PROJEKTION und BLAME SHIFTING

Eigenwerbung, Link*

Hallo an euch:-)
Heute geht es weiter mit meiner Antistigma Initiative Feel_me weiter und der Reihe:
Manipulationstechniken von toxischen Menschen

Mein heutiger Beitrag hat zwei Teile.
Diese gehören allerdings zusammen.
Ich werde nur ein wenig genauer auf eine spezielle Technik eingehen.

Heute geht es zunächst um Projektion und im weiteren Verlauf werde ich mich mit dem Blame Shifting etwas detaillierter auseinander setzen.

Was versteht man unter Projektion?
In erster Linie ist die Projektion eine Form von Übertragung.

In toxischen Beziehungen, nicht nur in „Liebesbeziehungen“, sondern in allen zwischenmenschlichen Beziehungen, finden wir zwei Formen von Übertragung.

Es gibt hierbei:
Projektive Identifizierung
Introjektion

Projektive Identifizierung:
Die Psychoanalyse bezeichnet als „projektive Identifizierung“ – manche sagen auch „projektive Identifikation“ die unbewusste Fähigkeit, innere Spannungen und Gefühlszustände, die sich (noch) nicht in Worte fassen lassen, in andere gleichsam hinein zu verlagern.

Introjektion:
Unter Introjektion versteht man in der Psychologie die Aufnahme und Verinnerlichung unverarbeiteter, meist aversiver äußerer Realitäten, fremder Anschauungen, Motive, Werte und Normen etc. in das eigene Ich.

In toxischen Beziehungen kommen diese zwei Dinge zusammen.

Der toxische Part kommt mit den eigenen Fehlern und Schwächen nicht zurecht. In seiner/ihrer Welt haben diese Menschen keine Fehler und auch keine Schwächen.
Nichtsdestotrotz haben sie Verhaltensweisen und Eigenarten an sich, die sie an sich selbst nicht ertragen und diesen negativen Ballast müssen sie loswerden, denn, in ihrer Welt, gehört dieser Ballast nicht zu ihnen. Sie wollen ihn nicht haben, denn es ist eine Art Fremdkörper für sie. Aus diesem Grund laden sie ihren Müll woanders ab.
Wer jetzt denkt, dass das nicht möglich ist, der täuscht sich.

Es ist eine Technik, die fruchtet.

Diese Technik kommt auch erst im Verlauf.
Die Techniken finden selten alleine statt. Oft sind Betroffene durch das Gaslighting schon sehr geschwächt in ihrem Selbstwert. Die Ausführenden haben dann leichtes Spiel.

Weiter zur Projektion in toxischen Beziehungen:
Plötzlich werden einem Dinge vorgeworfen, die man so nicht gesagt oder getan hat, aber im Verlauf einer Diskussion dreht die toxische Person alles so, dass man am Ende sich selbst hinterfragt und an einen Punkt kommt, an welchem man über diese Dinge nachdenkt und doch zurückrudert.

Es ist egal, ob Frau oder Mann.
Ich bin eine Frau und rede jetzt von einem Mann:-)
Alle Männer drehen es um und stellen sich eine Frau vor.

Beispiel 1:
Ich gehe mit meinem toxischen Partner spazieren. Auf dem Weg laufen uns zwei andere Männer entgegen und an uns vorbei. Es ist nichts geschehen, man ist einfach aneinander vorbei gelaufen. Eine alltägliche Situation.
Mein Partner wirft mir vor, dass ich mit einem der Männer Blickkontakt hatte und ihn flirtend angeschaut hätte.
Geht wirklich davon aus, dass das nicht passiert ist.

Mein Partner wird das aber meinen und mir vorwerfen. Wenn ich allerdings behaupte, dass es so nicht war, dann wird er gereizt, denn es ist eine Form von Eifersucht in ihm und dieses Gefühl darf es in seiner Welt nicht geben, also weg damit.
Im Laufe der Diskussion werden noch mehr Beispiele herangeführt, in denen es auch so war. Plötzlich gibt es ganz viele Beispiele, die vorher niemals thematisiert wurden, weil eben nichts war. In diesem Beispiel ist es ebenfalls so, aber die Situation war günstig um Ballast abzuwerfen.

Beispiel 2:
Ich bitte meinen Freund morgens eine Flasche Wein mitzubringen, denn er hatte mir versprochen, dass wir uns einen gemütlichen Abend machen, schön kochen, essen und entspannen.

Am Abend kommt mein Freund nach Hause und hat keinen Wein dabei.

Das ist erstmal gar nicht schlimm. Jeder vergisst mal was und man kann auch nochmal los.

Bei toxischen Menschen sieht das allerdings anders aus.
Die Tatsache sehen sie als Angriff auf ihre Person. Sie wissen, dass sie den Wein vergessen haben, aber dieses Gefühl muss weg.

Hier fängt dann der Angriff auf mich an:
-Was du immer für Erwartungen hast.
-Du vergisst doch ständig was.
-Du hast keine Vorstellung, was ich alles tun muss den Tag über.
-Du hättest mich ja auch erinnern können, dann wäre das nicht passiert.
-Du hast den Abend verdorben mit deiner ständigen Nörgelei.

In beiden Situationen geht es darum, dass wir in eine Ecke manövriert werden, in welcher wir nachdenken.
Habe ich das wirklich getan?
Bin ich vielleicht doch zu fordernd?
Sollte ich mehr Verständnis haben?

Es beginnt ein Kreislauf der Selbstzweifel.
Hier haben wir nur zwei Beispiele, die einen winzigen Einblick geben sollen, in das, was hier passiert.
Solche Szenen kommen immer wieder.
Das Selbstvertrauen der Betroffenen wird untergraben, gezielt und strategisch.

Hier setzt jetzt die Introjektion ein.
Nach einer gewissen Dauer ist unser Selbstvertrauen so zerstört, dass wir wirklich an diesen Schwachsinn glauben, der uns da eingeredet wird.
Diese Schikane passiert ja zunächst subtil und dann auch über einen längeren Zeitraum hinweg.

Tatsächlich nimmt man den ganzen Müll auf, der über einem ausgekippt wird.
Irgendwann traut man sich gar nicht mehr zu widersprechen, denn man ist so unsicher geworden, dass man nicht mehr klar denken und unterscheiden kann, was ist nun richtig und was ist falsch.
Dieser Rückzug, den wir dann antreten ist nur die stille Bestätigung der toxischen Person.

Wenn es um die narzisstische Persönlichkeitsstörung geht, findet man Belege dafür, dass wenn ein Narzisst einem etwas vorwirft, er/sie es sehr häufig selbst macht.

Beispiel:
Du gehst fremd!
Du bist verlogen und unreflektiert!

In toxischen Liebesbeziehungen ist diese Technik ein Kinderspiel. Sie setzt ein, wenn der Betroffene durch das Gaslighting schon voller Selbstzweifel ist und sein Selbstvertrauen schon lädiert ist. Hier ist die Projektion dann sehr leicht. Der Abwehrmechanismus ist hier schon am Ende seiner Kräfte.

Bei der Projektion ist eine Form besonders ausgeprägt und zwar:
Blame Shifting

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Blame Shifting bedeutet, dass jemand für Fehler nicht die Verantwortung übernimmt, sondern sie euch überträgt.
Es ist die Manipulation von Schuld.
Es ist eine perfide Form von Schuldabwälzung.

Toxische Menschen lügen, betrügen, werten ab und schaffen es trotzdem dir die Schuld zu geben.

Wer sich dagegen wehren möchte, der wird schlechte Karten haben.

Was passiert hier?

Wie oben erwähnt ist es eine Form von Projektion.

Nehmen wir meine Beispiele von oben!

Beispiel 1:
Ich bin Schuld, denn ich habe flirtend geschaut.
Ich bin schuld, dass mein Partner sich jetzt schlecht fühlt.
Ich bin schuld, weil ich nicht einsehe, dass ich ein böser und verletzender Mensch bin, der seinen Partner schlecht behandelt.

Beispiel 2:
Ich bin schuld, weil ich meinen schwer arbeitenden Partner nicht an den Wein erinnert habe.
Ich bin schuld, weil ich einen schwer arbeitenden Partner habe und kein Verständnis für ihn habe.
Ich bin schuld, weil ich den Abend mit meiner Nörgelei zerstört habe.
Beispiel Blame Shifting
Ein typisches Beispiel für Blame Shifting ist folgendes:
Mein Freund geht fremd. Ich komme irgendwie dahinter und möchte gerne mit ihm darüber sprechen.

Falls er es nicht leugnet, weil es klare Beweise gibt, dann wird folgendes passieren.

Es wird mir eingeredet, dass ich meinen Freund in die Hände der anderen Frau getrieben habe.
Für alle Männer:
Ihr habt sie in das Bett eines anderen Mannes gedrängt:-)

Wir sind schuld, weil wir uns nicht genug gekümmert haben, weil wir uns haben gehen lassen, weil wir nur nörgeln, weil wir ja auch fremdgehen….

Es ist lächerlich und es ist abwertend.
Toxische Menschen müssen einen klein machen, verletzen und sticheln. Es geht hier um Kontrolle und hier auch um Gefügigkeit. Jetzt müssen wir uns noch mehr Mühe geben, denn wir haben ja falsch gehandelt. Wir haben es verbockt.

Es ist ein grausames Theater.

Es sind nur drei Beispiele, aber ich hoffe, dass ihr nun eine Vorstellung habt, was hier passiert.

Es kann wirklich extreme Auswirkungen auf die Betroffenen haben und in der Psychotherapie brauchen die Betroffenen oft sehr lange, um das alles aufzuwickeln.

Was sind jetzt wirklich meine Empfindungen und was hat man mir injiziert?
Dies kann sehr lange dauern und viele Betroffene laufen eine halbe Ewigkeit mit diesem Selbsthass, der entstehen kann, durchs Leben.
Es kann einen Menschen wirklich zerstören, denn die Betroffenen bleiben manchmal auch ihr ganzes Leben in dieser Situation, dass sie verängstigt und eingeschüchtert sind und alles, wirklich alles auf sich beziehen.

Es gibt auch eine andere Form von Menschen, die alles auf sich beziehen, aber hierbei ist es wirklich klar ersichtlich, denn Opfer, jetzt passt das Wort, von jahrelanger Projektion und Blame Shifting, sind auch optisch zu erkennen. Sie schauen oft zu Boden, meiden Blickkontakt und zeigen keinerlei verbalen Abwehrmechanismus. Sie sind ganz klar von der anderen Form zu unterscheiden. Sie machen sich nicht selbst zum Opfer. Sie sind wirklich das Opfer eines toxischen Menschen geworden.

Solltet ihr Fragen haben, dann bitte gerne.
Entweder hier oder auch persönlich per Mail.

Ich habe es selbst erlebt und bin auch bereit mich mit anderen Betroffenen auszutauschen.
Ich grüße euch ganz lieb und wenn sich diese Info gelegt hat, dann geht es hier weiter.

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