Der Verborgene

Geschwind verflog die Woche und erneut hebt sich der Vorhang auf unserer Bühne für einen neuen Montagslyriker.


Seine Begeisterung für die Literatur und Lyrik erwachte erst spät, denn der Deutschunterricht in der Schule hat ihn stets gelangweilt.
Heute sind seine Gedichte bereits in mehreren Zeitschriften erschienen wie auch in drei Gedichtsbänden.
Lyrik ist für ihn die Verarbeitung der Realität und die Phantasie ist die Erzeugerin dieser.
Heute Abend auf unserer Bühne:
Walter Leimeier

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1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
(Der Mensch, die Muse, das Unglück)
Lyrik hat mich lange Zeit nicht interessiert, der Deutschunterricht mich über Jahre gelangweilt. Die Gedichte, die ich interpretieren und lernen sollte, waren mir häufig unverständlich, zu sehr abgehoben von den alltäglichen Lebenserfahrungen, aus einer anderen Welt. Somit legte ich sie zu den Akten. Zugang bekam ich erst wieder durch lyrische Texte von Frederike Frei und Bernhard Damm, die mich berührten aufgrund ihrer Realitätsnähe. Gedichte, so wurde mir klar, sind nicht die Flucht aus der Realität, sondern ihre Verarbeitung, die Phantasie nicht die Abkehr von der Realität, sondern ihr Erzeuger.
2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …
(Erzähl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von deinen dunklen Geheimnissen)
… und die Leichen bleiben im Keller
3. Welche Götter verehrst du?
(Künstler, die dich prägten, die du gerne liest oder empfehlen möchtest.)
Geprägt haben mich Schriftsteller wie Wolfgang Borchert, Hermann Hesse, Thomas Valentin, Stefan Zweig und die Gedichte von Aleke Thuja.
4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
(Lesungen, Poetry-Slam, Veröffentlichen in Zeitschriften, Büchern, Internet usw.)
Meine Gedichte sind z. T. in Zeitschriften erschienen, ebenso in drei Büchern. Die beigefügten Texte sind bis auf eines noch nicht publiziert worden.
5. Und nun, zeige dich!
(Mit bis zu zehn charakteristischen Werken, die du uns vorstellen magst. Mit einem Bild von dir?)

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Beobachtung beim Spiel
Dein linker Fuß
aufrecht gestellt
auf die Spitze getrieben
„prelude“.
Für Momente etwas Voyeuristisches
in mir.
Rechts mechanische Pflicht.
Die Klänge des Flügels
alles im Takt.
Blitzlichter in meinem Kopf.
Die Welt
reduziert
auf den Ausschnitt
eines Augenblicks.
„improvisation d´amour“.
Geringe Distanz
und doch
Welten zwischen uns
keine Missklänge
alles im Takt?

 

 

Stumm
Ich bin nicht, der ich bin
Und bin es doch,
Ich lauf´, weiß nicht wohin
Und laufe noch,
Ich schau´, weiß nicht warum
Ganz stumm.

Gedanken bringen mich um.

9 Kommentare

  1. Ich mag es dass deine Gedichte reduziert wirken.
    Keine Ahnung ob du das als Kompliment deutest.
    Aber sie steuern ohne Umweg über die kürzeste lyrische Strecke auf das Wesentliche zu.

    Danke es gelesen zu haben.

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