Schreibatelier Mia- Lesson 8: der Autor

Ich begrüße euch am heutigen Freitag in meinem Schreibatelier Mia:-)


Letzte Woche haben wir uns mit dem Thema Notizbuch beschäftigt. Ein Notizbuch ist quasi das Arbeitsbuch eines Autors. Hier werden Ideen, Einfälle, kurze Skizzen, Gedanken- und Gefühlsfetzen festgehalten. Mit diesem Material arbeitet der Autor im Folgenden….
Eine Frage bleibt allerdings noch zu klären, bevor es an die Erschaffung unserer Geschichte geht, nämlich:
Was ist ein Autor?

Die Frage mag zunächst seltsam klingen, da sicherlich jeder eine Vorstellung von einem Autor hat, aber der Beruf des Autors ist letztlich auch nur ein Beruf und auf diesen möchte ich nun eingehen.

 

Ein Autor (lat. auctor) ist der Verfasser oder geistige Urheber eines Werkes. Dabei handelt es sich um Literatur im weitesten Sinne. In der heutigen Zeit wird auch der Erfinder eines Spiels als Spielautor bezeichnet.

 
Es gibt keine Professionalität beim Schreiben. Jeder Autor ist bei jedem Projekt wieder am Anfang. Es existieren keine Meisterprüfungen, die einen davor schützen würden, beim nächsten Mal wieder die dümmsten Anfängerfehler zu machen. Immer tastet man.
Daniel Kehlmann

 
Es gab weitere Lesungen, Interviews, Porträts und Talkshows:
Fast jedes Bundesland hat seine eigene Büchersendung. Ich saß viel im Zug und schlief in seltsamen Hotels. Manchmal schien es mir, als organisiere die Presseabteilung des Verlags mein Leben.
Ferdinand von Schirach

 

In unserem Leben spielen wir immer verschiedene Rollen. Wir sind der Partner, der Freund, die Freundin, Mutter, Vater, Kollegin, Herzensmensch oder Feind. Auch in unserem alltäglichen Beruf wechseln wir die Rollen häufiger, als wir annehmen. Ein Arzt ist nicht nur Heiler, sondern auch Zuhörer und Tröster…..Neben unserem Job, haben wir also auch einige Nebenjobs. Letztlich reißen wir uns manchmal ziemlich in Stücke.
Beim Autor ist dies genauso der Fall:
Bei einem Profi beansprucht das Schreiben die wenigste Zeit. Viel Zeit beansprucht jedoch die Recherche, die ebenfalls zum Job gehört. Auch die Vermarktung der Bücher fordert Zeit ein, die Gespräche mit Lektoren dauern, die Lesungen müssen besucht werden, die Interviewfragen sollen beantwortet werden und er muss auch Konzeptionen für seine Werke entwickeln.
Ein Autor ist also auch Rechercheur, Verkäufer, Architekt!

 

 
Talent ist billiger als Tafelsalz. Was das talentierte Individuum vom erfolgreichen trennt, ist eine Menge harter Arbeit.
Stephen King

 

Die verschiedenen Arbeitsschritte eines Autors könnten wir theoretisch einteilen in:
8-12 Uhr: Recherche
12-13 Uhr: Pause
13-17 Uhr: Schreiben, Emails beantworten, Notizen machen…..

 

Sicher gibt es irgendwo auf der Welt Autoren, die es so machen, aber das ist dann eher die Ausnahme. Als Autor verfügen wir über die freie Zeiteinteilung und viel Schritte gehen ineinander über. Auf kreative Stunden warten Profis allerdings NIE!! Sie schreiben! Das ist ihr Beruf, ihr Handwerk. Genau an diesen Endpunkt möchte ich in meinem Schreibatelier am Ende ankommen. Das Schreiben soll dann einfach funktionieren, weil es einfach so zu funktionieren hat.
Mir ist schon klar, dass viele Leser mir jetzt widersprechen möchten, aber wie ich zu Beginn schon sagte:
Das Schreiben ist ein Handwerk!
Wir sprechen hier jetzt nicht von der Kreativität, sondern vom Schreiben!:-) Ich möchte das nochmal erwähnen, weil ich denke, dass sich viele Leser und angehenden Schreiber nur schwer von dem Gedanken lösen können, dass Schreiben und Kreativität und Talent komplett unterschiedliche Dinge sind:-)!!!!

 

Zurück zum Thema:-)

 

Oft sind es auch die Umstände um einen Profi herum, die ihn vom Schreiben abhalten. Ein Anruf und noch ein Anruf! Eine Nachricht, eine Mail und nochmal eine Mail….
Profis versuchen sich deswegen oft abzuschotten. Sie schreiben, recherchieren, konzipieren zu bestimmten Zeiten und lassen die laute Welt woanders laut sein.

 

Nun wird hier häufig die Frage gestellt, warum wir Konzept, Recherche, das Schreiben trennen. Diese Dinge gehören doch eigentlich zusammen und zum Leben eines Schreibers.
Das mag zwar auch sein, aber es sind grundlegend unterschiedliche Dinge!!

 
Der Autor recherchiert in der Welt, er konzipiert in seinem Geist und er schreibt in seiner Sprache.

 
Wenn wir recherchieren, dann sind wir oft vielen Eindrücken ausgesetzt. Die Ablenkung bei der Recherche ist riesig.
Wenn wir aus einer Schreibphase in eine Recherchephase wechseln, dann bringen wir damit unsere Schreibphase in Gefahr. Wir kommen aus der Schreibphase raus und haben dann Schwierigkeiten wieder am Ausgangspunkt anzusetzen. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass an diesem Tag nicht mehr viel brauchbares auf dem Papier landet.

 
Wenn ein Konzept fehlt, dann ist es so, als würden wir ohne Wegbeschreibung eine Hütte im Wald suchen. Wir könnten sie zwar finden, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir es nicht tun werden:-)

 
Ein Profi trennt diese Arbeitsschritte voneinander und ich würde euch bei eurer Schreibarbeit genau DAS ebenfalls raten:-)

 
Testet es aus:-)

 
Wenn es nicht ganz euer Ding ist, dann vergesst es wieder und geht zu dem zurück, was ihr kennt:-)
Nächste Woche geht es hier weiter und ich wünsche euch nun einen schönen Freitag:-)

2 Gedanken zu „Schreibatelier Mia- Lesson 8: der Autor

  1. Ist es nicht so , das man einfach mal sich ausprobiert und für sich selbst schreibt . Dazu finde ich , gehört Kreativität und Fantasie . Du musst dich in den Beitrag hineinversetzen können . Und es darf nicht zum Stress werden . Schreiben sollte man , wenn man auch richtig Lust dazu hat .
    Danke für deine Anregungen.
    Liebe Grüße Mona

    1. Nun, da gebe ich dir soweit recht, dass das Schreiben immer etwas Individuelles ist. Allerdings wenn du beruflich schreibst, damit dein Geld verdienst, dann kannst du nicht darauf warten, dass du Lust kriegst zu schreiben. Dieser Beitrag war ein Exkurs zum Thema: Das Leben als Autor. Und ich weiß, dass viel immer denken zum Schreiben gehört Kreativität und Phantasie. Das stimmt auch, aber als Dozentin fürs Kreative Schreiben, weiß ich auch, dass man es erlernen kann und nicht alles baut auf Kreativität und Phantasie auf.
      Liebsten Dank für deine Wortmeldung zu meinem Beitrag und nun wünsche ich dir einen wundervollen Start ins Wochenende:-)

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