Montagslyriker 9: Lisa_seelenpflasternde Rauschpoetin

Liebste Grüße am Abend:-)


Mein werter Kollege Matthias Breimann und ich stehen wieder bereit, denn es ist Montag und die ein neuer Montagsheld rockt heute wieder unsere Bühne;-)
Und sie ist eine wahre Heldin, mein Herzmensch, mein Augenstern und an Coolness einfach nicht zu übertreffen.
In ihren Worten findet man nicht nur sie, sondern auch sich selbst. Sie inspiriert, entführt in Gedankenwelten, die fesseln, einen einfangen und einfach nicht mehr loslassen.
In ihren Texten legt sie ihre Seele frei und öffnet ihr Herz, aber sie ist nicht nur eine talentierte und kreative Poetin, sondern auch als Mensch eine wahre Perle, die man selten findet.
Ein offenes Ohr, aufmunternden und aufbauende Worte auf den Lippen und immer auch für jeden Spaß zu haben, das alles verkörpert sie.
Sie kennt die hellen und die dunklen Stunden und diese Lebenserfahrung teilt sie gerne in ihren emotionalen Texten, die einen immer wieder aufs Neue umhauen.
Sie ist nicht nur unsere heutige Montagslyrikerin, sie ist für mich mittlerweile auch Freundin und Kollegin, denn zusammen haben wir die @aktion_ichzeigemich mich ins Leben gerufen.
Eine Frau voller Herz, Gefühl, Empathie und einem Sinn für Gerechtigkeit. Eine Frau, die aufsteht, kein Blatt vor den Mund nimmt und so einfach mit ihrer Authentizität überzeugt.
Herzlich Willkommen und vielen Dank, dass du heute unsere Bühne rockst:
Lisa 

@synapsenkotze_herzschmerz

1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zur Kunst verführte?
Meinen persönlichen Dämon, finde ich schwer zu kategorisieren. Es hängt vermutlich alles mit meinem Borderline zusammen. Der niemals endende Schmerz und die zugleich größte Inspiration sind schlicht der Mensch und seine Handlungen.

2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du…
Ich bin furchtbar launisch und oft anstrengend. Ein Klugscheisser mit einer oft langen Leitung.
Ein Rechthaber und Gerechtiskeitsfanatiker aber oft auf der Suche nach einer passenden Entschuldigung.
Ich bin faul und strikt allergisch gegenüber alltäglichen Pflichten, Serien- und Fastfoodjunkie, Viel Trinker und ein philosophierendes Wrack.
Aber ich bin loyal, ehrlich und stets zur Stelle wenn man mich braucht.

3. Welche Götter verehrst du?
Nunja, zur Musik fühlte ich mich schon immer mehr hin gezogen als zu Büchern.
Als ich aber weder Gitarre spielen noch singen konnte, ists dann doch irgendwie die Schreiberei geworden. (Dort müssen die Leute halt nicht weghören.)
Trotz allem sind Frau Kopf und Charles Bukowski meine absoluten Steckenpferde.
Ebenfalls inspirierend finde ich Freddy Mercury. Seine Vielfältigkeit, Genie und seine Fortschrittlichkeit erwecken immer wieder den Wunsch in mir, irgendwie empor zu steigen und etwas großartiges zu schaffen.

4.Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
Nun, bisher hatte ich nicht besonders viel Gelegenheit meine Werke bekannt zu machen.
Mit der Schreiberei begann ich Ende 2019.
Kurz darauf kam Corona und sämtliche Veranstaltungen wurden abgesagt.
Seit Oktober letzten Jahres veröffentliche ich meine Texte auf Insta und schreibe neuerdings für eine ländliche Zeitung in meinem Heimatort.

5. Und nun, zeige dich!

Dort saßen wir,
liebestrunken,
hochprozentig
und kämpfend gegen den Alltag und seinen grauen Beigeschmack,
und erzählten uns von unseren Träumen,
die wir nie realisieren würden.
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Ich weiß noch, wie wir damals immer dagelegen haben.

Schweißgebadet, in einem Duft aus bunten Wolken und den Sternen zum greifen nah.

In den Gläsern eine prickelnde Textur aus dem Angebotsregal vom‘ Laden umme Ecke und ’ner Tiefkühlpizza belegt mit Romantik zum halben Preis.

Und du hattest dieses Glitzern in den Augen…

So, als wärst du tatsächlich glücklich
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Immerzu saß sie an ihrem Schreibtisch, sah aus dem Fenster, starrte ins Nichts und tat dies stundenlang.
Immerzu fühlte sie, wie sehr sich die Patina ihrer alten Schreibmaschine und die Tinte auf dem Papier vor ihr, in ihre Seele eingebrannt hatten.

Fast täglich saß sie dort, betäubte ihre Dämonen mit Hochprozentigem und genoß die kurzen Augenblicke, in denen ihre Gedanken an den eigenen Tränen ertranken.
Fast täglich dachte sie darüber nach, sich um zu bringen und verschob es dann doch auf den darauffolgenden Abend.

Was war es, das sie ständig davon abhielt?
Ihre Schreibmaschine wohl nicht.
Der alte Panzer hatte einen Weltkrieg überlebt und das würde sie auch mit ihr tun, ob sie jetzt stirbt oder erst in 40 Jahren.
Was war es, das sie animierte immer weiter durch diese graue Welt und den tristen Alltag zu laufen?

Sollte sie sich doch das Leben nehmen?

Sie nahm ihren Stift, das Papier vor sich, spuckte ihren Schmerz darauf und ging ins Bett.
Am nächsten Tag gab es schließlich auch noch einen Abend.
Vielleicht würde sie sich ja dann so sehr berauschen, um sich zwischen Leben und Tod endlich entscheiden zu können
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Mit gerade mal 24 Jahren hockt sie da, blickt in ihren Spiegel und fühlt sich alt.
Sie fühlt sich alt, weil sie des Lebens müde ist.
Sie ist müde davon keine Zeit zu haben.
Sie ist müde vom Alltag, der gestern doch erst so weit weg erschien.

Sie ist müde davon zu wissen, dass sie mehr und mehr wie ihre Eltern wird, die scheiterten an dem Versuch glücklich zu sein.
Sie wird müde, wenn sie an all die Momente denkt, in denen sie vergeblich versuchte ihren Weg und einen Platz in diesem Leben zu finden.
Und müde wenn ihr erneut auf geht, dass sie sich nicht mehr daran erinnert was sie eigentlich will.
Sie ist müde vom Erwachsensein, den ganzen Verpflichtungen und Träumen zu denen sich jeder Schritt steiniger anfühlt als der Voherige.
Müde vom Reflektieren, vom Kopfzerbrechen darüber alles richtig machen zu wollen.
Sie ist müde von sich und diesem Leben.
Müde von anderen Menschen und ihren toten Gesichtern mit denen sie jeden Tag aufs Neue die gleichen sinnlosen Gespräche führt.

Sie hasst es Fehler zu bereuen, um dann nur noch mehr enttäuscht zu werden, weil ihrem Gegenüber eigentlich scheissegal ist ob sie sich entschuldigt, elendigt krepiert oder an ihrem Reichtum erstickt.
Sie hasst es täglich im grauen Büro zu sitzen und dabei zu zusehen, wie das Leben am Fenster an ihr vorbei zieht.

Tag für Tag schwirren ihr Gedanken, Fragen und Sehnsüchte durch den Kopf.
Ist das alles?
Ist das der große Traum von dem Alle immer behaupten er wäre so schön?

Sie hasst sich für ihre Unzufriedenheit.
Und sie hasst ihre verzweifelten Versuche das große schwarze Loche in der Herzmitte irgendwie zu füllen.
Täglich im Hamsterrad strampeln mit der Gewissheit wie endlich das alles doch ist.
Sich zu beugen, recht zu machen und schlussendlich doch immer wieder fast daran zu zerbrechen, weil ihr Hass auf die Gesellschaft immer größer und zehrender wird.

Sie hasst die Menschen und ihre falschen Ideale.
Und während sie anders ist, denkt, lebt und fühlt, ist sie müde von genau dieser Freiheit, weil sie trotz 21. Jahrhundert noch immer dafür kritisiert wird.

Sie ist müde von sich, dem Leben, ihrem verfickten Selbstmitleid, der Ignoranz und dem Leid dieser Welt, während sie die Hoffnung auf Verbesserung immer wieder feste umarmt und diese ihr gleichzeitig ganz langsam den Hals ein wenig weiter zu schnürt.

Wie kann Leben das größte Geschenk sein, wenn sie immer und immer wieder versucht ein Geschäft zu finden, in dem sie es umtauschen kann?

Ein Gedanke zu „Montagslyriker 9: Lisa_seelenpflasternde Rauschpoetin

  1. Ich freue mich heute im Montagslyriker von @synapsenkotze_herzschmerz, zu lesen, die ich schon einige Zeit auf Instagram – verfolgend – warhnemen konnte, alles sehr angenehm, klug un wortgewaltig. So auch ihr heutiger Auftritt hier.Es macht Spaß ihren Wortspielen zu folgen und ihre Bekenntnisse wahrzunehmen, sie zu unterstützen – nicht zuletzt auch Aktion mit Mia: Ichzeigmich.
    Alles Liebe und Gute und eine tolle schreibende Zukunft

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