Schreibatelier Mia-Lesson 13: Grundregeln des Schreibens 5

Ich begrüße euch am heutigen Freitag in meinem Schreibatelier Mia:-)
Heute geht es hier weiter mit der Reihe Die Grundelemente des Schreibens. Ein paar Punkte habe ich noch, die ich euch gerne mitgeben würde auf euren Schreibweg:-)

 

Heute geht es ein wenig um die Zeit, genauer um die Zeitformen.
Im heutigen Beitrag beschäftige ich mich nämlich mit dem Aktiv und dem Passiv.

 

Wisst ihr noch aus der Schulzeit, wie wir das Aktiv und das Passiv unterscheiden?

 

AKTIV-Sätze geben Auskunft darüber, wer gerade handelt.
Bsp:
Paul schießt den Ball.

 

In den PASSIV-Sätzen ist es nicht wichtig, wer handelt.
Bsp.
Der Ball wird geschossen.

 

Das PASSIV wird aus einer Form von „werden“ und dem Partizip Perfekt (geschossen, gefahren….) gebildet. Natürlich müsst ihr hier auch darauf achten, in welcher Zeit ihr etwas sagt.

 

 

Präsens:
AKTIV:
Paul schießt den Ball.
Passiv:
Der Ball wird geschossen.

 

Präteritum:
AKTIV:
Paul schoss den Ball.
Passiv:
Der Ball wurde geschossen

 

Perfekt:
AKTIV:
Paul hat den Ball geschossen.
PASSIV:
Der Ball ist geschossen worden.

 

Plusquamperfekt:
AKTIV:
Paul hatte den Ball geschossen.
PASSIV:
Der Ball war geschossen worden.

 

Futur 1:
AKTIV:
Paul wird den Ball schießen.
PASSIV:
Der Ball wird geschossen werden.

 

Futur 2:
AKTIV:
Paul wird den Ball geschossen haben.
PASSIV:
Der Ball wird geschossen worden sein.
Den Unterschied von AKTIV und PASSIV haben wir nun, aber was hat das jetzt mit unserer Schreibarbeit zu tun?

 

Aktive Sätze erhöhen das Tempo der Geschichte, erleichtern den Lesefluss und der Leser fühlt sich dem Erzählten näher. Das Gehirn braucht länger, um Passive Sätze zu verstehen.
Achtet bei euren Texten also darauf, dass ihr mit Aktiv Sätzen arbeitet und versucht Passiv Sätze zu umgehen.
Manchmal sind es eben auch die Millisekunden, die einen Unterschied machen.

 

Ich hoffe, dass ich euch hiermit ein wenig Anreiz geben konnte und hoffe, dass ihr nächste Woche wieder dabei seid in meinem Schreibatelier Mia:-)
Liebste Freitagsgrüße aus dem Schreibatelier

4 Gedanken zu „Schreibatelier Mia-Lesson 13: Grundregeln des Schreibens 5

  1. Sehr schön!
    Nur eine Anmerkung / Frage:
    Du schreibst, dass sich bei Aktiv-Konstruktionen der Leser dem erzählten Näher fühlt. Das ist sicherlich richtig. Aber das bedeutet nicht unbedingt, dass man Passiv-Konstruktionen meiden sollte.
    Denn: manchmal kann man das Passiv gut dazu nutzen, eine gewisse Distanz zum Gegenstand des Erzählten auszudrücken.
    Beispiel aus der Literatur: Heinrich Böll / Verlorene Ehre der Katarina Blum:
    „Wenn der Bericht — da hier so viel von Quellen geredet
    wird — hin und wieder als »fließend« empfunden wird,
    so wird dafür um Verzeihung gebeten: es war unver-
    meidlich. “

    Beispiel aus meiner Privatsphäre:
    Meistens, wenn meine Frau über ihren Ex-Mann spricht, wechselt sie ins Passiv: z.B. „Man wurde sehr schnell des Aufräumens überdrüssig….“

    Passiv-Konstruktionen sind gute legitime Stilmittel … solange man sie bewußt einsetzt …

    PS: Vielen Dank für das Schreibatelier! Weiter so!

    1. Ich persönlich mag den Klang von Passiv Sätzen sehr gerne und nein, unbedingt meiden nicht zwangsläufig.

      Wie gesagt sind Aktiv Sätze geeigneter für den Lesefluss, da der Passiv Satz erst überdacht werden muss. Das passiert natürlich im rasanten Tempo des Denkens und Wahrnehmens, aber es strengt auf Dauer mehr an. Das wird vom Leser auch gar nicht bewusst wahrgenommen, aber das Phänomen ist da und bewiesen.

      Beispiel:
      Wenn wir ein Buch lesen, dass mehr Passiv Sätze hat, dann ist es anstrengender. Es ist so, dass wir manchmal ein Buch lesen und es dauert etwas länger, dass wir weiterkommen und es ermüdet uns mehr, als ein anderes Buch, welches den gleichen Aufbau, die gleiche Struktur, Schriftbild hat…..Daran liegt es dann meistens, auch an anderen Dingen…..

      Gesprochene Sprache und geschriebene Sprache sind ein Thema zu dem ich noch komme und diese zwei „Sprachformen“ unterscheiden sich gewaltig voneinander. Was beim Sprechen erlaubt ist und auch möglich ist beim Schreiben nicht selten ein Unding:-)

      Bewusst eingesetzt und richtig eingesetzt sicher okay, aber darin liegt eben auch die Kunst, die nicht jeder beherrscht 😉

      Liebste Grüße an dich und danke fürs Feedback. Ich hoffe, dass ich etwas beisteuern konnte;-)

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