Schreibatelier Mia: Lesson 44-DIE KURZGESCHICHTE 4 (Theorie&Praxis)

Ich begrüße euch ganz herzlich in meinem Schreibatelier Mia:-)
Heute geht es weiter mit der Kurzgeschichte;-)

Letzte Woche haben wir die Heldenreise besprochen und heute möchte ich mich gerne der Zeit und den Erzählperspektiven widmen.
Die Erzählperspektiven hatte ich bereits ausgiebig besprochen. Aus diesem Grund werde ich es hier nur kurz umreißen und verlinke dann die detaillierten Beiträge:-)

DIE ZEIT:

Eine Kurzgeschichte könnt ihr entweder in der Gegenwart oder in der Vergangenheit verfassen. Hierbei habt ihr also die Wahl zwischen Präsens und Imperfekt.
Die Gegenwart ist allerdings nicht besonders geeignet, da Kurzgeschichten und deren Inhalte sich im Normalfall auf Dinge beziehen, die in der Vergangenheit passiert sind.
Es gibt hierbei auch Ausnahmen, aber in der Regel beschäftigt sich eine Kurzgeschichte mit dem Vergangenen.
Eine Ausnahme stellt die Dialoggeschichte dar, die sich mit dem Augenblick beschäftigt.
Die Vergangenheit ins Präsens umzuwandeln ist eine Herausforderung, die nur wenigen Schreibern wirklich gelingt. Und schnell wirkt eine solche Transformation gekünstelt und unglaubwürdig.
Wie ich es bereits erwähnt habe, ist eine Kurzgeschichte nach den Regeln der Heldenreise aufgebaut. Diese kann auch nur aus der vergangenen Perspektive erzählt werden, denn sonst würden wir nicht wissen, dass der Held ein Held ist:-)
Ich lege jedem Schreiber von Kurzgeschichten das Imperfekt ans Herz, aber letztlich entscheidet ihr das selbst.

DIE ERZÄHLPERSPEKTIVEN:

Die Wahl der Erzählperspektive ist auch jedem Schreiber selbst überlassen.
Hierbei kann man ebenfalls nicht wirklich sagen, was die beste Wahl ist.
Wichtig ist jedoch, dass die anfangs gewählte Erzählperspektive unbedingt bis zum Ende beibehalten wird. Der grundlose Wechsel während der Geschichte ist ein Fehler, den Anfänger gerne machen und dies sollte unterlassen werden.

1. Der auktoriale Erzähler
Bei dieser Perspektive steht der Erzähler über allem. Er weiß alles und behandelt jede Figur wie einen Dritten. Er rückt einer Figur auch mal näher, wenn es die Geschichte erfordert, aber letztlich berichtet er, was gerade aktuell ist. Er kann allerdings auch zwischen den Zeiten, wie Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft springen. Er kennt die Figuren und ihre Gedanken und Gefühle.

Auktorialer Erzähler

2. Der personale Erzähler
Hierbei berichtet der Erzähler aus der Sicht einer Person. Hierbei entscheiden wir uns für eine Figur, welche allerdings nicht zwangsläufig der Hauptcharakter sein muss. Dieser Erzähler kennt nur die Gedanken und Gefühle einer Person.
In einem Roman besteht die Möglichkeit diese Perspektive auch zu wechseln, da hier auch die Handlung breiter gestreut ist und wir hier auch ein Ereignis über Seiten hinweg ausdehnen können, aber in der Kurzgeschichte sollte das unterlassen werden.
Bei dieser Perspektive geht es also um eine Sicht der Dinge und auf die Dinge.

Personaler Erzähler

3. Die Ich-Form
Wie bereits in vorherigen Beiträgen erwähnt ist die Ich-Form keine direkte Erzählperspektive, sondern eine Sonderform.

Hierbei schlüpft eine Figur in die Rolle des Erzählers und beschreibt aus dem Inneren dieser Figur heraus. Hier geht es um ein ICH, welches die Geschichte erzählt. Der Leser fühlt mit dieser Form des Erzählens mit. Diese Form ist die, die dem Leser am nähsten steht.

ICH-Form

Jetzt gönnen wir uns etwas Zeit, damit wir das alles nochmal durchgehen und ordnen können und nächste Woche beschäftigen wir uns dann etwas genauer mit den Figuren und deren Geburt:-)

Habt einen schönen Freitag und ein entspanntes Wochenende:-)

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