Soundcheck: WE ARE PERSPECTIVES

We Are Perspectives ist eine deutsche Deathcore-Band aus Bottrop, die 2017 ins Leben gerufen wurde. Bekannt für ihre energiegeladenen Live-Auftritte und ihren druckvollen, von Breakdowns geprägten Sound, hat sich die Band rasch in der deutschen Metalszene etabliert. Mit einer Fusion aus brachialem Death Metal, Hardcore Punk, Djent und Metalcore-Elementen zeichnet sich ihre Musik durch kraftvolle Riffs, tiefe Growls und ein explosives Schlagzeugspiel aus.

Ihr kommendes Album “Heritage”, das am 24.11.23 veröffentlicht wird, ist eine tiefgründige Reflexion über Leben, Tod, mentale Gesundheit, Feminismus, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit. Es ist ein absolutes Muss für all jene, die nachdenkliche Texte und schwere Musik zu schätzen wissen, die den Status quo infrage stellt.

In unserem exklusiven Interview mit der Band erfahrt ihr aus erster Hand, was hinter dem Album “Heritage” steckt. Die Jungs teilen ihre Gedanken zu den kritischen Songtexten und geben jungen Bands wertvolle Ratschläge mit auf den Weg. 

Ein Soundcheck mit We Are Perspectives

 

 

So Jungs, zum warm werden – erzählt mir doch ein bisschen was über euch, euren Sound. Was ist das Besondere daran und was sind eure Alleinstellungsmerkmale?

Wir sind “We Are Perspectives” und machen seit 2017 Musik zusammen. Marc, Dustin und Fred kennen sich seit der Schultage. Timo ist seit 2022 dabei und wir haben uns bei einer gemeinsamen Show kennengelernt. Wir würden uns jetzt im Deathcore einordnen, unser erstes Album war jedoch etwas sanfter. 

Alleinstellungsmerkmal ist sicherlich unser Drummer Dustin, der Songs bis zu 300 BPM spielt, heftige Bassdrops und die tiefen Gitarren sowie der Bass runden das ganze instrumental ab. Stimmlich gibt es für jeden Fan was. Von Schreimusik Lows, Highs, Mids, aber auch ein Pig Squeal sind mal dabei. 

 

Eure Album HERITAGE erscheint am 24.11.2023. Könnt ihr mir ein wenig was zum Hintergrund erzählen? Wie lange habt ihr daran gearbeitet? Warum dieser Titel? Worum geht es in den Songs? 

Ein Großteil der Songs ist entstanden in einer Zeit, in der Fred seine depressive und kranke Mutter gepflegt hat, die Mitte 2022 letztlich verstarb. 2011 hat Fred bereits seinen Vater verloren und somit entstand auch der Titel “Heritage”. Das Erbe, welches wir hinterlassen. Auch wenn wir hier alle in diesem Leben noch etwas vorhaben, kann es relativ schnell zu Ende gehen. Jedoch ist Fred in seinem Stammbaum höchstwahrscheinlich der nächste in der Reihe und daher gibt es mit “Heritage” wieder ein Konzeptalbum.

Glücklicherweise hat Marc während Corona massig Demos geschrieben und wir konnten bestimmt aus über 30 Songs die besten auswählen, um weiter daran zu arbeiten und so entstand erstmals komplett in Eigenregie unser zweites Album. 

Das Album “Heritage” behandelt in seinen 13 Tracks eine Vielzahl wichtiger und ergreifender Themen. Von Selbstmord und Depressionen in “Leaving”, “Irukandji” und “Stigma” bis hin zum Eintreten für die Stärkung der Rolle der Frau in “Tower” ist das Album eine Reflexion über die Welt um uns herum. Andere Tracks wie “Hatred” und “Gatekeeper” behandeln Themen wie Gewalt an Kindern und Umweltschutz, während “Devastator” vor den Gefahren der Gier und den Kosten warnt, die entstehen, wenn wir unsere Zeit für Geld opfern.”Bloodshot” wirft einen ernüchternden Blick auf Depressionen und ihre Auswirkungen, während sich “Mokoli” gegen Drogen- und Alkoholmissbrauch ausspricht. Das Album schließt mit dem Titeltrack “Heritage”, einem Stück, das uns auffordert, über das Vermächtnis und die Spuren, die wir in der Welt hinterlassen, nachzudenken.

 

Am 1. September gab es die erste Auskopplung des anstehenden Albums. Eure Single ABORNING hat das Licht der Musikwelt erblickt. Wieso ist das der erste Song, den ihr erwählt habt? Und wie ist die Resonanz bisher?

Das Video zu “Aborning” hatten wir bereits 2022 gedreht. Es fiel uns schwer, den Song so lange geheim zu halten. Es war einer der ersten Songs, den wir finalisiert hatten und der Titel “Aborning” passt einfach dazu, nach, über 2 Jahren wieder neue Musik rauszubringen. Thematisch leitet der Song das Album gut ein und macht Lust auf mehr. Die Resonanz bisher ist sehr positiv. Am schönsten ist es wirklich zu wissen, dass die Qualität nicht abweicht von Produktionen in teuren Studios. Marc hat viele Kurse besucht und Stunden investiert, um seine Produktions- und Sound Engineering Qualitäten zu verbessern und das hört man auch. Auch das macht die Songs und das Album so persönlich. 

 

Musik und auch der Zugang zu Musik hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Vor allem durch das Internet und die sozialen Medien. Fluch oder Segen? Und welche Rolle spielen die sozialen Medien für euch persönlich? Wie wichtig sind Instagram, Spotify, YouTube, TikTok für euch?

Es gehört für uns einfach dazu. Soziale Medien geben uns die Möglichkeit, unsere Musik zu verbreiten, jedoch passiert es nicht automatisch. Deswegen unterstützt gerade die kleineren Acts, wo auch immer ihr könnt. 

Persönlich ist uns der physische Austausch auf Shows deutlich lieber als über Social Media, aber eigentlich ist es egal. Wenn Leute unsere Musik feiern und/oder sich in den Lyrics wiederfinden, ist es natürlich eins der besten Gefühle. Wir machen die Musik aber hauptsächlich, damit sie uns gefällt. Deswegen gibt es bei uns zum Beispiel keine “bleghs”, “fuck” oder “shit” in den Vocals. 

 

Es gibt auch Bands, Videos und Texte, die in den sozialen Medien, allen voran Instagram, zensiert oder auch verboten werden, weil die Videos z.B. zu blutig sind oder unerwünschte Inhalte zeigen oder weil der Text nicht den gewünschten, gesellschaftlichen bzw. sozial-medialen Richtlinie entspricht. Zensur von Kunst? Ist das okay?

Wenn gewisse Personen vor der Kunst geschützt werden müssten, sehe ich es weniger als Zensur, sondern mehr als Schutz zum Allgemeinwohl. Unsere Texte sind auch depressiv, suizidal und konfrontierend. Uns ist eine eigene Haltung wichtig, jedoch nicht um jeden Preis und schon gar nicht, wenn andere Menschen sich dadurch schlecht fühlen. Triggerwarnungen sind zum Beispiel ein guter Einsatz, um im Vorfeld zu informieren. 

 

Die typische Floskel-Frage, die aber natürlich nicht fehlen darf, muss ich euch auch stellen. Was würdet ihr jungen Bands, die gerade entstehen, raten?

Geht raus, geht auf Konzerte, spielt jedes Konzert, spricht dort mit den erfahrenen Bands. Draußen findet das wahre Leben statt. Sucht euch vernünftige Vorbilder. Sagt den Menschen, die euch supporten, Danke. Habt Spaß und macht euer eigenes Ding daraus. 

 

Wie sehen eure Pläne in naher Zukunft aus? Was steht bei euch an? Und wo kann man euch finden? 

24.11 Albumrelease mit nahezu ausverkaufter Show in der Heimatstadt und einige weitere Shows und dann mal schauen, was 2024 bringt. 

 

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