Delirium`s Dawn: Doomed to Collapse (Review)

Delirium’s Dawn liefern mit “Doomed to Collapse” ein kraftvolles Metalcore-Album voller Melodie, Dynamik und präziser Gitarrenarbeit.

Review: @tendenz_schwarz Marcus

Im ersten Quartal des kommenden Jahres 2026 werden uns Delirium`s Dawn mit ihrem neuen Album “Doomed to Collapse” beehren.

Zehn neue Songs zuzüglich eines Intros, verteilt auf eine Spielzeit von knapp einer dreiviertel Stunde, bilden eine kompakte Einheit, um uns das veredelte Neuwerk der Band kundzutun und den nächsten logischen Schritt nach vorne zu gehen.

Das die Band versiert mit ihren instrumentalen und kompositorischen Fähigkeiten vorgeht, ist nichts Neues. Fest verankert in dem Fundament des Metalcore hat die Band von Beginn an ihr Klangspektrum stets mit einer ausgeprägt melodiösen Gitarrenarbeit unterfüttert und so die Gesamtdynamik ihres Sounds einprägend erweitert. Dies macht das Hörerlebnis auf Distanz gesehen angenehmer und den bisweilen auftretenden Überraschungseffekt in den einzelnen Kompositionen umso schöner. So komme ich zu der Detailansicht.

Wer die Band kennt, weiß, dass das anmutig leicht daherkommende Intro sich nur als Täuschung entpuppen kann.

Folgerichtig knallen die ersten vollständigen drei Songs “Out of Hades”, “No Way out” und “The Serpent`s Head” erst einmal direkt vor den Sabberlatz. Straight, klar und wenig kompromissbereit agiert die Band und pflügt den Acker mit den Uptempo-Nummern ordentlich um. Als Etappensieger des Dreiergespanns nominiere ich “No Way out”, insbesondere wegen der feinen Leadgitarrenarbeit und den mehrstimmigen Chorusparts.

Das erste Highlight des gesamten Albums setzen sie mit dem anschließenden “Claiming Truth”. Es macht einfach Spaß, zu hören, wenn von den genretypischen Schemata ein kleiner Schritt mehr als üblich abgewichen wird und sich zumindest punktuell ein weiteres neues Klangbild in den Ohren offenbart. Stichwort Klargesangsfarbe und -line im Chorus. Stichwort Perfect Match. Geile Hookline.

Es ist tatsächlich für mich so, dass mir Delirium`s Dawn am besten gefallen, wenn sie aus dem Schredder–Growl–Gerumpel heraustreten und ihre ganze spezielle Dynamik, Klangfarbe, Leads und Melodieentwicklung in den Bridges, Interludien und Solis präsentieren. Dann ist die Band einfach auf den Punkt da und macht aus jedem einzelnen Song, wie die nachfolgenden “The Vial “oder “Relive I Resist” zum Beispiel etwas Besonderes und nicht „einfach nur Metalcore“.

In das gleiche Horn bläst “Lupine Night”. Wie gerne würde ich diesen Song mal ohne die „energetische“ Begleitung, sondern einfach in einer reduzierten Variante hören. Eine wahnsinnig gute Melodie, sowohl instrumententechnisch als auch bei dem Gesang. Zweites Highlight.

Mit “Oversaturated” kommt ein schön sperriger Geselle um die Ecke. Vom Grundgerüst her das Tempo etwas gedrosselt, den „gewaltigen Kulisse“ – Regler ein wenig nach oben geschoben und schon wird das in der zweiten Hälfte aufkommende Soundgewitter variabler gestaltet. Gefällt.

Den Song “Disintegrate” habe ich bereits als Singleauskopplung reviewt und bleibe selbstverständlich bei meiner dort getroffenen Kernaussage:

„…einen hochmelodiösen, aber nichtsdestotrotz heftigen Nackenhauer in die Zuhörerschaft… Ihre Melange aus markanten Melodieführungen bei der Leadgitarre, dem dichtgewobenen Gerüst aus Soundwand und Breaks der Rhythmusfraktion sowie dem genretypischen Wechselgesang zwischen Clear und Growls bergen innerhalb des Melodic Metalcore Universums keine bahnbrechenden Überraschungen, aber auch keine Enttäuschungen …“

Mit “It Ends Tonight” schließt das Album ab und Delirium`s Dawn bleiben konsequent auf Kurs. Meisterlich bewegen sie sich auf ihrem musikalischen Kurs zwischen extrem melodiöser Leadgitarrenarbeit, dem Gut-und-Böse-Wechselspiel der Gesangsarbeit und den Kernelementen des Metalcore.

“Doomed to Collapse” ist ein ausgewogener und typischer Vertreter ihres eigenen Bandkatalogs und des Genres, in welchem es sich bewegt. Es hat, wie beschrieben, seine sehr hörenswerten Höhepunkte. Es hat manchmal auch seine Längen. Inwieweit es sich in dem meines Erachtens übervollen, bisweilen auch überfrachteten, Core-Bereich beweisen kann, wird sich zeigen.

Mehr zur Band Delirium’s Dawn findet ihr in den Socials.

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