Montagslyriker 9: pos_poetry – Die Matadorin der Lyrikkunst

Liebste Abendgrüße an euch:-)


Die Montagslyriker gehen weiter und mein werter Kollege Matthias Breimann und ich stehen schon bereit, um euch durch den Abend zu moderieren.
Als ihr ganz persönliches Fangirl ist es eine große Freude für mich, sie heute Abend bei den Montagslyrikern begrüßen zu dürfen.
Sie ist schon früh ihrer Kindheit entwachsen, zwischen zwei Kulturen groß geworden und Stift und Papier zählen heute zu ihren besten Freunden.
Sie ist Mutter, Powerfrau und der herzlichste Mensch, den ich bisher kennenlernen durfte. Ihre wunderschöne Lyrik ist nur der Spiegel ihrer Innenwelt, die voller Schönheit, Liebe und kreativen Ideen strotzt.
Diese Frau hat immer ein offenes Ohr und selbst nachts nimmt sie sich Zeit für Menschen, die ihr wichtig sind. Neben emotionalen und lyrischen Gesprächen kann man mit ihr auch über Kühlschränke und Staubsauger debattieren. Langweilig ist an ihr nichts. Sie ist als Lyrikerin eine wahre Meisterin und als Mensch wirklich engelsgleich.
Sie zog mich zunächst mit ihrer Poesie in den Bann, die voller Liebe, voller Gefühl und voller Sprachgewalt ist, aber sie ist als Mensch einfach nur besonders und meine absolute Heldin. Und diese Worte wollte ich schon immer mal auffangen und festhalten und der heutige Abend ist dafür bestens geeignet.
Danke, dass es dich gibt und dass du heute unsere Bühne rockst!
Und bevor ich hier noch weiter zum hysterischen Groupie mutiere, überlassen wir ihr das Wort:-)
Herzlich Willkommen und ein großes Dankeschön an
@pos_poetry

1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zur Kunst verführte?

Meine Kindheit war schon sehr früh vorbei und so suchte ich anscheinend ein Ventil, meine Erfahrungen zu verarbeiten. Erfahrungen und Erlebnisse, die mich nachhaltig geprägt haben, führten dazu, dass das Papier und der Stift zu meinem besten Freund wurden. Zwischen zwei Kulturen aufzuwachsen, war nicht immer ein Kinderspiel. Mit zarten 12 Jahren schrieb ich meine ersten Kurzgeschichten und mit 13 Jahren meine ersten Gedichte. Zwischendurch arbeitete ich an Romanen. In dem Alter war an dieser Stelle an ein organisiertes Arbeiten natürlich nicht zu denken. Niemand wusste, dass ich Gedichte schreibe und ich wäre auch nie auf den Gedanken gekommen, dies jemandem anzuvertrauen. Mathematik war schon immer meine Schwäche. Und so füllte ich eine Klausur mit Gedichten, die in die Hände meiner Deutschlehrerin gerieten. Sie veröffentlichte diese dann in der Schülerzeitung. Über ein Jahrzehnt habe ich dann nicht mehr geschrieben, bis ich vor knapp zwei Jahren wieder anfing, den Stift durch meine Gedanken fahren zu lassen. Und damit begann die Geburtsstunde von pos_poetry. Dies ist meine Hauptseite, auf der ich Gedichte auf Englisch poste und ich nie damit gerechnet hätte, dass so viele Menschen sich mit meinen Gedichten identifizieren können.

2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du…

… auf Instagram Po genannt werde und dieser Name nichts mit einem Hinterteil zu tun hat, sondern mit meinem ersten Instanamen Poetrylov1.

Ich lasse mich ungern in Schubladen stecken. Diese waren für mich schon immer zu klein und zu eng. So verhält es sich auch mit meinen Gedichten. Eine Thematik abzudecken, reicht mir nicht. Ich schreibe über die Liebe, den Herzschmerz, über die Gesellschaft und scheue mich auch nicht davor, erotische Gedichte zu schreiben. Diese veröffentliche ich teilweise unter einem Pseudonym. Meinen Musikgeschmack kann man auch nicht in Schubladen einordnen. Ich behaupte immer, dass ich keinen Musikgeschmack habe, da ich alle Stilrichtungen liebe. Musik ist ein großer Teil meines Lebens und war schon immer mein ständiger Wegbegleiter. Aufgrund meines Migrationshintergrundes (der Stempel sitzt), bin ich zweisprachig aufgewachsen, mein Wunsch war es eigentlich, Englisch zu studieren, habe mich nur nicht in die Zulassungsprüfung getraut. Dies werde ich nachholen. Der Plan steht! Ich spreche, im Schnitt 3,5 Sprachen. Da ich schon immer wissen wollte, wie diese Welt funktioniert, habe ich neben Deutsch auch Politik studiert und bin leidenschaftlich dabei, wenn Hirnforschung auf Philosophie trifft. Um dem Ganzen seinen Glanz zu nehmen: Ich bin ein Fastfood-Junkie und könnte für ein gutes Stück Schokolade einen Mord begehen und kann mir nur schwer Namen merken:O) Ich liebe Actionfilme, sie müssen blutig sein und schaue mir Romanzen nur ungern alleine an.

3. Welche Götter verehrst du?

„Die gesammelten Werke von J.W.v.Goethe“ war mein erster Gedichtband, den ich mir aus der Stadtbibliothek auslieh. Ich war 11 Jahre alt und seine Gedichte verzauberten mich. Ich wollte schon immer wissen, wer die Autoren hinter den Werken sind. Als ich erfuhr, dass Goethe einen riesengroßen Frauenverschleiß hatte und sein Ego ein ganzes Königreich hätte füllen können, fand ich seine Werke noch interessanter, obwohl er rein menschlich, für mich gestorben war. Bukowski und Oscar Wilde kommen direkt danach. Oscar Wilde bewundere ich für seinen Mut, in einer Zeit Texte zu schreiben, in der er seine Homosexualität verarbeitete und dafür hart bestraft wurde. Auch er war facettenreich und beschreibt in wundervoller Art und Weise die Verantwortung des Künstlers, sobald man seine Werke öffentlich ausstellt. Bukowski ist unvergleichlich. Es regt mich manchmal nur auf, dass er auf wenige Zitate reduziert wird, dabei sind seine Werke viel umfangreicher.

4.Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?

Ich habe meinen englischen Gedichtband im September 2019 als Selfpublisherin veröffentlicht. Für diesen mache ich Werbung auf Instagram (englische Seite) und auf Twitter, mit knapp 2000 Followern. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht genug für das Buch werbe, aber zu aggressiv zu werben, dass ist irgendwie nicht mein Stil. Trotzdem habe ich anscheinend eine breite Öffentlichkeit erreicht und das Buch steht in den Bücherregalen der Leser in fünf verschiedenen Ländern. Bald erscheint meine deutsche Ausgabe, für diese habe ich andere Pläne. Der Schritt in die Bücherläden ist geplant, daher lasse ich mir gerade sehr viel Zeit mit dem Layout.

5. Und nun, zeige dich!

Schwerelos

Schwerelos schwebend
in Raum und Zeit des
unbeschwerten Daseins
zu verbleiben,
gelingt nur denjenigen,
die den Glauben
an die Kunst sehen.

Die Feder des Künslters transzendental,
manifestiert das Schöne ins Unendliche,
hinterlässt ein Meisterwerk
der sichtbaren Eloquenz
mit ihrer inhaltlichen Schwere.

Eingebettet in Farben der Verführung,
verschriftlicht im philosophischen Diskurs,
hinterlässt der Künstler
sein Herz der Nachwelt,
wenn der Himmel und
seine Muse
ihn rufen.

Herzschmerz

Ich brauche für das Gefühl,
das Liebe in mir erweckt,
keine Definition.
Es ist die Intuition,
die mich leitet und mein Bauchgefühl,
das mich oft an einem
gebrochenen Herzen
sterben lässt.

Wenn mein Herz jetzt sprechen könnte,
es würde schweigen.

Vollständig

Ich bin das Glas,
das du zerbrochen hast.
Als amorphe Substanz
liege ich zerstückelt
in Einzelteilen auf dem Boden.
Ich werde immer noch schimmern,
auch wenn ich nicht mehr
vollständig bin.

Zweisamkeit

Gefangen in der sterblichen Hülle der Einsamkeit,
sehnen sich meine Augen nach der unsterblichen Seele,
der nie endenden Zweisamkeit.

Zweisamkeit zweier
unterschiedlicher Seelen,
verbunden mit unterschiedlichen
Biografien,
getrennt durch die Nabelschnur,
namens Leben,
vereint durch das Blut,
das in jedem Körper anders strömt.

Gefunden in der Anonymität
der Massen,
verloren in Augen aus
pupugoldenen Diamanten,
oberflächlich einander nur verstanden,
der Mond als Organ,
der leuchtenden Tiefe
in der schwarzen Nacht,
als Wegweiser durch deine
sich erneuernden Neuronen.

Zweisamkeit
zweier unterschiedlicher Seelen,
die sich durch Gemeinsamkeiten
nie werden finden,
Unterschiede nicht begreifend,
Komplexität verneinend,
gefangen
in der sterblichen Hülle
der Einsamkeit,
sehnen sich meine Augen
nach der sterblichen
Seele der nie endenden
Zweisamkeit.

3 Gedanken zu „Montagslyriker 9: pos_poetry – Die Matadorin der Lyrikkunst

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