Kurze Szene

Nachgedacht am Mittag:

So obskure Gedanken am Rande, wenn die Worte so über den Teller fallen, diese, die man eigentlich nicht aussprechen will, aber dann kriechen sie so weiter und purzeln einfach über den Tellerrand. Fast so, als würden sie sich selbst aussprechen wollen. Nein, die Besitzerin der Worte will sie nicht sagen. Am liebsten würde sie schweigen und alles unausgesprochen lassen, aber sie hören nicht zu, die Worte. Nein, sie hören nicht zu und wollen dahin, wohin sie eigentlich gehören, aber ich will nicht und sie gehören doch mir. Und doch bleibt die Frage, ob man Worte überhaupt besitzen kann und vielleicht ist es sogar anders herum? Ganz wahrscheinlich ist es sogar anders herum, denn wie sonst könnten sie einfach so über den Tellerrand hinauswandern, ganz angstfrei, im Gegensatz zu ihrer Besitzerin oder eben zur Teilhaberin oder bin ich nichts davon? Zumindest sind sie klug, denn sie ahnen, sie wissen, dass sie eigentlich nicht im Verborgenen bleiben sollten, sie wollen es auch gar nicht und letztlich bin ich ihnen dankbar für ihren Mut und ihre Hartnäckigkeit und könnte sie doch nur verfluchen, denn sie sollten einfach ungesagt bleiben, so finde ich. Manchmal sollte das Ungesagt auch ungesagt bleiben, wenn man es selbst nicht sagen will, aber eigentlich auch beruhigend zu wissen, dass man dann einfach die Worte selbst für sich Sprechen lassen kann, wenn einem der Mut versagt. Und ohne, dass ich selbst was sagen, haben sie für mich gesprochen und eigentlich alles erklärt, so gut sie es eben konnten.

4 Gedanken zu „Kurze Szene

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