Der Gesellige

So schnell sind wieder sieben Tage vergangen und auch heute Abend dürfen wir einen neuen Montagslyriker begrüßen, der uns mit seiner Wort- und Schreibkunst beglückt.


Einst verführte die Einsamkeit ihn zum Schreiben und sorgt heute dafür, dass er damit nicht mehr aufhört.
Er ist promovierter Germanist und Literaturwissenschaftler und mit seinem netten und kompetenten Literaturagenten darf er schon auf vier Herausgaben zurückblicken.
Sogar dem Godfather des Poetry Slams, Lars Ruppel, hat er schon einen Besuch bei einem seiner „Dichter-Schlachten“ abgestattet.
Bei der bekannten Kinder- und Jugendbuchautorin Alexa Hennig von Lange durfte er bereits ebenfalls in deren Vorprogramm lesen und wenn er nicht gerade Buchrezensionen verfasst, erfindet er sich stets gerne neu.
Heute dürfen wir uns an seinen dichterischen Fähigkeiten erfreuen und präsentieren euch:
Ralf Oldenburg
—auf Facebook vertreten; unter: https://www.facebook.com/profile.php?id=100013120410376

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1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
(Der Mensch, die Muse, das Unglück)
Der Dämon, der mich zum Schreiben verführte, war die Einsamkeit eines Achtjährigen. Inzwischen bin ich sechsmal so alt, aber noch immer schreibe ich aus Angst vor der Einsamkeit. Die Wörter sprechen zu mir, fordern mich heraus, bringen mich zur Weißglut, erdulden keine Gleichgültigkeit, erzwingen ein Statement, machen glücklich, wie Schokolade.

2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …
(Erzähl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von deinen dunklen Geheimnissen)
Wer mich kennenlernen will, sollte wissen, dass ich mir jedes einzelne graue Haar im Leben als Sieger nach Punkten abgekämpft habe, dass jede einzelne Falte eine wertvolle Lebenserfahrung darstellt, und dass ich inzwischen sehr froh darüber bin, an meinen Geburtstagen hinterrücks wieder ein Jahr älter geworden, aber immer noch genauso leichtsinnig, naiv und glücksvertrauend wie vor Jahrzehnten gewesen zu sein.

3. Welche Götter verehrst du?
(Künstler, die dich prägten, die du gerne liest oder empfehlen möchtest.)
Ich verehre als promovierter Germanist und Literaturwissenschaftler mehrere Götter, da ein einziger hoffnungslos mit mir überfordert wäre. Sehr wohl fühle ich mich bei dem ägyptischen Gott Thot, dem Gott der Schreiber und Schriften, der Archive und Bibliotheken, ohne die wir aufgeschmissen wären. Er ist zugleich „das Haus des Lebens“, wo die Ägypter ihr Wissen aufbewahrt haben.

4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
(Lesungen, Poetry-Slam, Veröffentlichen in Zeitschriften, Büchern, Internet usw.)
Ich habe einen netten und kompetenten Literaturagenten, der sich um mich und mein Schreiben kümmert. Nach vier vorhergehenden Büchern, u.a. zwei Biografien, bin ich nun so weit, auch den Schritt Richtung „neue Medien“ zu gehen. Bei Lars Ruppel war ich auch schon in seinem Poetry Slam, was total viel Spaß gemacht hat, da man die Reaktion des Publikums sofort mitbekommt. Ich schreibe Buchrezensionen, zuletzt über zwei (inklusive) Bilderbücher von Wiltraut Thies „Gute Freunde eben“ und „Fred, der Frosch, und eine Schule für alle“.

5. Und nun, zeige dich!
(Mit bis zu zehn charakteristischen Werken, die du uns vorstellen magst. Mit einem Bild von dir? )
Bühne frei! Im ersten Beruf war ich 20 Jahre lang Lehrer, in erster Linie an Grund- und Realschulen sowie an (Wirtschafts-)gymnasien. Ich arbeitete als DaF-Lehrer bei TUI Cruises an Bord der „Mein Schiff“ und beim Europäischen Parlament in Brüssel. Nebenher gab ich auch immer wieder Schreibwerkstätten (Creative Writing) für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, da ich nicht möchte, dass sie heimlich und mit schlechtem Gewissen schreiben, so wie ich es tat, da meine Eltern es hassten. Tolle Talente durfte ich in jenen Jahren entdecken. Dann kamen Burnout und Depressionen, eine Kur und die schwere Aufgabe, alles in und aus meinem Leben auf den Prüfstand zu stellen. Das Schreiben blieb mir treu! Den Lehrerberuf gab ich auf. Ich bin derzeit arbeitslos und suche bzw. (er-)finde mich mal wieder neu. Zum x-ten Male eigentlich. Mal sehen, wohin´s mich trägt.

 

Gestern und heute

Gestern abend malte er sich
ein halbes Pfund gute Laune,
Träume mit Schokoladengeschmack
und Hoffnung zum
Freundschaftspreis aus.

Aber heute Morgen kollidierte
sein Einkaufswagen mit
der entgegenkommenden Wahrheit!

 

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mit Alexa Hennig von Lange (Mitte)

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3 Kommentare

  1. Hört sich doch sehr sympathisch an. Und die „Mein Schiff“ habe ich erst vor zwei Wochen im Hafen von Funchal gesehen, aber ich glaube davon gibt es mehrere. Einkaufswägen fülle ich ja auch gerne, schaff es aber bestenfalls bis an die Kasse. C’est la vie! Ich wünsch dir viel Glück und Kraft bei bei deiner Neuerfindung. Auf das noch viele Hasen in deinem Zylinder stecken. Prost!

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