Montagslyriker 8: Black Rainbow Trash (Kunstprojekt) SPECIAL

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Hallo an euch:-)


Die achte Runde der Montagslyriker ist nun vorbei, aber wie immer haben, mein werter Kollege Matthias Breimann und ich, zum Abschluss noch unser Special und bei diesem geht es bekanntlich immer um Kunst!
Heute stellen wir euch eine Künstlerin vor, die bereits als Lyrikerin Teil der fünften Runde der Montagslyriker war:
Montagslyriker Runde 5- die extrovertierte Introvertierte

Anna ist jedoch nicht nur eine wahre Heldin der Lyrik, sie ist auch künstlerisch tätig und sehr gut darin! Ich habe mich sehr auf diese Vorstellung gefreut, denn ich finde sie einfach nur großartig:-)
Von ihrem Ehemann inspiriert, begann sie, während des letzten Lockdowns, Collagen zu erstellen. Alle werden von ihr per Hand angefertigt. Ihre Werke hatten anfänglich das Konzept, dass sie sich mit den 22 Karten des großen Arkanas aus dem Tarot beschäftigte. So entstand ihre Collagen-Reihe „The Major Arcana“. Hierbei allerdings mit eigenen Interpretationen aller 22 Karten.
Sie beginnt mit Fotos, die sie selbst schießt, skaliert diese dann, druckt sie aus, und schneidet und reißt dann alles selbst, solange, bis es passt und geklebt werden kann.
Es ist ein zeitlicher Aufwand, bis das Ergebnis steht!
Bei jedem Special gibt es ein individuelles Interview mit den Künstlern und das könnte ihr nun gleich nachlesen:-)
Und nun dürfen wir euch ganz herzlich das Projekt Black Rainbow Trash vorstellen und die Künstlerin 𝐀𝐧𝐧𝐚 𝐌𝐚𝐫𝐢𝐚 𝐋𝐢𝐩𝐢𝐧𝐬𝐤𝐢

1. Wie kamst du zu deiner Kunst? Was waren die ersten und entscheidenden Impulse für dich, um dich in Form von Bildern auszudrücken?

Der Wunsch war wahrscheinlich schon lange da, aber mir liegen Worte besser als der Umgang mit dem Pinsel, sodass es bei ein paar wenigen Bildern blieb, in denen ich nicht die Basis einer Ausdrucksform für mich fand. Collagen wurden ein großes Thema, als ich meinen Mann kennenlernte. Er ist Noise-Musiker und in seiner Szene sind Collagen beliebtes Cover Artwork. Es war wohl eine Art Hommage an ihn, als ich unsere Hochzeitseinladung als Collage gestaltete. Als das auf Lob und Anerkennung stieß, habe ich wohl Blut geleckt, denn plötzlich war mein Kopf voll von Ideen, wie ich es sonst nur aus dem Lyrikbereich kannte, und so mussten die Worte erst einmal eine Pause einlegen, weil diese neue Form der Kreativität in mir dringend gelebt werden wollte.

2.Gab es Lehrer, Quellen, Menschen, die dich auf deinem künstlerischen Weg begleitet haben oder beruht alles, was du kreierst auf einer intensiven und individuellen Auseinandersetzung mit dir und dem Thema Kunst?

Ich denke, Letzteres trifft eher zu. Ich habe mittlerweile zwar garantiert hunderte von Collagen gesehen und bewundere vor allem Künstler, die Farbcollagen erstellen, diese sind allerdings in den allermeisten Fällen digital entstanden und daran hätte ich keine Freude. Ich kann auch nicht unterschreiben, dass ich mich besonders intensiv mit dieser Kunstform auseinandersetze, aber sicherlich auf eine sehr individuelle Art und Weise. Ich möchte lieber mein eigener Lehrer sein. Collagen gibt es wie Sand am Meer, sodass es ohnehin um einen ganz eigenen Stil gehen muss, wenn man in dieser Übersättigung an Darstellungen überhaupt von einem Wiedererkennungswert sprechen möchte. Eine Umsetzung von Einflüssen findet aber sicherlich unterbewusst statt.

3.Wie ist dein künstlerischer Prozess? Hast du eine Vorstellung vom Endprodukt oder ergibt es sich bei der Gestaltungsarbeit? Wie sieht es hierbei mit einer Message aus? Welche Message soll deine Kunst transportieren?

Witzigerweise hatte ich mir von der ersten Collage an einen Rahmen gesetzt, um nicht ins Blaue zu kleben und das ist „The Major Arcana“ – also die große Arkana, die 22 Karten des Tarots. Ich kann nicht mehr hundertprozentig sagen, warum ich mich für Tarotkarten entschieden habe, aber ich erinnerte mich in jedem Fall daran, dass es viele unterschiedliche und sehr spannende Kartennamen mit einem breiten Spektrum an Bedeutungen gab und es reizte mich, meine Interpretation der Karten darzustellen.

Zu Beginn wähle ich eine Karte und überlege zuerst, was der Name in mir auslöst und welche Bilder er im Kopf kreiert. Dann lese ich die ursprüngliche Bedeutung nach und entscheide, inwieweit ich diese verzerre, umkehre oder was die Quintessenz der Karte eigentlich in meinen Augen ist. Dann fotografiere ich entweder gezielt Orte, Dinge, Personen, die ich für die Umsetzung brauche oder ich greife auf bestehende Bilder zurück. Ich skaliere sie am Rechner, drucke alles aus und dann beginnt eine sehr lange Phase des Schneidens, Reißens, Ausprobierens, Verwerfens, bis ich letztendlich alles klebe. Das ganze Prozedere – das Fotografieren ist da ausgenommen – dauert im Schnitt 6-8 Stunden, eher länger.

Ich weiß nicht, ob es DIE Message gibt, aber ich habe auf jeden Fall großen Spaß daran, zu beobachten, wie Menschen versuchen, die Symbolik der Collagen zu entschlüsseln. Denn jede Collage für sich hat schon eine Message, aber wie auch in der Lyrik ist der Interpretationsspielraum sehr groß und individuell unterschiedlich.

Zwischendurch habe ich ein Magazincover sowie mehrere Albumcover gestaltet. Da war die Herangehensweise eine gänzlich andere, da es mehr darum ging, sich in die Köpfe der Auftraggeber hineinzudenken. Das war fast noch besser, weil die eigene Zufriedenheit kein Maßstab war.

4.Die Arbeit mit Kunst und an Kunst ist auch immer ein Entwicklungsprozess! Wie sehr beeinflusst dein eigenes Leben deine Kunst und wie sehr beeinflusst deine künstlerische Arbeit dein Leben?

Meine eigene Weltsicht ist absolut maßgebend in meinem Gestaltungsprozess! Meine Wertesystem, sämtliche Dinge, die mich glücklich stimmen, die ich verachtenswert finde, die ich nach meinen persönlichen Maßstäben in was für einer Form auch immer beurteile, fließen in die Darstellung mit ein.

Die künstlerische Arbeit wiederum beeinflusst mein Leben insofern, als dass ich viel mehr fotografiere und durch die ständige Suche nach bestimmten Motiven und Strukturen mit einem völlig anderen Blick durch den Alltag laufe. Außerdem verschlingt Collage Art sehr viel Zeit, vor allem deshalb, weil jede Collage handgemacht ist. Dadurch bleibt weniger Zeit zum Schreiben, was meinerseits momentan definitiv stiefmütterlich behandelt wird, sodass ich zuletzt für mich den Begriff der „organisierten Kreativität“ entdeckt habe. 😀 Aber das muss gerade so. Das hat sich in sehr vielen Momenten gezeigt.

5.Gibt es deine individuelle Definition von Kunst?

Kunst ist die wahrscheinlich vielfältigste und individuellste Möglichkeit der Auseinandersetzung mit allem, das im weitesten Sinne unter dem Begriff ‚Universum‘ zusammengefasst werden kann. Was Kunst für mich außerdem so besonders macht, ist die Tatsache, dass sie sogar explizit verletzen darf, wenn es dem Zweck dient, ihre Botschaft zu transportieren.

WERKE:

The Magician

Temperance Silver

The World

The High Priestess

 

 

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