Die Sammlerin

Und dann schmeckt das Leben nach Zuckerwatte und der Wind zwitschert im Vogelgesang Lobeshymnen.

In meinem Kopf tummeln sich zu viele Worte, zu viele Sätze, aber vorrangig ist es immer DU und DU BIST.
Und dann erinnere ich mich dunkel an die durchwachten Nächte ohne dich und ich denke an die Rauchreime, die ich für dich rauchte und schrieb und mit der Zungenspitze wische ich die Trauer weg, als wäre sie nie da gewesen und schnalze dann unser Lied, nur für dich.
Heute halte ich den Kopf hoch und dein Herz fest und du hältst meines, warm und weich und dein Kuss heilt meine Seele, rettet meine Welt.
Und unsere Schatten tanzen auf Asphalt, nebeneinander. Wie ich das Bild vermisst habe und wie oft ich es in meiner Erinnerung rekonstruiert habe, fast war es abgenutzt, aber nur fast.
Und nun sammle ich neue Erinnerungen, neue Bilder und kann gar nicht damit aufhören, dass es mir fast selbst zu viel wird, aber eben nur fast.
Und ich will alles einfangen, festhalten und dich halten, stets, wo ich es doch so lange nicht konnte, wie ich wollte, als ich alleine über den grauen Asphalt kroch. Kroch, wie eine Schnecke und doch nicht weiterkam als bis zu meinen weinenden Wänden. Die da waren, als nichts und niemand mehr da war.
Nun klebe ich an dir, an deiner Haut, zart wie Staubkörner und ich atme dich ein und du klebst dich fest in meiner Lunge und ich lächle. Ich lächle dieses Lächeln, was ich nur bei dir und für dich lächeln kann. Dieses Lächeln, was ich so lange nicht lächeln konnte und womit ich jetzt nicht aufhören kann, womit ich niemals aufhören will.
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Menschliches Glück stammt nicht sosehr aus großen Glücksfällen, die sich selten ereignen, als vielmehr aus kleinen glücklichen Umständen, die jeden Tag vorkommen.

3 Gedanken zu „Die Sammlerin

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