Die Band Failed Star stammt aus Mainz und hat im April 2024 ihre Debüt-Mini-EP “Fire & Flames” veröffentlicht. Ihre Musik ist geprägt von klassisch angelehntem Melodic Metalcore, der auf den Wurzeln von As I Lay Dying und Parkway Drive basiert. Melodische Einflüsse von Killswitch Engage und In Flames sowie moderne Elemente à la Currents und Make Them Suffer verschmelzen zu einer zeitgemäßen Metalcore-Erfahrung auf den Bühnen. Wir haben sie zu einem Interview eingeladen, um mehr über ihre Hintergründe und ihren einzigartigen Sound zu erfahren.
Wie habt ihr euch als Band kennengelernt und zusammengefunden?
Chris (Gitarre) und Johannes (Bass) hatten bereits vorher eine Band, die sich allerdings aufgelöst hat. Auch mit dabei war damals Mat (Gitarre 2), der im Tierheim in Mainz gearbeitet hat. Dort lernte er Moe (Shouts) kennen, der dort ehrenamtlich während Corona half. Als die beiden zur “Testprobe” ankamen, konnte man einen unglaublich guten Schlagzeuger aus einem anderen Proberaum hören. Als der den Kopf aus dem Fenster streckte, meinten wir: “Ey, hast du ne Band?” – André verneinte. “Willst du ne Band?” André bejahte. Und Zack, Failed Star war geboren. Es funkte von Anfang an bei uns. Als wir wegen Mat’s Abgang aus der Band auf die Suche gingen, hat Maik uns über Backstagepro gefunden, seit Januar dieses Jahres ist auch Jessi (Clean Vocals) dabei und komplettiert unser Lineup.
Gibt es bestimmte Themen oder Erfahrungen, die eure Musik besonders beeinflussen?
Unsere Band definiert ihren Sound durch die vielfältigen Liebesbekundungen zum Genre jedes Einzelnen. Chris schwört immer noch auf CDs und zieht den klassischen Metalcore à la As I Lay Dying und Caliban vor. Johannes vertieft sich in die progressive Seite des Genres und ist ein Stammgast auf dem Euroblast. André wiederum bevorzugt die brutale Seite des Metalcores mit Bands wie Darko US oder Infant Annihilator. Die Schnittstelle dieser unterschiedlichen Vorlieben führt zu äußerst vielfältigen Konzepten. Dazu gesellt sich unser “Space-Theme”, das ursprünglich von der Faszination für “The Mandalorian” inspiriert wurde und sowohl in unsere Lyrics als auch in unsere Atmosphäre einfließt. Persönliche, psychische Themen wie bei “Endless Mindloop” und weltliche Anliegen wie die Herausforderungen des Klimawandels, die in unserem neuen Musikvideo “Atlantis” verarbeitet wurden, sind ebenfalls zentrale Themen. Wichtig ist jedoch, dass wir keine reine “Meinungsband” sind, sondern einfach das tun, worauf wir gerade Lust haben und was sich in dem Moment richtig anfühlt.
Welche Rolle spielen Social Media für euch und eure Musik?
Social Media ist ein Weg für uns, ein Portfolio aufzubauen. Menschen, die uns live sehen und feiern, können uns folgen und bekommen regelmäßig Updates. Aber wir können auch mehr Menschen auf uns aufmerksam machen, mehr Fans dazu gewinnen, unsere Musik und unsere Message weiterverbreiten. Die Größe einer Band scheint nicht nur von der Qualität ihrer Musik abzuhängen, sondern auch von ihren Fähigkeiten, Social Media zu bedienen. Das ist für uns ziemlich frustrierend, allerdings macht es irgendwie auch Spaß. Weil aktuell noch irgendwie Wachstum passiert. Unsere Musik hat Social Media allerdings nicht beeinflusst, wir machen das, was wir gut finden.
Was bedeutet Support für euch? Gibt es Menschen, die euch und eure Musik besonders unterstützen?
Ja, wir schätzen uns unfassbar glücklich eine Gruppe an Menschen unsere Supporter nennen zu dürfen. Hier ist ganz oben der Kuhschubsklan (nicht zu verwechseln mit der rassistischen Kackscheiße, sondern um so satirischer) zu nennen. Das ist eine Freundestruppe aus dem Nordpfälzer Bergland, die jedes Jahr ein quasi-privates Festival veranstaltet, welches komplett ehrenamtlich und auf Spendenbasis funktioniert. Dort haben wir 2021 unseren ersten “Probegig” gespielt. Ein Teil der Gruppe besucht jedes unserer Konzerte und kauft unseren Merch. Einfach so, weil wir nett zu ihnen sind und sie unsere Musik mögen. Das ist der pure Wahnsinn. Support ist für uns vor allem der Besuch unserer Konzerte und die Verbreitung unserer Musik. Einige Freunde von uns besuchen auch jedes Konzert, welches wir hier in der Nähe spielen. Dafür sind wir auch sehr dankbar. Aber auch auf Instagram gibt es Menschen wie euch, Metal Rose Media oder Hottest Music Radar, die Bands kostenlos durch Promotion unterstützen, indem sie Reviews/Interviews schreiben, Spotify Playlists erstellen oder unsere Musik teilen. Auch das ist für uns sehr hilfreich, um mehr Menschen im Genre zu erreichen.
Was sind die nächsten Ziele, die bei euch auf der Liste stehen und wo soll eure musikalische Reise in der ferneren Zukunft hingehen?
Wir sind wirklich stolz auf den ersten Schritt mit unserer EP “Fire & Fear” und dem Musikvideo zu “Atlantis“. Trotz aller Herausforderungen haben wir über die Jahre bereits viel erreicht, was jetzt bereit ist, ans Licht zu kommen. Unser nächster Schritt folgt dem Zeitgeist der Musikpromotion: Innerhalb des kommenden Jahres planen wir die Veröffentlichung von zwei EPs, die jeweils durch Singleauskopplungen und Musikvideos unterstützt werden. Im Herbst werden wir die erste EP mit einer Reihe von Konzerten bewerben, gefolgt von einer Co-Headliner-Tour im Westen Deutschlands im Frühjahr, um die zweite EP einzuläuten. Danach ist der Festivalsommer für uns angesagt, wo wir unsere ersten Festivalauftritte im Genre haben werden. In weiterer Zukunft, worauf wir bereits jetzt hinarbeiten, steht die Veröffentlichung unseres ersten Albums möglicherweise sogar unter einem Label. Die ersten beiden Songs dafür sind bereits in Arbeit, sodass diese Zukunft bereits unsere Gegenwart ist.
Welchen Song würdet ihr Menschen empfehlen, die euch noch gar nicht kennen? Welcher Song repräsentiert euch am besten und wieso?
Unser Musikvideo “Atlantis” sollte den besten ersten Eindruck von unserer Band vermitteln. Es vereint Schwere mit einem kraftvollen Breakdown, tiefgründige Lyrics und eine Botschaft, die durch die spacige Atmosphäre der Synthesizer und den eingängigen Refrain verstärkt wird. Trotzdem ist es der “einfachste” Song in unserem Repertoire, mit einem klassischen Aufbau aus Intro, Strophe, Refrain, Strophe, Refrain und Breakdown. “Endless Mindloop” hingegen ist progressiver und sanfter, während “The Mandalorian” vielseitiger und heavier ist. Jede unserer kommenden EPs wird ein anderes Gesicht unserer Band zeigen. “Fire & Fear” gibt bereits einen Einblick in die Vielfalt unserer Stile und Einflüsse.
Wie teilt ihr die Aufgaben in der Band, wie z.B. das Schreiben von Texten und das Komponieren von Musik?
Jede Person übernimmt das eigene Instrument. Zunächst schreibt einer der Seitenspieler ein Grundgerüst, es wird in der Probe gemeinsam überarbeitet, strukturiert und mit Ideen ergänzt, die jede*r wieder mit nach Hause nimmt. Anschließend zaubert André in der Probe ein fettes Drumfeuerwerk darüber und Moe schreibt erst auf eine Aufnahme davon dann die Lyrics. Texte kann allerdings jede*r schreiben, zwei Texte hat André geschrieben, die Moe dann rhythmisch angepasst hat. Melodien übernimmt Jessi, allerdings ist sie noch neu dabei und wird in Zukunft noch mehr an den Lyrics mitschreiben.
Was war bisher euer denkwürdigster Auftritt und warum?
Das war unsere EP-Releaseparty im Haus Mainusch. Die haben wir komplett selbst organisiert, an einem Sonntag im April Open Air, ohne VVK und auf Spendenbasis nur mit Online Werbung, auf einer Bretterbühne in einem links besetzten Zentrum. Wir wussten überhaupt nicht, was auf uns zukommen wird, ob 3 oder 30 Leute kommen. Jerry und Dynamike, vom bereits angesprochenen Kuhschubsklan, waren da für die Technik und alles war ein riesiges Chaos. Am Ende kamen gut über 50 Menschen, wovon wir absolut begeistert waren. Und alle hatten offensichtlich sehr viel Spaß, alles war friedlich und schön.
Welche Rolle spielt das Musikvideo in eurer Arbeit und wie entstehen eure Videos?
Wir haben jetzt endlich das erste Musikvideo veröffentlicht. Maik ist beruflich an der Kamera und hat daher einiges an Erfahrung. Die Ideen für die Musikvideos erarbeiten wir zusammen, allerdings hat Moe für Atlantis das Skript geschrieben. Inspiriert ist es von Fit for an Autopsy’s “Black Mammoth” und unseren eigenen Bedenken zum Klimawandel. Alles ist in Eigenarbeit im eigenen Proberaum mit geliehenem Equipment entstanden, für den gesamten Schnitt ist Maik verantwortlich. Für unsere Reels hilft uns Alessandro, bekannt als Ryu Dysmorphia.
Weitere Informationen zur Band FAILED STAR findet ihr in den sozialen Medien.

