Selbstoptimierung 1

Letzte Woche habe ich ein Eigenexperiment gewagt. Nennen wir es mal: Der Versuch der Weiterentwicklung ODER: Die Optimierung meiner Selbst.
Frei nach dem Motto: Neues Jahr, neues Glück, neues Selbst-irgendwie.


Zu diesem Anlass habe ich mir die komplette Woche Ratgeberbücher bzw. Selbsthilfebücher ANGEHÖRT.
Die Zeit zum Lesen hatte ich nicht, aber in den zeitlichen Nischen des Nicht-wirklich-was-tun ist genug Zeit gewesen für: Eigenexperiment mit dem Ziel der Weiterentwicklung durch das Hören von Hörbüchern:-)
Dank des Internets und des Handys hatte ich die Möglichkeit diese Hörbücher in allen Zwischenphasen meines Alltags zu hören, denn alle von mir ausgewählten Bücher gibt es bei youtube:-)
-Auf dem Weg zum Sport.
-Auf dem Weg zur Arbeit.
-Auf allen Wegen zurück.
-Bei der Essensvorbereitung.
-Beim Essen selbst.
-Beim abendlichen Baden.
Ich stellte zumindest fest, dass ich sehr viel Zeit zwischendurch habe:-) Das beruhigte mich und irritierte mich zugleich, aber das ist ein anderes Thema.
Ich habe mich für drei Hörbücher entschieden, die ich euch in den nächsten drei Tagen vorstellen möchte.
Du bist der HammerJen Sincero
Am Arsch vorbei geht auch ein WegAlexandra Reinwarth
Ich bleib so Scheiße wie ich binRebecca Niazi-Shahabi

Am Ende werde ich ein Resümee ziehen und euch mitteilen, was und ob mir diese Hörbücher etwas gebracht haben. Hier und da werde ich sicher im ersten Anlauf Dinge kritisieren, aber manchmal muss man Dinge auch erst auf sich wirken lassen, also ist das endgültige Resümee entscheidend.
Nichtsdestotrotz:
Jen Sincero: Du bist der Hammer

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Liebe dich selbst! Jaaaaaa:-) Diesen Satz hört man in diesem Buch alle zehn Minuten. Erstaunlicherweise ging er mir nicht ganz so sehr auf den Keks. Auch wenn es eigentlich schon fast eine abgedroschene Floskel ist, hat Sincero es doch geschafft den Satz nicht ganz so nervtötend wirken zulassen, wie er manchmal in anderen Ratgeberbüchern wirkt. Ein Pluspunkt, wie ich finde:-)
Ihre Motivationsreden waren, sagen wir mal, ganz okay. Es war das typische: Liebe dich selbst! Du bist klasse! Du schaffst alles, wenn du willst!
Naja, ich werde nicht Heidi Klum, auch wenn ich das noch so sehr will, aber sie hat recht mit dem, was sie sagt, wenn sie sagt, dass wir unser Leben gestalten können, wie wir wollen und das beste aus uns herausholen sollen. Es geht dabei dann eher um die Frage: Was finde ich toll an Heidi Klum, bitte nehmt das Beispiel nicht ganz so wörtlich, und schaffe ich das auch, dies in mir wachzurufen? Das ist gar nicht verkehrt, zumindest dieser Denkansatz.
Die Leserin des Textes hat das auch ganz wunderbar vorgetragen:-) Die Stimme, die Betonung der richtig toll klingenden Sätze….
Ich war teilweise kurz davor, meine Nebenjobs zu schmeißen, meine Liebsten zu verlassen und nach SonstWohin auszuwandern um dort mit Schnitzereien aus Bambusstäben ein Vermögen zu verdienen.
Aber ein paar der Punkte, die Sincero in ihrem Werk vom besten gibt, ließen mich dann doch den Weg in mein vertrautes Büro finden:-)
Suchen Sie sich einen Coach!
Investieren Sie Ihr Geld in Kurse und Fortbildungen! Wenn Sie kein Geld haben, treiben Sie es auf! Fragen Sie Freunde! Nehmen Sie einen Kredit auf!
Punkt 1: Ich schaffe es also doch nicht alleine und brauche Hilfe, weil ich eben alleine doch nicht sooooo hammermäßig bin!
Punkt 2: Ich soll Schulden machen!

Klar, klingt beides total plausibel. Wenn ich mir Menschen mit ins Boot hole, die von meinem Geld ihr Leben bezahlen und ich alle Leute um mich herum anschnorre, damit diese Menschen das dann tun können, dann bin ich irgendwann der Hammer!:-)

Das war das Problem bei dem Buch. Es gab ein paar Stellen, da konnte ich wirklich mal über mich und über mein Leben nachdenken. Da hat das Buch feinste Arbeit geleistet, aber Bambusschnitzereien und Verschuldung ist in der nahen Zukunft nicht mein Plan:-)
Zum Hören ist das Buch aber schon schön. Das liegt aber doch an der Sprecherin:-) Wie sie das niederliest und wiedergibt: Das ist echt der Hammer:-)

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8 Kommentare zu „Selbstoptimierung 1

  1. Apropos LERNEN aus der LITERATUR … Das habe ich vor Jahren auch mal probiert … Das RESÜMEE:
    *
    Erkenntnis aus der Literatur

    Lieber
    durch Natur belassene „FEUCHTGEBIETE“
    wandern,
    um dort
    lebensbejahend zu genießen;
    als
    durch gesellschaftliche „SEICHTGEBIETE“
    irren,
    um dort
    hemmungslos zu verblöden …
    ___
    [(C) PachT, 2009
    nach dem Lesen der Bücher: „FEUCHTGEBIETE“ von Charlotte Roche / Dumont Verlag und „SEICHTGEBIETE“ von Michael Jürgs / C. Bertelsmann Verlag]
    ***

    Gefällt 1 Person

  2. Solange das Buch jemandem positive Impulse gibt, finde ich es ok. Ich mag diese marktschreierischen, schrillen Bücher nicht, deren Titel nach Tweets aus Twitter klingen (Twitter mag ich sehr!) und die in Richtung Selbstoptimierung zielen, als sei man ein Produkt. Irgendwie schwingt für mich immer ein „selbst schuld“ mit, wenn man nicht „erfolgreich“ ist.

    Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nie wie Heidi Klum sein wollte. Aber ein Vermögen über Verschuldung aufzubauen, finde ich genial 😉 Wenn ich dann ein Vermögen habe, schreibe ich ein Buch darüber, dass Geld nicht glücklich macht, denn dann muss ich es ja wissen…

    Gefällt 1 Person

  3. Statt Bücher, die mir letztlich auch nur bestätigen, dass ich nicht der Hammer bin, solange ich nicht selber tue, was sie mir sagen, bevorzuge ich Menschen, die mich auch dann noch der Hammer finden, wenn ich ganz und gar nicht der Hammer bin.
    Ok, das hört sich kompliziert an, aber wer es mal erfahren hat, der weiss was ich meine 🙂

    Gefällt 1 Person

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