Michael Seifert ist nicht nur ein erfahrener Mixing & Mastering Engineer, sondern auch der Gründer von Meltdown Metal Studios – einer Plattform für professionelles Mixing & Mastering, spezialisiert auf Heavy Music.
Unsere Musik-Kolumne, die alle zwei Wochen erscheint, bietet wertvolle Einblicke in die Welt der Musikproduktion. Michael teilt sein Fachwissen rund um Recording und Musikproduktion, während ich mich um die redaktionelle Gestaltung und Umsetzung kümmere. Wir hoffen, dass euch die Ratschläge gefallen und euch weiterbringen.
Viel Spaß beim Lesen und lasst euch inspirieren!
Die Kolumne steht jederzeit als PDF zum Download bereit.
Ihr strebt als Band danach, mit euren Songs einen maximalen Einfluss auf eure Hörer und Fanbase zu erzielen?
Ein solides Songwriting bildet die Grundlage für professionelle Musikproduktionen eurer Songs und ermöglicht es euch, genau das zu vermitteln, was ihr euch erhofft – sowohl für eure Zuhörer als auch für euch selbst.
In diesem Guide erhaltet ihr einen Überblick darüber, was meiner Meinung nach gutes Songwriting ausmacht und wie ihr eure Fähigkeiten in diesem Bereich verbessern könnt.
Hier sind fünf Tipps, um euer Songwriting auf ein neues Level zu heben.
Zusätzlich findet ihr in der PDF einige kostenlose und hochwertige VSTs (virtuelle Instrumente) für eure Pre-Production und euer Songwriting, zusammen mit einem Downloadlink.
Punkt 1
Qualität über Quantität
Konzentriert euch lieber auf weniger, aber sorgfältig durchdachte und einzigartige Songs, die Themen behandeln, die euch wirklich bewegen und beschäftigen. Ich weiß, dass dies viel von euch persönlich preisgibt und eure innersten Gedanken zeigt. Doch genau diese Songs bleiben im Gedächtnis, berühren die Menschen auf einer tieferen Ebene und werden gehört, weil sie eine Verbindung herstellen – und letztendlich repräsentieren sie euch als Band.
Wenn euer kreativer Prozess viele herausragende Songs hervorbringt, ist das natürlich großartig. Plant jedoch die Veröffentlichung dieser Songs sorgfältig und teilt sie auf. Veröffentlicht vor jedem EP/Album mehrere Songs und plant die Releases gründlich, um genügend Content für jeden Song zu erstellen. Damit eure Veröffentlichungen nicht untergehen, ist es entscheidend, dass ihr eure zukünftige Fanbase auf diese Songs aufmerksam macht.
Mit anderen Worten: Veröffentlicht nicht einfach ein Album und erwartet, dass ihr sofort bekannt werdet. Das wird leider nicht funktionieren. Einzelne Singles mit durchdachtem Songwriting, die eine Geschichte erzählen, erhalten viel mehr Aufmerksamkeit als eine große Anzahl von Songs, die auf einmal veröffentlicht werden.
Punkt 2
Auf dem Weg zu mehr Kreativität
Viele unserer Alltagsverhaltensweisen sind erlernt. Genau wie ein Muskel können wir unsere mentalen Fähigkeiten trainieren – ja, sogar unsere Kreativität.
Nicht jeder kann auf Knopfdruck kreativ sein. Wie oft haben wir gedacht: “Ich sollte mal wieder mit dem Songwriting anfangen.” Doch dann dauert es eine Weile, um wieder in den Flow zu kommen, die Kreativität ist mal da, mal nicht. Aber Kreativität kann trainiert werden.
Schreibt jeden Tag mindestens eine halbe Seite auf, was euch beschäftigt, was euch durch den Kopf geht. Bildet daraus eine Text- oder Songzeile, die euch gefällt.
Nehmt euch täglich einige Minuten Zeit, setzt euch hin und sucht nach Akkorden, die euch gefallen. Spielt euer Instrument. Notiert euch schnell Lines, Riffs usw., die euch gefallen, und speichert sie in einem Ordner oder einem Dokument, in dem ihr eure Ideen sammelt.
Wiederholt das jeden Tag, und euer Gehirn wird schneller kreativ werden und ihr werdet viel mehr Ideen haben. Es ist besser, jeden Tag etwas zu tun, als an einem Tag viel vorzunehmen und dann wieder in eine längere Phase des “Reinkommens” zu geraten.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist, euer Leben und eure Freizeit mit verschiedenen Dingen zu füllen, die euch glücklich machen. Erlebnisse schaffen Ideen.
Punkt 3
Die passende Struktur für eure Songs
Im modernen Metal-Songwriting muss das Rad nicht neu erfunden werden, und das ist auch gar nicht nötig. Überlegt euch, was ihr an euren Lieblingsbands schätzt, und analysiert, was ihr Songwriting so einzigartig macht. Schaut euch an, wie sie ihre Songs strukturieren und warum sie auf euch so wirken. Hierbei geht es nicht darum, einfach zu kopieren, sondern darum, ein Gespür dafür zu entwickeln, warum die verschiedenen Teile und Übergänge eines Songs in ihrer Gesamtheit wirken.
Dadurch habt ihr eine Vielzahl von “Werkzeugen” zur Verfügung, um zu Beginn des Songwritings zu entscheiden, wie ihr euren Song aufbauen möchtet, damit er die maximale Wirkung erzielt. Dies wird euch auch bei der Auswahl von Ideen und Instrumentenparts enorm helfen.
Denkt beim Songwriting nicht isoliert an eure einzelnen Instrumente, sondern betrachtet den gesamten Song im Kontext. Ich empfehle, Demos aufzunehmen, damit ihr den Song im Zusammenhang hören könnt und dann entscheiden könnt, was noch hinzugefügt werden muss und ob die Struktur passt.
Überlegt euch, was der Song benötigt, um den gewünschten Effekt zu erzielen. Versucht nicht, alle eure Ideen in einen Song zu quetschen. Wählt diejenigen aus, die sich richtig anfühlen und den Vibe des Songs unterstützen.
Es ist auch ratsam, Rat und Feedback von einem erfahrenen Produzenten oder Mixing-Engineer einzuholen, der sich auf euer Genre spezialisiert hat.
Punkt 4
Verleiht euren Songs das gewisse Extra
Unvorhersehbares erzeugt Gänsehaut.
Habt ihr euch jemals gefragt, warum euch manche Songs beim Hören Gänsehaut bereiten? (Lasst uns ehrlich sein, das ist der Höhepunkt des Musikhörens, oder?) Dies hängt unter anderem mit der Vorhersagbarkeit und den Erwartungen unseres Gehirns zusammen, während wir Musik hören. Elemente in einem Song, die unerwartet auftauchen oder überraschen, geben uns neben anderen Faktoren genau diesen speziellen Gänsehautmoment. Diesen epischen Moment könnt ihr gezielt einsetzen, um eure Fans zu berühren.
In der modernen Metal-Musik ist es mittlerweile üblich, neben dem professionellen Mixing und Mastering auch eine Postproduktion durchzuführen. Das bedeutet, dass Synth-Layer, Synth-Leads, Synth-Pads im Hintergrund, Riser, Drops, Atmosphären, Spannungsaufbau usw. hinzugefügt werden. All dies unterstützt nicht nur den Song, sondern macht ihn auch einzigartig. Viele Bands haben durch ihre jeweiligen Produzenten in der Postproduktion auch ein paar “Signature” -Instrumente/Effekte.
Aber auch als Band könnt ihr bereits beim Songwriting überlegen, welche zusätzlichen Produktionselemente ihr euch vorstellen könnt und in den Song integrieren möchtet. Unten findet ihr einen Link zu den “Spitfire Audio LABS”. Alle virtuellen Instrumente (VSTs) sind komplett kostenlos.
Punkt 5
Arbeit mit Deadlines
Erfahrene Musiker und Bands wissen, wie wichtig es ist, mit Deadlines zu arbeiten. Eine sorgfältige Planung, einschließlich der Produktions- und Veröffentlichungsplanung für kommende Songs, ist unerlässlich.
Vorausschauende Planung ist entscheidend. Setzt euch beim Songwriting klare Deadlines (zum Beispiel für das Mixing & Mastering). Denn auch beim Songwriting kann zu langes Grübeln dazu führen, dass bereits gute Ideen überarbeitet werden und am Ende das Gefühl für den Song verloren geht. Wenn ihr viele Ideen für einen Song habt, trefft schnelle Entscheidungen und nehmt eine Demo auf. Evaluieren Sie, was funktioniert und was nicht, und gehen Sie dann weiter. Legt euch am besten eine Deadline fest, bis wann eine bestimmte Anzahl von Songs fertig sein soll.
Setzt die Deadline am besten einige Wochen vor dem Beginn der endgültigen Aufnahmen für eure Songs. Dies gibt euch genug Zeit, um Feedback von eurem Produzenten einzuholen.
Deadlines helfen euch dabei, Dinge abzuschließen und im Fluss zu bleiben, damit ihr regelmäßig neue Songs veröffentlichen könnt und als Band Fortschritte macht.
In der nächsten Kolumne werde ich darüber sprechen, was zu tun ist, wenn man als Band feststeckt oder nicht weiterkommt, und wie man weitere Fortschritte machen kann.
Download Links:
Spitfire LABS VST’s: https://labs.spitfireaudio.com/?sortBy=prod_products_labs_popular
Free MIDI Drums: https://ml-sound-lab.com/products/ml-drums-free


Textinhalte: Michaela Seifert – Meltdown Metal Studios
Textliche Umsetzung: Mia Lada-Klein
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