Woche 6

Sonntag Nacht 4.Uhr:

Die Zeiger der Uhr laufen im Kreis, im Kreis, im Kreis.

Die Kalenderblätter fallen, wie Schneeflocken im Winter.

Auf den Montag folgt der Dienstag, dann kommt Mittwoch, Donnerstag. Das Wochenende zieht vorbei und auf den Montag folgt der Dienstag.

Ich ziehe meine Hose an, manchmal auch ein Kleid, meine Jacke ziehe ich an und meine Schuhe. Dann später ziehe ich alles wieder aus.

Ich wasche mein Gesicht, meine Haare, putze mir die Zähne und nochmal und nochmal und nochmal.

Ich schreibe, lese, quäle mir ein Lächeln ab, renne zum Handy, denn ich warte immer auf den Tagesbericht, den ich dann kriege und auf den ich den ganzen Tag warte. Keine News heißt zumindest keine bad news, was eigentlich wieder doch good news heißt und während ich nachts auf meinem Sofa sitze und dein Plektrum in der Hand halte, auf dem ein Engel drauf ist, deswegen auch die dumme Geschichte mit der Schutzengel-Homepage, dann weiß ich manchmal nicht, ob du mein Engel bist oder ich einen helfenden rufen sollte und dann muss ich weinen, was momentan meine Freizeitbeschäftigung zu sein scheint und ich bin enttäuscht, dass so viele Tränen nicht einfach das ganze Übel bereits weggespült haben, wo ich doch auch Unterstützung hatte bei dieser Tränensache.

Und dann stelle ich fest, dass heute Samstag ist, unser Tag und dass es vier Uhr morgens ist, vier, wie die vier Buchstaben deines Spitznamens und dann fange ich erneut bitterlich zu weinen an, in der Hoffnung, dass meine Tränen alles Übel wegspülen.

3 Gedanken zu „Woche 6

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