Die Band Indeatherence aus Leipzig besteht aus sechs erfahrenen Musikern, die mit ihrer Musik den Melodic Death Metal auf ein neues Level heben. Von den melodischen Elementen, die von IN FLAMES inspiriert sind, bis hin zu den progressiven Beats von SOILWORK und AS I LAY DYING bieten sie ein breites Spektrum an Klängen. Das Besondere: Zwei aggressive Stimmen verleihen dem Ganzen einen zusätzlichen Kick im Stil von ARCH ENEMY.
Ihr neues Album “And from the Shadows They Shall Rise” wurde am 27. Oktober veröffentlicht und hat bereits für Aufsehen gesorgt. In unserem Interview mit der Band geben sie Einblicke in die Entstehung des Albums, ihre Lieblingssongs und vieles mehr.
Lasst uns direkt ins Gespräch einsteigen – könntet ihr uns etwas mehr über euch und euren Sound verraten? Was macht eure Musik besonders, und welche einzigartigen Elemente zeichnen euch aus?
Hi! Auffällig ist mit Sicherheit unsere Shouter Konstellation. Unsere Alex teilt sich zusammen mit Litz die Growling Front und wir verzichten in unseren Songs dennoch komplett auf Klargesang. Unser Fokus und die eigenen musikalischen Interessen liegen dabei passend weit im Melodic Death Metal verankert und weniger in gängigen Modern Metal Bereichen, doch einige Elemente finden sich dabei sicher auch bei uns wieder. Ansonsten kann man sicher behaupten, dass wir im aktuellen Songwriting und den veröffentlichten Songs auf ausladende Powerballaden verzichten und in unseren Titeln lieber eher nach vorn gehen.
Reden wir mal über euer Album. Gibt es ein übergeordnetes Konzept oder eine Geschichte, die das Album verbindet?
Ein vollumfängliches Konzept gibt es zwar nicht, doch einige Songs sind doch untereinander ein wenig verknüpft. Zum einen gab es zum Start des Songwritingprozesses die Idee, verstorbenen Musikern Titel zu widmen. Daher gibt es drei Stücke, die sich übergeordnet diesem Thema widmen. Mit HYMNS OF THE FALLEN gehen wir das Thema als Ganzes an und RIFFS AT THE LAKE ehrt Alexi Laiho und SCARS Lemmy. Im weiteren Verlauf wollten wir zum anderen aber etwas vielseitiger werden und haben mit DECAY, GODSPEED und LUCID DREAMS dann eine kleine in sich geschlossene Geschichte erschaffen, die wir in der zugehörigen Musikvideo-Trilogie versucht haben, in Bilder umzusetzen. Dies ist uns nach unserer Meinung auch ganz gut gelungen. Von daher, unbedingt anschauen!
Wie habt ihr die Songauswahl für das Album getroffen?
All Killer – no filler! Spaß beiseite. Natürlich haben wir die Titel ausgewählt, die in unseren Augen am meisten reinhauen. Allerdings war es nicht so, dass wir kurz vor dem Album aus einem großen Pool fertiger Titel ausgewählt haben, sondern schon im Schaffensprozess ergeben sich die Nummern, die es lohnt, weiterzuentwickeln. Schlussendlich geht es aber da demokratisch zu und wir besprechen es untereinander, wenn wir die ein oder andere Komposition lieber streichen, oder noch etwas reifen lassen wollen.
Könnt ihr uns einen Einblick in den kreativen Prozess beim Schreiben der Songs des Albums geben?
Hier gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. In der Regel legt aber unsere Gitarrenfront in Form von Stefan und Daniel etwas vor. Meist sind das schon sehr weit gereifte Song-Grundstrukturen oder nahezu fertige Titel. Die Rhythmusgruppe mit Thomas am Bass und Tom an den Drums legt dann nach, während Litz die Lyrics und erste Growling-Ideen angeht. Final wird aber dann wirklich gemeinsam an allen übrigen Ecken gefeilt, bis das Ergebnis gefällt. Der ein oder andere Kniff fällt dann spätestens im Recordingprozess auf und wird dort dann optimiert und wieder in den Live-Song übernommen.
Wie war der Aufnahmeprozess für das Album? Gab es besondere Herausforderungen oder interessante Momente?
Neben einigen wirklich lustigen Outtakes, vor allem an der Sängerfront waren die herausforderndsten Momente wohl, wenn der Heizer ausfiel. Da wir cleverer Weise unser Album über den Winter aufgenommen haben und das Ganze auch selbst im improvisierten Studio im (unbeheizten) Proberaum aufnehmen, kann das in der Tat recht kühl werden. Wer Musik macht weiß, Kälte ist „richtig geil“, wenn es um sauberes Spielen oder Singen geht. Letztendlich sind wir aber mit genug Jacken und (wenn sie funktionieren) Heizern in der Gesangs- oder Aufnahmekabine doch noch zurechtgekommen und sind glücklich mit dem Ergebnis.
Habt ihr persönliche Lieblingssongs auf dem Album? Warum?
Puh, willst du das jetzt von jedem einzeln wissen? 😉
Ok, hören wir uns um. Alex und Tom haben sich für AS THE HEAVENS SLEPT entschieden. Während unser Schlagzeuger hier passend das Tempo hervorhebt und den Song am interessantesten findet, konzentriert sich Alex eher auf die kraftvolle Steigerung des Stückes.
Daniel wählt DECAY, vor allem, weil er den nahezu rundum selbst komponiert hat und wir in der Tat ziemlich genau so umgesetzt haben.
Stefan war zum Zeitpunkt des Interviews leider nicht verfügbar, aber wir sind geschlossen der Meinung, dass er in unserer Livepremiere zum Album auf die gleiche Frage GODSPEED genannt hätte.
Für Thomas, den Mann am Bass, groovt HYMNS OF THE FALLEN angeblich am geilsten!
Tja und Litz, der mag einfach alle, wobei er LUCID DREAMS, AS THE HEAVENS SLEPT und ROLL THE DICE gern besonders hervorhebt.
Wie habt ihr den Albumtitel ausgewählt? Welche Bedeutung hat er für die Band?
Litz hat im Vorfeld der Albumveröffentlichung mit einigen Titeln herumgespielt. Aus der vorliegenden Sammlung empfanden alle gemeinsam AND FROM THE SHADOWS THEY SHALL RISE als am passenden. Zum einen spielt es darauf an, dass es sich um das Debüt handelt und wir natürlich hoffen, dass es danach größer weitergeht. Zum anderen schien es aber auch das eingangs erwähnte Thema der toten Musiker ein wenig widerzuspiegeln, indem wir ihre Andenken ehren und sie noch einmal ins Licht rücken.
Die letzten Worte gehören euch!
Vielen Dank natürlich erst einmal an dich für das nette Interview! Es war uns eine Freude ein wenig über uns und unsere Musik zu plaudern. Wir hoffen, der ein oder andere fand es interessant und findet den Weg zu uns, unseren Kanälen und natürlich unserer Musik. Stay tuned, da ist noch Einiges in Planung!
…und wir wollen euch Live sehen! 😉
Checkt:
Interview: Mia Lada-Klein
Design: Michaela Lotz

