Jürgen Will liefert mit Adrenalinklick seinen besten Krimi: modern, spannend, clever und mit einem charmanten Cliffhanger.
Der Autor auf Wachstumskurs
Die Krimireihe von Jürgen Will entwickelt sich weiter. Nach Nadelkunstsammler und Zweitakterhass steht mit Adrenalinklick nun Teil drei in den Startlöchern und man merkt: Der Autor hat seinen Rhythmus gefunden. Wo Band eins noch etwas schüchtern anklopfte und Band zwei deutlich an Fahrt gewann, zieht Will jetzt das Tempo an und zwar mit sicherer Hand und einem Gespür für moderne Themen.
Alte Bekannte, neue Überraschungen
Ein Wiedersehen gibt’s mit Ermittlerin Femke Claaßen, die in Teil zwei kurzzeitig pausierte und zwar aus Gründen, die hier natürlich nicht verraten werden. Dafür ist Vanessa van Aken weiterhin mit von der Partie, jene Figur, die sich schon im Vorgänger als spannender Neuzugang entpuppte. Sie entwickelt sich in eine Richtung, mit der wirklich niemand rechnet.
Krimi trifft Klickkultur
Besonders gelungen ist Wills Balance zwischen Spannung und Aktualität. Er greift Themen auf, die die Gegenwart prägen, YouTube, Influencer, Social Media, Jugendsprache und bringt sie glaubwürdig in den Krimikontext. Kein Fremdschäm-Deutsch, kein bemühtes „Jugendsprech“, stattdessen Fingerspitzengefühl und treffende Beobachtungen. Wer sich manchmal fragt, ob Autoren die Welt jenseits ihrer Schreibtische noch verstehen, findet hier die Antwort: Ja, Jürgen Will tut es.
Der fiese Cliffhanger und warum er funktioniert
Natürlich darf ein gutes Buch nicht ohne Aufreger enden. Und Will liefert ihn mit einem Cliffhanger, der so fies wie effektiv ist. Man klappt das Buch zu, seufzt, flucht vielleicht kurz und merkt dann: Genau das war der Punkt. Ein Ende, das Lust auf mehr macht, ohne billig zu wirken. Der Cliffhanger ist gemein, aber auf die charmanteste Art.
Fazit: Der beste Will bisher
Mit Adrenalinklick hat Jürgen Will seine Handschrift geschärft: temporeich, clever, mit Gespür für Figuren und moderne Themen. Ein Krimi, der nicht nur ermittelt, sondern beobachtet und zwar die Gesellschaft, ihre Sprache, ihre Abgründe.
Da kann ich nur sagen: Teil vier kann kommen, ich bin bereit.
Mehr zum Buch und zum Autor Jürgen Will gibt es im Netz.
Produktinformation
- Herausgeber: Schreibstark-Verlag
- Erscheinungstermin: 25. November 2024
- Sprache: Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe: 272 Seiten
- ISBN-10: 3969470641
- ISBN-13: 978-3969470640
- Abmessungen: 13.97 x 1.57 x 21.59 cm
Rezension: „Nadelkunstsammler“ von Jürgen Will
Rezension: „Zweitakterhass“ von Jürgen Will

