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Untamed: Emotionaler Befreiungsschlag

Interview: Sebastian Radu Groß

Jung, hungrig und wandelbar; so könnte man das Trio aus Augsburg kurz beschreiben, die unter dem Namen UNTAMED die Boxen beschallen. Neben den knackigen Ohrwurmriffs, sind es gerade die emotionalen Texte, die sich ins Langzeitgedächtnis fräsen und ihre Spuren (oder in diesem Fall Narben) hinterlassen. Die neue Single „My Scars“ zelebriert einen emotionalen Befreiungsschlag und zeigt gleichzeitig, wie vielseitig man in Sachen Eingängigkeit und Härte sein kann. Grund genug, um einen Blick hinter die Kulissen des Songs zu wagen.

Was war die Inspiration hinter „My Scars“? Gibt es persönliche Erlebnisse, die in den Text eingeflossen sind?

Da bei uns meist die instrumentale Basis und die Melodie bereits fertig sind, bevor die Lyrics entstehen, suchen wir nach einem Thema, das die Wut und die intensiven Emotionen des Songs widerspiegelt. Sobald das Thema steht, geht es schnell. Man taucht tief in sich ein, erinnert sich an ein passendes Erlebnis, um die Emotionen hervorzurufen, und schreibt genau darüber.

Nach der poppigen Single „Run Away“ zeigt „My Scars“ wieder eine andere Facette. Wie entscheidet ihr, welche Richtung eine neue Single einschlägt?

Es passiert einfach. Wir geben uns keine Grenzen vor, in denen wir uns musikalisch bewegen müssen. Das ist der entscheidende Punkt, wieso unsere Musik so facettenreich ist. Catcht die Idee jeden von uns, wird sie ausgearbeitet. Völlig unabhängig, was für eine Art von Song es ist. Würden wir uns Grenzen setzen, hätten wir weder diesen Song noch unsere letzte Single „Run Away“ geschrieben. Und doch sind beide richtig starke Songs. Außerdem würde es uns langweilen, wenn man seinen Sound und die Art von Songs immer und immer wieder gleich lässt.

Was möchtet ihr, dass eure Fans aus „My Scars“ mitnehmen? Gibt es eine Botschaft, die euch besonders am Herzen liegt?

Um ehrlich zu sein, geht es in diesem Song nicht um eine Botschaft, sondern mehr um die Geschichte, die durchlebt wurde. Viele Menschen haben das bestimmt schon erfahren müssen oder tun das gerade jetzt. Vielleicht hilft unser Song auch einfach nur, um den Menschen das Gefühl zu geben: Ihr seid nicht allein. Genauso wie es auch uns hilft. Wir haben das schon öfters erwähnt: Unsere Songs sind unter anderem auch eine Art Therapie für uns selbst.

Eure Songs haben auch immer einen hohen Wiedererkennungswert. Was würdet ihr sagen, macht den typischen Untamed-Sound aus?

Das ist der Punkt. Wir haben keinen festgelegten „Sound“, der uns als Band definiert. Und trotzdem erkennt man sofort, wenn es ein Untamed-Song ist. Wir glauben, dass genau dieser Fakt uns ausmacht und abhebt. Natürlich spielt die Stimme, wie bei jedem Künstler, eine zentrale Rolle für die Wiedererkennung. Ebenso prägt der individuelle Stil, wie wir unsere Instrumente spielen, unseren Sound. Aber auch hier experimentieren wir ständig und entwickeln uns weiter. Im Kern stehen jedoch immer echte Emotionen. Wir sind überzeugt, dass die Menschen diese spüren. Auf die eine oder andere Weise.

Die Themen eurer Songs sind oft emotional und nahbar. Wie wichtig ist euch die Verbindung zu euren Fans durch eure Texte?

Das ist sehr wichtig. Wir zeigen uns offen und mit echten Emotionen, ohne uns zu verstellen. Das kommt an, wodurch schon die erste Verbindung entsteht. Setzt man sich dann noch weiter mit uns und unseren Texten auseinander, entwickelt sich zwangsläufig eine enge Bindung. Das ist das Besondere in der Musik.

Was dürfen wir in Zukunft von euch erwarten? Stehen uns noch weitere Überraschungen bevor oder dürft oder wollt ihr noch nichts dazu sagen?

Natürlich. Wir haben tatsächlich noch einige Songs auf Lager. Und selbstverständlich ist keiner wie der andere. Das ist unsere DNA.

 

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