Montagslyriker 8: Joe_von dunklen Tönen zu hellen Farben

Dieser Beitrag enthält Werbun, unbezahlt*
Hallo an euch:-)


Die 8. Runde der Montagslyriker ist im vollen Gange und auch stellen mein werter Kollege Matthias Breimann und ich bereit, um euch den nächsten Teilnehmer der Runde vorzustellen:-)
Unser heutiger Autor hat sich durch eine dunkle Phase seines Lebens wieder zurück an die Oberfläche gekämpft. Eine Zeit lang hat ihn die Depression umhüllt und das Schreiben und beschreiben, half ihm seine Gedankenwelt zu ordnen und zu bewältigen. Aus persönlichen Gedanken wurden Gedichte, kurze lyrische Texte und Kurzgeschichten. Das Leben selbst ist seine Muse, welche die dunklen Töne und die hellen Farben in sein Leben brachte und bringt.
Er ist ein reflektierter Kopf, der auch offen für Neues und neue Erfahrungen ist, aber sich selbst immer treu bleibt.
Gerne lässt er sich auch von der Musik mitreißen und zu Ideen verleiten, die er dann zu Papier bringt. Seine Lyrik wird aber von seiner eigenen Herz- und Kopfwelt inspiriert, in welche wir heute einen Einblick bekommen werden.
Herzlichen Dank für die Teilnahme bei den Montagslyrikern und nun darf er hier die Bühne rocken.
Willkommen Joe:-)

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1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
Im Endeffekt sind es mehrere Dämonen und Inspirationen, die mich anfangen lassen haben, meine Gefühlswelt und darüber hinaus aufzuschreiben. Ich hatte vor gut fünf Jahren ein sehr sehr tiefes und dunkles Loch, in das ich gefallen bin. Der Boden war weg, die Perspektiven waren weg, alles war schwarz. Nach gut zwei Jahren in der Depression hat es glücklicherweise irgendwann wieder Klick gemacht und ich habe wieder am Leben teilgenommen…langsam und step by step aber stetig. So kam dann auch eine ganz neue Wahrnehmung auf mich zu, die mein Wesen und meinen Geist ein gutes Stücl weit geöffnet haben. Einen gewissen kreativen Output hatte ich in meinem Leben durch das Musizieren schon immer, aber durch das Schreiben und Beschreiben meiner Gedanken, habe ich irgendwann angefangen, meine Gedankenwelt zu ordnen und zu „bewältigen“. Anfänglich war es eher persönliches Mitteilen, viel Gesellschaftskritik und Metaphorisieren von Situtation. Mittlerweile schreibe ich Gedichte, Kurzlyrik, kleine Geschichten, Erfahrungsberichte und und und. Es traten schon so einige Musen in mein Leben, die mich immer wieder inspiriert haben. Obwohl das Leben an sich Muse genug ist, bin ich immer wieder begeistert, wenn tatsächlich so wertvolle und inspirierende Menschen in mein Leben treten und meine Gedanken befeuern. Ich lasse mich echt gerne von der Muse küssen und bin sehr froh darum, dass es sie gibt und sie sich auf mich einlasse, um meinen Geist und die Kreativität noch mehr zu fördern.

2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass ich…
…ein Mensch bin, der unglaublich viel denkt, analysiert, kompliziert und nicht einfach ist, pedantisch, kleinkariert, wissbegierig, harmonisch und sehr subtil. Das unnötge, krasse Kopfzerbrechen hat allerdings mittlerweile eine angenehme Mischung gefunden, die mich immer freier werden lässt. Ich habe mich in den letzten drei Jahren sehr viel mit den Möglichkeiten des Verstandes auseinandergesetzt, habe neue Spiritualität in mein Leben gelassen und bin grundsätzlich ein Mensch, der es schätzt, dass man nett, freundlich und fair miteinander umgeht. Ganz im Zeichen meines Sternes, dem Skorpion, kann ich aber auch stur, eigensinnig, festgefahren sein. Das sehr direkte vermitteln meiner Gedanken ist nicht immer förderlich…Menschen persönlich vor den Kopf zu stoßen liegt mir aber fern. Dennoch sage ich, was ich denke und denke, was ich sage. 

3. Welche Götter verehrst du?
Meine Götter liegen in der Musik. Die Prägung durch den Grunge, sprich Bands wie: Alice in Chains, Soundgarden und Pearl Jam, ist bei mir ganz extrem vorhanden und wird sich wohl für immer halten. Lyrisch orientiere ich mich tatsächlich an mir selbst und schreibe einfach, wie ich gerade denke. Früher habe ich eindeutig mehr gelesen und so gut, wie alle Werke von Terry Pratchett verschlungen und würde es immer wieder tun. Im Rahmen der fantastischen Erzählung ist der gute Terry, möge er weiterhin in Frieden ruhen, bei mir ganz weit vorne!

4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
Ich schreibe jetzt seit gut zweieinhalb Jahren und publiziere meine Schriftstücke bislang nur online. Meine Blogseite ist seit je her die Grundlage und Plattform. Darüber hinaus gibts eine Facebook- und Instagram-Seite, die ich regelmäßig füttere. Ein bisschen Mundpropaganda ist natürlich auch dabei. „Kennst du meinen Blog? Nein?! Dann lies dich mal ein, wenn du Muße hast…es ist von allem etwas dabei!“ Getreu dem Motto „Alles und ein bisschen weniger“ gehen meine Werke so in die Welt hinaus.

5. Und nun, zeige dich!

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Gegenseitigkeit erleben
Gegenseitigkeit erleben

Dein Leben ist Veränderung,
Meines besteht aus Absicherung.
Bei dir herrscht Tohowabohu,
bei mir ist’s eher andersrum.
Ständiges Funktionieren-Müssen
gegen zu viel Zeit unter meinen Füßen.
Bei dir ist alles durchgeplant,
ich lebe eher in den Tag.
Du bist immer im Alltag angekommen,
ich hänge noch ein bisschen in Erinnerungen.
Du musst stark und pragmatisch sein,
ich mache mich manchmal zu klein.
Du stehst um sieben Uhr auf,
ich schlafe meistens aus.
Dein Leben ist der Wahnsinn,
Meines läuft überschaubar vor sich hin.

Trotz unserer beider, immer noch, verschiedener Leben,
kann es einfach nichts Schöneres geben,
als die Zeit mit dir zu teilen,
ohne uns dabei zu enteilen.
Jeden Tag auf’s Neue
herrscht Dankbarkeit und immense Freude.

So Vieles, was wir nun schon zusammen erlebt haben.
So viele Monate wunderbarer Verbundenheit.
So viele Tage voller Lebendigkeit.
So viele Momente voller Zusammenhalt.
So viel unbeschreibliche Zweisamkeit.

So viel Zeit, die du weiterhin erübrigst
und uns über die Distanz das ermöglichst,
was wir beide schätzen, wollen und erstreben:
ein verbundenes und gückliches Leben.

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Dichterdienstag 19KW21 – Gefängnisse aus Sand
Die Gefangenen der Zeit winden sich,
um sich herum, in sich einher, stetiglich.
Gefängnisse aus Sand zwar, mögen verrinnen,
doch werden sie nunmehr auf ewig erklingen.

Dem eingeteilten Plan gilt es zu entsprechen.
Man muss nun drauf achten, nicht zu brechen,
was der Rahmen so von einem abverlangt.
Gilt es doch: wenig Zeit, trotzdem aller Hand.

Von früh bis spät im Takt zu bleiben,
ohne dabei aus der Reihe zu tanzen,
darüber könnte man ganze Bücher schreiben,
oder nen neuen Rhythmus anpflanzen.

Doch der Sand hat seinen eigenen Takt.
Er gibt stringent vor und lässt nicht ab.
Oben geht er los, läuft dann hinunter,
und erneut im Kreis der Zeit, oh Wunder.

Wie soll man bei dem ganzen Müssen
dann Luft und Platz und Raum erschließen?
Sucht man im Inneren doch vergebens
nach der Stopptaste der Zeit des Lebens.

Manchmal passiert es dann aber doch,
dass man denkt, man kann die Zeit anhalten,
fern ab vom Rhythmus das Selbst erhalten
und niemals vergessen, wie die Freiheit roch.

Nicht gefangen und völlig losgelöst.
In anderen Epochen bleiben ohne zu eilen.
Alles wahrnehmen, was so lang gedöst,
voller Euphorie im zeitlosen Raum verweilen.

Getragen von fremden Strömungen, hinauf
zum Gipfel der Endorphine und des Ganzen.
Hochgefühle, Freiheit und die Lust, zu tanzen.
Einfach nicht bereuen, es nimmt seinen Lauf.

Wie schön es doch wäre, könnte jeder dieses
Ausbrechen viel öfter wagen, ohne mieses
Gefühl oder Begleitgedanken zu haben.
Zeit steht eh nicht still, warum nicht warten?!

Schnell kehrt dann oft der Sog zurück,
zieht und zerrt enorm an einem Glück.
Lässt vergessen, was gewesen sein würde.
Und stellt in Reih und Glied erneut die Hürde.

Aber der Sand hat seinen eigenen Takt.
Er gibt stringent vor und lässt nicht ab.
Oben geht er los, läuft dann hinunter,
und erneut im Kreis der Zeit, oh Wunder.

MEHR BEI:Dem Joe sein Blog bei blogspot

Ein Gedanke zu „Montagslyriker 8: Joe_von dunklen Tönen zu hellen Farben

  1. Der – Joe – scheint nicht der erste Montagslyriker zu sein, der sich mit lyrischen /künstlerischen Mitteln hat versucht, sich aus einer Lebenskrise und Depressionen herauszuschreiben. Gut so! Die hier zu lesenden Arbeiten von Joe zeigen, das es es nicht vergeblich war, – sich hier der Kunst zu bedienen. Weiter so. Nachdenklich und vergrübelt bin ich gleichfalls oft, was man an meinen eigenen Texten vielfach merkt, aber solche Gedanken brauchen auch ein Ventil, drehen wir es auf und mobilisieren so Menschen zum Nachdenken und Handeln. Wäre doch schön. Aber lesen sollte „unser Joe“ möglicherweise doch wieder mehr. Ich kann zwar nur von mir sprechen, aber mir kommen da mitunter neue Idee für Themen oder wenn ein Wort mich nicht mehr loslässt… Dann geht das Grübeln wieder los. Viel Erfolg im privaten Leben und beim Schreiben.

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