Schreibatelier Mia: Lesson 27: Charaktere erschaffen Part 3

Ich begrüße euch ganz herzlich in meinem Schreibatelier Mia:-)


Heute geht es weiter mit der Reihe:
Wie erschaffe ich Charaktere?
Wir haben uns bisher mit einem Musterbeispiel beschäftigt und haben uns dann mit der Namensgebung auseinander gesetzt.
Heute geht es weiter und wir befassen uns mit der Optik und der Außenwirkung!
Wie im Alltag ist die äußere Erscheinung das, was wir zuerst an einem anderen Menschen sehen können.
In der Realität beurteilen oder verurteilen wir innerhalb von ein paar Sekunden.
Heute machen wir uns also ein paar Gedanken darüber, welches Styling deine Figur hat und welchen Eindruck sie vermittelt bzw. vermitteln soll.

 

 

Einstiegsübung:

Laufe gedanklich durch die Stadt. Setze dich auf eine Bank und beobachte die Menschen um dich herum. Plötzlich setzt sich deine Figur neben dich.
Welchen Eindruck hast du von deiner Figur?
Was nimmst du wahr?
Wie wirkt deine Figur auf dich?
Denke hierbei wirklich gründlich nach. Es ist wichtig, dass du jetzt genau die richtigen Worte findest.

 

Gehe folgenden Fragen auf den Grund:
Wie sieht sie aus?
Welche Kleidung trägt sie?
Würdest du gerne mit ihr sprechen?
Wirkt sie vielleicht distanziert und kühl?
Wirkt sie neugierig und offen?

 

Wenn du diesen Schritt hast, dann hast du das Grobe erledigt. Dein Charakter ist noch nicht fertig, aber du hast schon eine wage, erste Vortsellung.
Hier machen wir nun weiter und begeben uns in die Wohnung deiner Figur.
Wo wohnt deine Figur?
Wie sind die Wohnverhältnisse?
Ist es ein Haus, eine Wohnung oder ein WG-Zimmer?
Ist es eher aufgeräumt oder chaotisch?
Ist es eher hell und freundlich oder dunkel und wirkt kühl?

 
Weiter geht es mit dem Job…..

Hat deine Figur einen Beruf?
Wenn ja, welchen?
Wenn nein, wieso?
Mag deine Figur das, was sie macht?

 

 

DAS AUSSEHEN:
An dieser Stelle muss ich zunächst erwähnen, dass weniger besser ist!
Was meine ich damit?
Der Leser macht sich gerne selbst ein Bild von deiner Figur. Nimm ihm/ihr diesen Spaß nicht weg!
Erschaffen deine Figur, aber nicht jede Information muss in deinem Werk vorkommen und erwähnt werden.
Du sollst deine Figur durch und durch kennen, aber der Leser soll auch den Raum haben, sich seine eigenen Gedanken zu machen und die Figur auch nach seinem eigenen Bild kreieren.
Wichtig für dich:
Was für Kleidung trägt deine Figur?
Welche Augen- und Haarfarbe hat deine Figur?
Ist sie groß oder klein?
Hat sie eine zierliche Statur und Figur oder ist sie vollschlank oder besonders atlethisch?
Trägt dein Charakter Schmuck?
Hat sie ein besonderes Merkmal?
Trägt sie eine Brille?

Übung 2:
Diese Übung ist nur für dich und soll dir helfen eine genauere Vorstellung von deinem Charakter zu bekommen.
Stelle dir deine Figur nun vor und bringe sie in unterschiedliche Situationen.
Beobachte dabei wie deine Figur wirkt und wie sie sich verhält!

1.Auf der Straße
2.Zusammen mit Freunden
3.In der Familie
4.An der Arbeit
5.Wenn sie alleine ist
6.Wenn sie ausgeht und feiert
7.Wenn sie in der Wohnung ist
8.Wenn sie einer Freizeitbeschäftigung nachgeht
Weiter geht es mit dem Umfeld:

Aus welchem Umfeld kommt deine Figur?
Wie ist sie aufgewachsen und wo?
Hat sie viele Freunde?
Wie sind die Familienverhältnisse?
Schule, Bildung:
Welchen Bildungsgrad hat deine Figur?
Welchen Abschluss hat sie gemacht?
Ist sie gebildet, belesen, intelligent?

 

Warum ist dies alles so ausführlich?

Auch wenn du nicht jeden einzelnen Punkt explizit in deiner Geschichte erwähnen wirst, so ist es wichtig für dich.
Du musst deine Figur durch und durch kennen, damit du sie glaubwürdig beschreiben, darstellen und vorstellen kannst.

Du solltest deine Figur so gut kennen, wie dich selbst. Auch hierbei erzählst du nicht jedem, jedes einzelne Detail über dich, aber du weißt, wer du bist.
Genau so ist es auch mit deiner Figur.
Du musst sie komplett kennen und alles über sie wissen, damit du sie glaubwürdig transportieren kannst.
Die Eigenschaften deines Charakters dürfen sich während der Geschichte nicht verändern. Deine Figur darf sich entwickeln und wachsen, aber sie sollte nicht zu einem komplett anderen Menschen werden.
Bleibe einer Linie treu. Der rote Faden ist hierbei entscheidend.

Es ist hilfreich hierbei eine genau Skizze zu entwerfen, in welcher du die Details deines Charakters notierst.

 
Ein kleiner Tipp am Rande:

Ein Test von Dr. Arthur Aron, der 1997 an der State University of New York entwickelt wurde:

Im Selbstversuch sollen zahlreiche Menschen dank des von Dr. Aron entwickelten Tests bereits die große Liebe gefunden haben.
Bei größeren und längeren Werken mache ich diesen Test mit meiner Figur:-)

Es handelt sich hierbei zwar um einen Test, der auf die Liebe abzielt, aber wir lieben unsere erschaffenen Charaktere doch, also nehme ich mir die Zeit und unterhalte mich ein wenig mit meiner Figur.

Wenn ich euch die Fragen nochmal notieren soll, dann schreibt es mir doch bitte.
Nun wünsche ich euch einen angenehmen Freitag und wünsche euch viel Spaß beim näheren Auseinandersetzen mit eurer Figur.

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