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Percussion Power: Flams (Untamed) und Sebastian (Raveslut) im Drum-Duell

Schlagzeuger sind wie die heimlichen Helden, die im Hintergrund den Groove liefern. Keine Band kann ohne einen genialen Schlagzeuger auskommen – das ist ein ungeschriebenes Gesetz der Rockwelt! In meinem unterhaltsamen Plausch mit Flams von Untamed und Sebastian von Raveslut tauchen wir in die geheime Welt der Schlagzeuger ein. Was macht sie so besonders? Was ist ihr Geheimnis? Und welche seltsamen Fakten gibt es zu entdecken? Erfahrt mehr im Interview mit Flams und Sebastian!

Wie kam es dazu, dass ihr euch für das Schlagzeug entschieden habt?

Flams: Ich hatte meinen ersten Schlagzeugunterricht mit vier. Das war ziemlich früh. Tatsächlich haben meine Eltern einen großen Einfluss darauf, dass ich Schlagzeug spiele. Als Kind hatte ich die Angewohnheit, an antiken Möbeln herumzukauen. Als Reaktion darauf haben sie mir ein Kinderschlagzeug gekauft. Später, als ich in die Schule kam, erhielt ich ein echtes Schlagzeug und begann auch Unterricht zu nehmen. Dann musste ich später von der Musikschule aus in die städtische Musikkapelle und dann hat sich das erledigt gehabt. Dann kam ich auf die Realschule. Ich habe von Rockmusik bis dahin auch wenig mitbekommen. Da war ich zu jung für. Aber als ich dann auf der Realschule war, bin ich in die Schülerband gekommen und da habe ich dann Nirvana kennengelernt und seitdem bin ich Dave Grohl Fan. 

 

Sebastian, wie war dein Einstieg in die Schlagzeugwelt?

Sebastian: Also, mein erstes Schlagzeug bekam ich tatsächlich auch mit vier Jahren, ein Geschenk von meinem Onkel. In der zweiten Klasse erhielt ich dann ein echtes Schlagzeug und begann auch Unterricht zu nehmen. Anfangs nahm ich das alles nicht besonders ernst, obwohl meine Eltern Metal hörten, was mir persönlich nicht wirklich gefiel. Dennoch blieb ich am Unterricht dran. In der neunten Klasse entdeckte ich dann Dragonforce, was meine Neugier weckte und mich dazu brachte, ernsthaft mit dem Spielen zu beginnen.

 

Dragonforce, Nirvana sind also die Vorbilder. Aber wie sieht es tatsächlich aus?  Flams, versuchst du bewusst, einen eigenen Stil am Schlagzeug zu finden?

Flams: Man versucht natürlich, seinen eigenen Stil zu finden, aber natürlich hat man auch seine Vorbilder. Ich habe bereits Dave Grohl erwähnt, aber ich orientiere mich nicht ausschließlich an Rockmusik. Ich schaue mir auch oft Gospeldrummer an, zum Beispiel.

 

Sebastian, eine Frage an dich: Wie spielt man als Linkshänder ein Rechtshänderschlagzeug?

Sebastian: 🙂 Nun, ich habe das Schlagzeugspielen von Anfang an in der Art eines Rechtshänders gelernt. Ich finde, ob man Linkshänder oder Rechtshänder ist, macht nicht viel Unterschied. Ich habe einfach meinen persönlichen Mittelweg gefunden und damit gute Erfahrungen gemacht. Wichtig ist vor allem, regelmäßig zu üben. Wenn man das konsequent durchzieht, ist alles möglich.

 

Flams, stimmt das, oder bekomme ich hier gerade eine Schummelei serviert?

Flams: Nein, er hat absolut recht.

 

Wie viel Zeit investierst du täglich ins Spielen?

Flams: Ich versuche jeden Tag mindestens etwas Zeit am Set zu verbringen, selbst wenn es nur zehn Minuten sind. Ich habe sogar ein kleines Schlagzeug in unserer Toilette stehen, für den Fall, dass ich sonst keine Gelegenheit habe. Zusätzlich haben wir zweimal wöchentlich Bandproben und ich versuche mindestens einmal pro Woche auch alleine zu üben. Mal gelingt es mir mehr, mal weniger, aber es vergeht wirklich kein Tag, an dem ich nicht zumindest kurz die Sticks in die Hand nehme.

 

Wenn es nicht das Schlagzeug wäre, was wäre dann eure bevorzugtes Instrument?

Sebastian: Wenn ich nicht Schlagzeug spielen würde, würde ich mich vermutlich der elektronischen Musik widmen. Ich beschäftige mich auch nebenbei viel damit und finde diese Richtung sehr ansprechend.

 

Eine komplett andere Richtung also?

 

Sebastian: Ja, genau. Ich habe die Gitarre ausprobiert, aber das hat mir einfach nicht so viel Spaß gemacht. Es ist nicht wirklich mein Ding.

 

Wie ist es bei dir, Flams?

Flams: Ich hatte tatsächlich Gitarren-, Bass- und Klavierunterricht, aber das diente vor allem dazu, mein Schlagzeugspiel zu verbessern. Mein Gedanke war, dass ich, wenn ich verstehe, wie man Gitarre und Bass spielt – da diese Instrumente in der Band eng zusammenhängen – auch besser am Schlagzeug werde, weil ich die Musik besser verstehe. Besonders beim Songwriting hilft es uns als Band, wenn ich weiß, was an der Gitarre und am Bass möglich ist, weil wir dann viel besser zusammen kommunizieren können.

 

Das ist ein interessanter Ansatz. Es zeigt, wie das Spielen und Kennenlernen anderer Instrumente einem helfen kann, besser im eigenen Instrument zu werden.

 

Flams: Klingt vielleicht etwas nerdig, aber mir macht es auch Spaß, andere Instrumente auszuprobieren. Trotzdem denke ich nicht, dass ich ein großartiger Gitarrist wäre. Aber es ist definitiv von Vorteil, besonders beim Songwriting, wenn ich sagen kann: “Ich mach das jetzt am Schlagzeug so und du könntest das an der Gitarre vielleicht so machen.” Und schon ist es cool. 🙂

 

Wie ist es bei dir Sebastian bzw. euch? Schreibst du die Drumparts für die Songs der Band selbst? 

Sebastian: Es kommt darauf an. Bisher gab es immer eine Grundidee und eine Vorstellung davon, wie es klingen sollte. Ich habe diese Ideen dann weiterentwickelt. Dass ich komplett von null etwas erfinden soll, kam bisher nicht vor. Aber die Grundidee weiterzuentwickeln, das mache ich schon alleine.

 

Flams, ich habe dich ja schon live erlebt. Wenn man dich spielen sieht, wirkst du unglaublich glücklich. Kannst du das Gefühl in Worte fassen, wie es ist, auf der Bühne zu stehen und zu spielen?

 

Flams: Es ist schon geil.:)

 

Das ist definitiv auf den Punkt gebracht.:)

 

Flams: Ich wüsste nicht viel, was besser ist. Es ist mir auch egal, ob viele oder wenige Leute vor der Bühne stehen. Wenn ich mit meiner Band auf der Bühne stehe und etwas mache, was ich gut kann – denn ich kann nicht vieles gut, aber Schlagzeug spielen kann ich – dann kann ich einfach ich selbst sein, wenn ich spiele.

Sebastian: Flams, da kann ich dir absolut nur recht geben. Es ist ein unglaubliches Gefühl, auf der Bühne zu stehen. Bzw. zu sitzen, wir sitzen ja. Besonders wenn man einen Double Bass Part spielt, der in Richtung 200 bpm geht. Das fühlt sich an, als würde man auf einem feuerspeienden Drachen sitzen, der Raketen schießt. Das ist einfach mega, mega geil. Und auch wenn das Intro losgeht und man weiß, jetzt geht es los, dann fängt man Feuer und es geht richtig ab.

 

Es gibt aber auch immer wieder blöde Witze über Schlagzeuger. Peter Behrens hat mal gesagt: „Die Musiker hier entlang und die Schlagzeuger da entlang.“ Werden Schlagzeuger weniger ernst genommen? Räumen wir mal mit dem Klischee auf, oder?

Flams: Also, diese Erfahrung habe ich persönlich so nicht gemacht, aber ich sehe manchmal schon, dass Schlagzeuger das selbst sagen. Vielleicht wollen sie es aber auch genauso. Dass sie nicht bewusst im Vordergrund stehen wollen. Sie sitzen dann bewusst im Hintergrund, damit man sie bloß nicht sieht. Aber es gibt auch andere, wie zum Beispiel Bela B von den Ärzten. Der ist ja mehr Frontmann als Schlagzeuger. Das ist wahrscheinlich tatsächlich ganz individuell vom Typ abhängig.

Sebastian: Das kann ich nur bestätigen. Ich habe es noch nie bewusst erlebt, dass da Witze gemacht werden oder Ähnliches. Ganz im Gegenteil: Immer wenn ich von der Bühne komme, bekomme ich positives Feedback und habe gute Gespräche. Witze gibt es überall und über jeden. Wenn also ein Gitarrist einen Witz über Schlagzeuger macht, kann man den auch wunderbar kontern.

 

Vielen Dank Jungs für eure Zeit. Dann ran an die Sticks. 

 

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