Eine Portion Ehrlichkeit mit einem Schuss Aufrichtigkeit

Manchmal haben wir sie, diese Kopfmonologe, Kopfdialoge.


Hätte ich was sagen sollen? Hätte ich was sagen können? Und dann, etwas später fällt uns alles ein, was wir hätten, nicht hätten, wäre dann gewesen, wenn…..
Dann ziehen wir an den Fäden unserer Gedanken und plötzlich ertrinken wir in Worten und ich frage mich manchmal, ob wir einfach nur zu dumm, nicht schlagfertig genug oder aber einfach nur feige sind? Manchmal geht es nicht nur um das Kontern oder eine schnelle und pfiffige Antwort auf eine Frage. Manchmal geht es nur um ein Gefühl oder um Gefühle. Wie oft sagen wir lieber nichts, als die Wahrheit?
Das, was uns im Leben tatsächlich am meisten hemmt, ist unsere Angst. Manche würden sich eher die eigene Zunge abbeißen, als jemanden seine wahren Gefühle zu offenbaren.

 

Ich liebe dich!
Erstaunlicherweise ist der Satz für viele Menschen gar nicht so leicht auszusprechen. Wir dichten über die Liebe, drehen Filme über die Liebe und bejubeln sie, aber wenn es darum geht jemanden genau diesen Satz zu sagen, dann stocken wir zunächst. Wir überlegen, wägen ab, wir stellen uns die Frage: Jetzt oder doch noch nicht?
Viele entscheiden sich dann zunächst fürs Warten, denn vielleicht sagt es mein Gegenüber ja zuerst? Dann sind wir auf der sicheren Seite! Hierbei geht es um Angst, denn wenn wir es zuerst sagen, dann könnten wir abgelehnt werden. Das Problem hierbei ist nur, dass Liebe eben Liebe ist. Sie ist ein Gefühl, welches individuell empfunden wird. Hinzu kommt, dass Liebe selbstlos ist und eigentlich keine Gegenleistung erwartet. Was sagt es über unsere Liebe aus, wenn wir zaudern? Und warum würden wir uns gekränkt fühlen, wenn unser Gegenüber sagt: Danke, ich weiß, ich bin einfach total liebenswert!?
Wäre es nicht ehrlicher zu seinen Gefühlen zu stehen? Und das auch ganz unabhängig, wer zuerst was ausspricht und ob überhaupt was zurückkommt.
Angst vor Ablehnung und vor Zurückweisung hemmt uns.

 

Ich hasse dich!
Den Satz meine ich jetzt nur halbwörtlich. Es geht eher darum, jemandem direkt ins Gesicht zu sagen, dass man ihn/sie nicht mag.
Das ist etwas komplexer, denn da müssen wir mehrerer Dinge beachten:
1. Es ist keine gute Idee, dem Chef zu sagen, dass man sie/ihn für einen Vollpfosten hält! Macht das nicht! Das ist schlecht!
Das liegt daran, dass wir hierbei nur uns selbst schaden würden und selbstverletzendes 🙂 Verhalten ist immer schlecht!!
2. Manchmal heucheln wir Sympathien, wo keine sind. Wieso eigentlich? Was hat es in unserem Leben für einen Sinn, dass uns Nico oder Tanja mögen, wenn wir Nico und Tanja so gar nicht leiden können?
—Nico und Tanja sind Beispielnamen! Ich kenne weder einen Nico, noch eine Tanja!!! Ich will also latent niemandem in meinem Umfeld etwas vermitteln!!!—
Warum diese Heuchelei? Warum sagen wir nicht einfach: Nico, Tanja, wir können nicht miteinander, also lassen wir es lieber bleiben!
3. Trennungen! Das Trennungen niemals leicht sind, ist selbstverständlich. Ich will hier nichts verharmlosen, aber warum warten wir manchmal so lange, wenn wir doch wissen, dass es nicht besser wird? Ich weiß, Hoffnung stirbt zuletzt, aber warum tun wir uns selbst und unserem Partner sowas an? Ich weiß, das hat jetzt Diskussionspotenzial, aber letztlich gibt es darauf keine plausible Erklärung!!!
4. Dates! Nun, meine Meinung dazu habe ich neulich ja schon ausführlichst formuliert. Ich bin da sicher etwas eigen, aber beide Parteien gehen unbeschadet aus dieser/meiner Situation heraus.
Nun sehe ich es aber durchaus häufiger als mir lieb ist, auch geschlechtsübergreifend, da ist niemand besser oder schlechter im Umgang, also formuliere ich es auch ganz neutral:
Y datet X!
Wir sind beim ersten Date!
Eigentlich ein schönes Date, könnte man meinen.
Y will X anrufen, aber Y ruft nicht an.
X ist traurig, sauer, versteht zumindest die Welt nicht.

 

Frage:
Die Frage ist jetzt, warum Y nicht anruft, wobei ganz offensichtlich ist,  dass Y kein Interesse an weiteren Dates mit X hat? Warum hat Y nicht den Arsch in der Hose und ruft X an und sagt:  X, irgendwie finde ich, dass es nicht passt!

 

Y ist also feige und scheut die Konfrontation= Angst! Angst vor eventuellen Diskussionen, Fragen, Vorwürfen.
Letztlich wäre es aber besser.

 

Ja, wir sind Angsthasen und oft auch unehrlich und nicht besonders aufrichtig.
Bis auf ein/zwei Dinge, die wir wirklich mit Vorsicht betrachten sollten, sollten wir doch eigentlich zu unseren Gefühlen stehen können.
Vielleicht ist es beim Date und bei Tanja und Nico nicht soooo entscheidend, aber wenn Beziehungen einfach nicht funktionieren, dann sollten wir uns selbst und unserem Partner nicht im Weg stehen, sein Glück in einer anderen Beziehung zu finden und wenn wir tatsächlich verliebt sind, dann sind wir es und dann sollten wir es auch dem Menschen sagen, den es betrifft, egal welche Konsequenz das hat.
Klar, klingt jetzt viel leichter, als es ist, aber zumindest sollten wir mal über solche Dinge nachdenken und es beim nächsten Mal in Erwägung ziehen.
In diesem Sinne wünsche ich euch das allerbeste und hoffentlich lassen mich Nico und Tanja jetzt auch endlich in Ruhe😉

Ein Gedanke zu „Eine Portion Ehrlichkeit mit einem Schuss Aufrichtigkeit

  1. Die Frage, was ist, wenn wir immer die Wahrheit sagen, ist alt, wobei es dazu ja schon diverse Filme gab.

    Zu seinen Gefühlen zu stehen und sie stets heraus zulassen erscheint gut, wobei es manchmal besser ist, es zu lassen.

    Folgen wir den Gefühlen oder der Logik?

    Beide Wege haben ihre Vorzüge, aber jeder für sich auch Nachteile.

    Also eine Mischung aus beiden, doch wann weiß ich wem ich Gehör schenken soll?

    Das Leben besteht aus guten und schlechten Erfahrungen, so sehen wir, was wo wann angebracht ist, aber auch das stimmt nicht immer.

    Sei so zu den anderen, wie Du behandelst werden willst…wobei Ehrlich am längsten währt…

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