
      bestimmt den HANDLUNGSSPIELRAUM und
      beantwortet eindeutig die ERMESSENSFRAGE ? …

      Das ist definit etwas, was dahingehend wichtig ist zu überdenken. Danke für dieses fantastische Betrachtungsgedicht:-)

  2. Liebe Mia,

    es geht auch anders. Nur musst Du bereit sein, den Preis dafür zu zahlen. Mir ist dieses ganze Thema sehr vertraut, wollte ich doch stets gerne „dazu gehören“ Wozu? Zu den jeweiligen Majoritäten … schon lange bin ich froh, dass mein Schöpfer mich anders gestrickt hat.

    Ausgrenzung? Na und?! es braucht ein Fell dazu, das langsam, aber stetig wächst. Sachkompetenz ist unerlässlich, wenn man solcher Art durch´s Leben geht, hauptsächlich im Berufsleben. Irgendwann zählst Du für die so genannte Mehrheit zur Kaste der Unberührbaren, sie tuscheln und tratschen zwar weiterhin, aber das Fell … Irgendwann wird geschwiegen. Das ist der Preis … schweigen rundherum.

    Aber – Du findest immer deinesgleichen. Das kann dann spannend werden 🙂 Manch einer ist auf diese Weise auch zur beruflichen Selbstständigkeit gekommen … privat verhält es sich ähnlich, wer anders ist, ist viel allein. Aber nicht zwangsweise einsam, wenn man sich selbst gut leiden mag. Und – irgend wen gibt es immer, der Dir ähnlich sieht.

    Der Rest? 🙂
    https://www.youtube.com/watch?v=kPMRkQK2szI
    Lieben Gruß Dir.

    1. Hallo Reiner,
      danke für deine Worte. Ich lese dich immer gerne hier. Du hast dahingehend wirklich eine fantastische Einstellung. ehrlich zu sich selbst sein und zu seinem Schöpfer. Ich bin ja auch religiös bzw.gläubig. Lass die Leute reden, wie man so schön sagt. Die meisten können das auch ganz gut. Erstaunlich, dass sie dafür Zeit finden, wo sie sich eben auch mit sich selbst beschäftigen könnten und auch sollten. Ja, der Preis, den der „Outsider“ zu zahlen hat, ist sicher etwas höher, aber es ist tatsächlich nicht die Einsamkeit.
      Dieses Thema wird mich sicher noch lange beschäftigen, vielleicht muss dieses dicke Fell noch etwas wachsen, wie du ja schon sagst und in der Zwischenzeit hege und pflege ich meinen Flaum. Alles ist besser, als manch anderes, was ich in meinem Leben schon zum Kompensieren praktiziert habe. Das Sein als Marionette liegt mir einfach nicht:-)
      Liebsten Dank

    1. Manche, aber nicht alle. Das Problem dabei ist, dass man als Mensch irgendwann merkt, dass man nicht wirklich glücklich ist und dann fragt man sich WARUM? Man fragt allerdings nicht wirklich weiter und wundert sich nur, weil eigentlich ist doch objektiv gesehen alles gut.

      1. Zu einem gewissen Grad müssen wir uns anpassen. Das geht nicht anders und ist auch richtig so. Ich denke nur, dass es dafür auch eine Grenze gibt. Nicht alles muss man abnicken. In der Arbeitswelt ist das auch etwas anderes, aber im Privatleben sollte man wirklich mal den Kopf einschalten und zumindest wirklich über sich und seine Meinung nachdenken und nicht alles schweigend absegnen.

  3. Hi,
    Menschen sind Herdentiere, das vergisst man nur zu leicht. Sie brauchen Vorbilder und Menschen die die leiten. Sie brauchen Struktur und Sicherheit. Nicht zu vergessen, die meisten Menschen besitzen einen IQ, von 100 oder weniger. Wenn man all das zusammen nimmt, dann bekommt eine Gesellschaft von interessiert mich nicht und verstehe ich nicht. Daher haben wir es immer mit ein paar Leitern der Herde zu tun, stets Egoistisch, Narzistisch und denen die ihnen ohne Nachfrage folgen, weil sie selbst kein Bild vom Leben haben. Der Rest teilt sich in Mitmacher und Querulanten. Mitmacher die sich nicht wohlfühlen aber nicht hinterfragen und Querulanten die sich gerne wehren möchten aber keine Unterstützer finden. So fühlt sich Jeder, wie er sich eben fühlt.

  4. Hi Mia,
    eine Maxime aus meiner Jugendzeit gilt heute noch, wenn ich hin und wieder bei change. org eine Petition unterstütze, oder mir die Sprüche der sogenannten Volksvertreter aller Coloeur anhören darf:
    Kannst Du eine Sache oder Meinung oder Vorgehensweise auch dann noch unterstützen, gutheißen oder gestalten, wenn alle anderen sich plötzlich zurückziehen und Du alleine da stehen würdest? 😊
    Eine schöne Restwoche wünsche ich Dir, Olaf

    1. Ja,tatsächlich bin ich darin erprobt😊Um das jetzt allerdings zu erklären und zu präzisieren, müsste ich jetzt sehr ausholen 🙈Aber zumindest lautet die Antwort:ja

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