Montagslyriker Runde 5–SPECIAL–Sprechende Leinwände

Ich begrüße euch am heutigen Montag:-)


Das schönste am Montag ist immer der Montagabend und ihr alle wisst, warum:-)
Auch heute geht es weiter mit der fünften Runde der Montagslyriker und wir befinden uns tatsächlich schon kurz vor der Ziellinie.
Streng genommen sind wir mit allen Teilnehmern durch, denn die nächsten zwei Akteure, die noch vor uns liegen, sind ganz besondere Specials.
Mein werter Kollege Matthias Breimann und ich geleiten euch wieder durch den Abend und heute gibt es eine feine Besonderheit. Heute wandeln wir nicht auf lyrischen Pfaden, sondern auf malerischen Wegen.
Matthias und ich hatten ihn bereits angekündigt und wir freuen uns sehr, dass er das Spektrum der Montagslyriker heute um ein Vielfaches erweitert.
Heute geht es um sein gesprochenes Wort und um seine Hand, die nicht den Stift, aber dafür den Pinsel führt.
Heute wagen wir uns hinein in die Welt von Farben und Formen und mit einer schwingenden Bewegung gelangen wir von der Literatur zur Malerei.
Wir haben schon über ihn berichtet und versprochen, dass er auch noch zu Wort kommen wird und heute Abend lösen wir unser Versprechen ein:-)
Er hat sich den fünf Fragen gestellt und diese ganz interessant und ausführlich beantwortet und den Rest erzählt uns einfach seine Kunst.
Es ist uns ein großes Vergnügen uns heute auf einer anderen Ebene bewegen zu können und hier ist nun der Mann der Stunde, mit Wort und Farbe:
René Schiebelhut

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www.instagram.com/l_resch

 

Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zur Kunst verführte?(Der Mensch, die Muse, das Unglück):
Gleich zum Einstieg eine solch bedeutsame Frage, bei der ich tatsächlich erstmal nachdenken muss, welche Antwort ich Euch gebe, ohne den Rahmen zu sprengen.
Ausschlaggebend für meinen Drang, etwas künstlerisches zu schaffen, war und ist, dass das, was uns täglich umgibt so wenig kreativ stimulierend und inspirierend ist. Jobs sind nnicht erfüllend, das Fernseh Programm dient eher zur Betäubung und der Konsum ist auf Masse ausgelegt, individuelles eher die Ausnahme. Um es in den sehr treffenden Worten von Umair Haque zu sagen, fehlt uns “Suchness”.
In einem tollen Artikel (https://medium.com/bad-words/the-egoconomy-2e6f7857bffe) definiert er “Suchness (vom englischen Wort “such” – solch, etwas) wie folgt:
“Suchness is a hard concept to put into words, because the whole point of it is about going beyond the narrow confines of concepts, ideas, words, thought. Let me simply say this: it’s about discovering, revealing, and savoring the essences of things. In all their subtlety and richness and beauty and sharpness. […] We live in a world without much suchness. Think about it. We don’t eat food as much as food-like-products, designed to look, feel, and taste like food. The same is true for almost every industry. Banks blow up our economies, pharmaceuticals cost us healthcare, “news” misinforms us, and so on. What’s the world really lacking? Suchness. The world we’ve built has little to no suchness — even at the trivial level of materiality. And so the suchness of our lives has been diminished. They feel empty, hollow, lacking, because they are.”
Dieser Bedarf an “suchness” wurde für mich schon lange ein Stück weit durch Musik kompensiert. Den Wert, den ein Song, der genau dein Gefühl trifft, dich beflügelt, dich pusht, traurig macht oder beruhigt, für mich einnimmt, ist schwer zu beziffern.
Da ich selbst aber nie sehr musikalisch war, sondern eher in den visuellen Tätigkeiten meine Stärke sah, wurde daraus schnell die Symbiose inspirierende Musik als Leitmotiv zu nutzen und auf Leinwand zu bringen.

Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du … (Erzähl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von deinen dunklen Geheimnissen)
Die Frage fällt mir nicht leicht.. kann das wer anders über mich schreiben? 🙂
Ich mache es mal stichwortartig:
Wer mich kennenlernen will muss wissen, dass ich:
-mein Leben lang auf Diät bin und für fast jegliche sportliche Aktivität zu haben bin
-seit meinem Umzug nach München Österreich sehr zu lieben gelernt habe
-Einzelkind bin (ich lasse jetzt mal Raum für Interpretationen)
-eine Spritzenphobie und Angst vor Spinnen habe
-angeblich einen sehr schwarzen Humor habe
-die Dinge, die ich mir vornehme, auch umsetze, komme was da wolle.

Ich bin gerne offen für jede Art kreativen Austauschs – wenn jemand eine coole Idee hat oder eine kreative Veranstaltung plant, bei der ich mich kreativ einbringen könnte, würde ich mich über den Kontaktaufbau freuen. Da lernt man sich doch am besten kennen.

Welche Götter verehrst du?
Da meine Inspiration vorrangig aus der Musik kommt, muss ich hier in diese Richtung verweisen.
Meine Lieblingsband ist definitiv The Neigbourhood aus LA. Ich habe selbst mal ein paar Monate in Los Angeles gelebt. Als ich dort in einem Café saß, und das erste Lied der Band über Shazam ausfindig machte, wusste ich nicht, dass diese Band mich so lange begleiten wird. Einerseits passen die Texte irgendwie zu mir, ich kann mich damit gut identifizieren. Andererseits schafft es Jessie Rutherford (der Sänger der Band) mit seinen Texten mich sofort zurück nach Kalifornien zu versetzen. Dort herrscht ein ganz eigenes Lebensgefühl, dass man keinesfalls in Worte fassen kann – aber die Band versteht es, dies perfekt rüberzubringen.

Ein andere Artist, der mich seit vielen Jahren künstlerisch und privat begleitet ist YokoO. YokoO ist die Art von DJ, die auf dem Burning Man Festival, mitten in der Wüste Nevadas morgens um 5 Uhr die ersten Sonnenstrahlen, die am Horizont hereinbrechen, musikalisch untermalt. Seine Musik versetzt mich sofort in den Flow – ein Zustand in dem ich einfach mache und jegliche Art von Ablenkung verfliegt.
Mein aktuelles Lieblingsset, was rauf und runter läuft, ist dieses hier, welches unter dem Label “All Day I Dream” erschienen ist, welches grundsätzlich auch sehr zu empfehlen ist.
https://soundcloud.com/alldayidream/all-day-i-dream-podcast-013-yokoo-all-day-i-dream-of-unity-1

Für mich ist das nicht einfach Musik. Wenn ich irgendwann die Möglichkeit habe, richte ich mir einen komplett akustisch optimierten Raum in meinem Haus ein mit einem super bequemen Stuhl in der Mitte und dann genieß ich meine Musik – den ganzen Tag.

Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
Ich tanze ja auf einigen Hochzeiten. Dadurch kommt aktuell die Kunst zugegeben kürzer, als ich es mir wünschen würde.
Aktuell fokussiere ich mich stark auf digitales Design, da ich dies hauptberuflich ausübe und gerade eine eigene Firma zur Vermittlung von Designern gegründet habe. Daher steht dies für mich gerade an erste Stelle und ich bilde mich stetig weiter, rede auf Meetups und tausche mich mit vielen Leuten zu diesem Thema aus.
Die Kunst stellt da eher den Ausgleich zum hektischen Alltag da. Zusammen mit Yoga und Mediation bietet mir Kunst den Ausgleich, den ich benötige. Gleichzeitig lebt meine Kunst auch davon, nicht zu “müssen” – sie entsteht, wenn ich inspiriert bin es ist keinerlei Zwang dahinter. Das ist sehr angenehm und soll auch erstmal so bleiben.
Das aktuellste aus meiner Kunst findet man weiterhin immer auf meinem Instagram www.instagram.com/l_resch.Im Moment stelle ich gerade ein paar Werke in der Werkstattgalerie in München aus – falls ein Leser aus der Gegend ist, kann er sich die Werke dort gerne anschauen.

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