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Dead Phoenix: Laut, stolz und bereit für die Bühne

Foto: Patricia Gratschow

Dead Phoenix über ihre neue Single Silence Is Golden, Tourvorbereitungen, Energie auf der Bühne und Nähe zu den Fans.

Interview: Elfina Stab

Am 12. September haben Dead Phoenix ihre Single Silence Is Golden veröffentlicht. Schweigen kann goldwert sein, darum geht es in dem Track, aber still sitzen bleibt bei den Jungs Fehlanzeige. Neben neuen Releases steht noch ein großes Vorhaben an: Tour. Als Support ist die Band Leyka mit dabei. Bevor es im Oktober aber auf die Bühne geht, haben wir Dennis Kilian, Sänger, Songwriter und Frontmann der Band, zu ihrer neuen Single und den Tourvorbereitungen befragt.

Euer neuer Song “Silence Is Golden” ist draußen. Was steckt thematisch und musikalisch dahinter? Und warum war er jetzt genau der richtige Release?

Nachdem unsere letzte EP sehr nach innen gekehrt und verletzlich war, ist dieser Song gefühlt das komplette Gegenteil. Als Band, egal wie groß, steht man immer irgendwie in der Öffentlichkeit. Dass dabei nicht nur Gutes um die Ecke kommt, ist klar und das erwarten wir auch gar nicht. Lästereien, Gerüchte und Lügen hingegen können und wollen wir nicht tolerieren. Der Song ist ein klares Statement gegen solches Verhalten und für Konsistenz. Ich denke, viele Leute hatten auch privat schon einmal solche Erfahrungen und können hoffentlich etwas Selbstbewusstsein aus Silence Is Golden schöpfen. Musikalisch ist der Track auch sehr nach vorn, liefert ordentlich Energie und verbindet vieles, was uns selbst gefällt. Das Thema ist ziemlich zeitlos, aber ich habe das Gefühl, wir wissen mittlerweile deutlich besser, wer wir als Band sind und sein wollen. Deswegen fühlt sich so ein Song jetzt genau richtig an.

Metalcore ist ja meistens eine Mischung aus Gefühlen rausbrüllen und Wände einreißen. Was bringt euch eigentlich mehr Spaß: Herz auf der Zunge oder Abrissbirne in der Hand?

Ich persönlich nutze die Musik, um Emotionen und Gedanken zu verarbeiten. Von daher ist mir wichtiger, dass in der Musik ordentlich Herz steckt. Live hingegen macht es einfach Spaß, alles an Energie rauszulassen. Am Ende macht es wohl eine Mischung.

Wenn ihr eure ersten Songs heute anhört, denkt ihr „ach wie süß, wir als kleine Baby-Metalcorer“, oder würdet ihr die Dinger am liebsten im Keller verschließen? Oder seid ihr heute noch stolz auf jeden Song, den ihr mit Herzblut erschaffen habt?

Ich höre mir die alten Sachen ab und zu an, um zu schauen, wie wir uns über die Zeit gemacht haben. Hinter vielen Songs würde ich so nicht mehr stehen, aber das ist, denke ich, normal. Man entwickelt sich weiter und die Sachen, die ich damals geschrieben habe, würde ich heute so nicht mehr oder sehr anders schreiben. Allerdings war vieles davon ein wichtiger Schritt, um es heute eben besser zu machen.

Tour steht an: Trainiert ihr dafür wie Profisportler oder reicht es, wenn man den Nacken für’s Headbangen aufwärmt und Bierkästen schleppen kann?

Vor der Tour wird auf jeden Fall ordentlich geprobt und viel besprochen. Um sein sportliches Wohlbefinden kümmert sich jeder selbst und da kann ich für nichts garantieren.

Gibt’s in eurer Setlist diesen einen Song, bei dem ihr denkt: Okay, jetzt geht die Party so richtig los oder ist das jedes Mal der Moment, wenn die Fans die erste Wall of Death lostreten?

Das ist oft unterschiedlich. Allgemein habe ich aber das Gefühl, dass “Soaked in Black” und “Destroy and Rebuild” immer gut sind, um einen Pit anzukurbeln.

In einer Szene, in der viele Bands um Aufmerksamkeit kämpfen: Was glaubt ihr, macht euren Sound oder eure Shows einzigartig?

Musikalisch machen wir einfach das, worauf wir aktuell Lust haben und was uns inspiriert. Wir sprechen uns vorher nicht wirklich ab, was wir machen wollen. Deswegen ist z.B. jede Gitarren- oder Vocal-Demo immer eine Überraschung und von unterschiedlichen Einflüssen geprägt. Wir erfinden das Rad definitiv nicht neu, aber experimentieren und kombinieren viel. Live haben wir keine ausgeklügelte Lichtshow oder Pyro. Dafür ist uns aber Leidenschaft und Verbundenheit sehr wichtig. Unsere Mission ist es, jeden Abend dafür zu sorgen, dass alle eine gute Zeit haben und dafür geben wir 110%, egal ob 1000 oder 10 Leute vor der Bühne stehen.

Wie wichtig ist euch der direkte Kontakt zu den Fans, gerade jetzt, wo Social Media und Streaming so präsent sind?

Wir bemühen uns, so nahbar wie möglich zu sein und immer auf alles einzugehen. Wir sind ja alles nur Menschen und für uns ist es auch eine Art der Wertschätzung, diese Nähe zu haben.

Wenn ihr euch einen Traum-Support oder Headliner für eine Tour wünschen könntet, mit wem würdet ihr sofort losfahren?

Das ist sicherlich für jeden unterschiedlich. Für mich wäre eine Tour mit Coldrain ein wahr gewordener Traum. Um noch etwas utopischer zu werden, würde ich definitiv für Support Shows für Linkin Park alles stehen und liegen lassen.

Vielen Dank Dennis. 

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