Pool Kids: „Easier Said Than Done“ – Mut mit Bremse

Pool Kids liefern mit „Easier Said Than Done“ solides Math-Rock-Emo mit Experimenten, bleiben jedoch oft in der Komfortzone stecken.

Text: Mia Lada-Klein

Das dritte Album der Math-Rock-Emo-Band aus Tallahassee will vieles und traut sich doch nicht immer ganz. „Easier Said Than Done“ strahlt stellenweise Klarheit und Mut aus, scheitert aber daran, diesen Biss konsequent zu halten.

Start mit leisen Tönen

Der Opener „Easier Said Than Done“ wirkt wie ein Statement. Textlich empowernd, musikalisch eher sanft, fast zu sanft. Auch „Tinted Windows“ bringt zwar mehr Tempo und ein paar experimentelle Einsprengsel, bleibt aber insgesamt brav, schlicht und unauffällig.

Gitarren retten, was zu retten ist

„Bad Bruise“ folgt zurückhaltend, überrascht aber mit starker Gitarrenarbeit. „Leona Street“ driftet in Indie-Pop-Gefilde, nett, aber nicht zwingend herausragend. Erst „Last Word“ bringt mehr Biss: dunkler Anstrich, monotone Rhythmik, Gitarren, die kurz vor Schluss noch einmal den Hintergrund versüßt. Der Refrain will ins Ohr, bleibt aber am Ende doch lieber an der Tür stehen.

Wenn die Atmosphäre stimmt

Mit „Sorry Not Sorry“ kommen dunklere Farben ins Spiel. Hall, Shoegaze-Ansätze, Synthies. Der Song erfindet das Rad nicht neu, gehört aber zu den stimmigeren Momenten. Auch „Which Is Worse“ setzt auf Hall und Experimente. Und tatsächlich wirkt die zweite Hälfte des Albums stärker, vor allem, weil die poppig-glatten Ansätze fast verschwinden. Ob das Zufall ist oder Konzept, sei dahingestellt.

Experimente im Mini-Format

„Perfect View“ ist fast schon spartanisch, eher Skizze als Song, aber interessant in seiner Reduziertheit. Vielleicht der mutigste Moment der Platte. Zum Abschluss gibt „Exit Plan“ noch mal Gas: rockig, ein bisschen poppig, ein ordentlicher Rauswurf, der zum gesamten Werk passt. 

Fazit: Mehr Wille als Wagnis

„Easier Said Than Done“ ist solide, aber kein Überflieger. Experimentelle Ansätze blitzen auf, bleiben jedoch halbfertig. Zu oft fühlt es sich an, als wolle man nicht zu sehr aus der Komfortzone. Ergebnis: ein nettes Mittelfeld-Album, nicht schlecht, aber auch nicht so packend, wie es sein könnte.

Mehr zur Band Pool Kids findet ihr in den Socials.

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