Rezension: Koto Kodama: RUHIG BRAUNER!

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Hallo an euch:-)
Heute gibt es hier wieder eine Rezension.
Ich möchte mich heute mit dem neusten Werk von Koto Kodama beschäftigen und zwar geht es heute um das Buch RUHIG, BRAUNER!

Zum Autor:
In Salzburg, in Österreich geboren, kam er im Jahr 2004 nach München. Hier entschied er sich für ein Studium zum Mediengestalter Bild und Ton an der macromedia FH in München. Als Kameramann, Cutter und Drehbuchautor, hat Koto über zehn Jahre beim Fernsehen gearbeitet.

Erfahrung
Inzwischen hat sich Koto Kodama auch als Autor einen Namen gemacht. ›Doppelopfer‹ ist das erste gemeinsame Buch des AutorenDuos Valeska Réon und Koto Kodama und erschien zur Leipziger Buchmesse 2019.
Hierzu meine Rezension:
»DOPPELOPFER« Koto Kodama • Valeska Réon
Mit „Ruhig, Brauner!“ folgte eine Satire, basierend auf seinem Theaterstück „Dinner with Hitler“.

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Inhalt:
Klappentext
Die Vergangenheit soll man nie ändern – doch genau an dieses Gebot will Jesus Christus sich an jenem Tag im Jahr 1930, als er Adolf Hitler in dessen Stammlokal, dem Schelling-Salon in München aufsucht, nicht halten. Den Holocaust, arisches Gedankengut, ja mithin den gesamten 2. Weltkrieg schon im Vorfeld zu verhindern – eine wahrhaft göttliche Mission.
Folgen Sie dem Gottessohn und dem unheilvollsten Diktator aller Zeiten in eine amüsante Plauderei über ›Gott und alle Welt‹, zu der auch die Damen Maria Magdalena, Angelika Raubal und Eva Braun so einiges beizutragen haben.

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Fazit:
Koto Kodama bringt hier Protagonisten zusammen, die stark an die Frage erinnern:
Wenn du Persönlichkeiten der Geschichte treffen könntest, wer wäre das?
Bei Koto Kodama sind es Jesus und Hitler.
Kodama geht allerdings noch einen Schritt weiter und belässt es nicht nur bei der Vorstellung, sondern erwählt diese Figuren zu den Hauptcharakteren seines Buches.
Wer Hitler und Jesus zu den Protagonisten seines Buchs erklärt, der beweist Mut. Risikobereit ist Kodama ganz offensichtlich.
Durchaus kann man sich zwischendrurch die Fragen stellen:
Darf man so über Hitler reden?
Darf man sich so über Jesus und Gott äußern?

Koto Kodama tut es, aber er tut es mit Bedacht.
Man kann sein Schmunzeln beim Lesen nicht unterdrücken, auch die Lacher sind ehrlich. Es ist notwendig, dass wir hier allerdings darauf achten, dass es sich hierbei um eine Satire handelt. Das steht auch dick auf dem Cover, fast wie eine Warnung, denn manche Passagen laden einige Leser sicher dazu ein beschämt zur Seite zu schauen und die Frage aufzuwerfen:
Darf man das?

Kodama hat es einfach getan und ein durchaus witziges Buch erschaffen, aber der Witz kann einem hierbei auch im Halse stecken bleiben. Kodama spricht nicht in den Zeilen, aber kommuniziert und transportiert zwischen den Zeilen und was hier zu finden ist, erschreckt.
Das Werk behandelt aktuelle Themen und nur der Dümmste unter den Dummen würde den tieferen Sinn des Werks nicht verstehen.
Hier weht dem Leser harsche Kritik an der augenblicklichen gesellschaftlichen und auch politischen Situation entgegen. Alles verpackt in eine Satire und durchaus witzig gestaltet, aber es ist bitterernst. Der Witz kommt schwarzgekleidet daher und warnt. Zwischen den Zeilen finden wir wahre Abgründe und diese laden nicht nur zum Nachdenken ein, sie zwingen regelrecht dazu.
Die amüsante Darstellung macht ein ernstes Thema verdaulich, nimmt ihm die Schärfe, aber die bittere Wahrheit und die Kritik an dieser schmecken wir auf der Zunge.
Kodama beweist, dass Kritik und Warnung nicht zwangsläufig mit Angriff verbunden sein müssen.
Durch die Blume wird hier allerdings auch nicht gesprochen. Es ist schon offensichtlich, worum es hier geht.
Koto Kodama überlässt dem Leser sehr viel Raum zum eigenständigen Denken und Nachdenken und wir kommen einfach nicht drumherum dies zu tun.
Ein eindrucksvoller Satz auf Seite 257:
Es gibt falsch, sehr falsch und das hier.

Genau das hat sich der eine oder andere bezüglich verschiedener, politischer Gegenbenheiten sicher auch schon gedacht.

Ein sehr interessanter Aspekt im Buch, ist Kodamas Auseinandersetzung mit dem Glauben und der ständigen Frage:
Warum tut Gott dem Menschen solche Gräueltaten an?

Auf Seite 250 liefert Kodama eine sehr plausible Antwort:
Langsam ließ der Herr von seinem Sohn ab und deutete mit seinem Finger auf ihn: “ Du weißt ganz genau, dass ich mich nicht mehr in das Leben der Menschheit einmischen will. Mir bleibt nichts anderes übrig, als es zuzulassen, dass einige Menschen den anderen Schaden zufügen oder ihnen wehtun könnten. Prüfen- mein Sohn- prüfen bedeutet nämlich: sich heraushalten-und den prüfenden Menschen machen lassen. Jeder soll die Gelegenheit haben, zu mir umzukehren. Ich finde keinen Gefallen daran, dass jemand umkommt…..

Damit hätten wir das also auch geklärt.
Für jedermann ist das Buch allerdings nicht geschrieben.
Trotz der Warnung Satire, kann es Unfrieden stiften.
Sich mit Hitler und Jesus anzulegen, kann auch dafür sorgen, dass man sich Feinde macht.
Hat es sich gelohnt?
Aber sicher hat es dass, denn was Kodama hier als Message transportiert geht unter die Haut.

Hier und da finden sich auch ein paar Szenen, die einfach mal die Seite füllen, aber letztlich besteht ein Buch nun mal aus Seiten, die eben gefüllt werden müssen.

Diese Momente kann man sogar sehr gut dazu nutzen, um das zu verarbeiten und zu ordnen, was da eben an Gedanken auf einen herabgeregnet ist.

Koto Kodama beweist mit diesem Werk, dass es manchmal nicht zwangsläufig entscheidend ist, was schwarz auf weiß auf Papier gedruckt wurde, sondern was zwischen den Zeilen zu finden und transportiert wird.

In einer Zeit des Scheins macht Kodama alles richtig, wenn er hinter vorgehaltener Hand sagt:
Das habe ich so aber nicht gesagt und nicht geschrieben!

Das ist richtig, aber gemeint und was ich damit meine, dass wird spätestens beim Lesen klar.
In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen!
Koto Kodama: Ruhig Brauner

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Koto Kodama Instagram

4 Gedanken zu „Rezension: Koto Kodama: RUHIG BRAUNER!

  1. Danke für die Rezension! Sorry, bin bei Insta immer noch „ausgesperrt“, werde wohl einen neuen Account anlegen, um besser an die Antistigma-Postings zu kommen. Da werde ich jetzt einige Dinge nacharbeiten müssen. LG Michael

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