„Unter meinem Niveau“. Diesen Satz hört man bei der Jobsuche immer wieder. Doch warum werden bestimmte Berufe abgewertet? Über Arbeitslosigkeit, beruflichen Stolz und die Frage, ob man wirklich zu gut für manche Stellenangebote ist.
Text: Mia Lada-Klein
Stellenangebote: Warum manche Menschen bestimmte Arbeit abwerten
Ich hatte neulich ein Gespräch, das auf den ersten Blick gar nicht besonders spektakulär war. Es war keine politische Grundsatzdebatte, kein dramatischer Moment, bei dem man hinterher sagen könnte: „Das werde ich nie vergessen.“ Aber trotzdem ist mir dieses Gespräch im Kopf geblieben.
Zum Hintergrund:
Ich war mit einer Arbeitskollegin im Fitnessstudio. Wir sind nicht befreundet. Wir kennen uns auf diese angenehm sterile Art, auf der man sich im Berufsleben eben kennt: freundlich, professionell und mit genauso wenig persönlicher Nähe, dass man gemeinsam trainieren kann, aber ohne anschließend die eigenen Kindheitstraumata auszutauschen. Also gut im Sinne von: Wir können uns unterhalten, lachen und eine Mittagspause miteinander verbringen, ohne dass die Personalabteilung alarmiert werden muss. Freundschaft ist allerdings etwas anderes.
Wir waren also zusammen trainieren.
Während wir dort waren, sah ich einen jungen Mann, der im Fitnessstudio als Reinigungskraft arbeitet. Ein junger Marokkaner. Ich sehe ihn dort häufiger, weil ich regelmäßig in diesem Fitnessstudio bin. Er macht seinen Job, hält den Laden sauber und sorgt dafür, dass andere Menschen in einer Umgebung trainieren können, in der sie sich möglichst wenig Gedanken darüber machen müssen, wer eigentlich den Dreck hinter ihnen beseitigt.
Meine Kollegin äußerte sich abfällig über ihn und seine Arbeit. Sinngemäß war es: Das sei doch ein jämmerlicher Job. So etwas würde sie niemals machen.
Ich musste ehrlich gesagt erst einmal schlucken.
Nicht, weil ich glaube, dass jeder Mensch jeden Job machen muss. Natürlich nicht. Wir dürfen Wünsche haben. Wir dürfen berufliche Ziele haben. Wir dürfen sagen, dass wir bestimmte Tätigkeiten nicht machen möchten.
Aber zwischen „Das ist nicht der Job, den ich machen möchte“ und „Das ist ein jämmerlicher Job“ liegt ein ziemlich großer Unterschied.
Stellenangebote und die unsichtbaren Menschen, die alles am Laufen halten
Wir leben in einer Gesellschaft, in der erstaunlich viele Menschen gerne die Dienstleistungen in Anspruch nehmen, auf die sie gleichzeitig herabschauen.
Die Toilette soll sauber sein, aber bitte nicht darüber nachdenken, wer sie putzt.
Der Müll soll verschwinden, aber bitte nicht fragen, wer ihn abholt.
Das Fitnessstudio soll hygienisch sein, aber die Reinigungskraft soll möglichst unsichtbar bleiben.
Das Essen soll auf dem Tisch stehen, aber die Küche dahinter interessiert niemanden.
Das Paket soll am nächsten Morgen vor der Tür liegen, aber der Mensch, der es nachts durch die Gegend fährt, soll bitte möglichst wenig kosten.
Es ist eine bemerkenswerte gesellschaftliche Konstruktion: Wir brauchen diese Menschen jeden Tag, behandeln ihre Arbeit aber häufig so, als wäre sie eine Art Beweis dafür, dass jemand im Leben gescheitert ist.
Dabei ist es keine Schande, zu arbeiten.
Schlimmer wäre es doch, überhaupt nichts zu tun und sich gleichzeitig für zu gut zu halten, um etwas anzufangen.
Stellenangebote und die Frage: Unter welchem Niveau eigentlich?
Natürlich gibt es Jobs, die Menschen nicht machen möchten. Es gibt Jobs, die schlecht bezahlt sind. Jobs, die körperlich anstrengend sind. Jobs mit schlechten Arbeitsbedingungen. Jobs, bei denen man sich fragt, warum eigentlich niemand auf die Idee gekommen ist, sie vernünftig zu bezahlen.
Aber wann genau wurde daraus die Vorstellung, dass bestimmte ehrliche Arbeit einen Menschen weniger wert macht?
Wer entscheidet eigentlich, welches Niveau ein Mensch hat?
Der Beruf?
Das Gehalt?
Der Titel auf der Visitenkarte?
Die Anzahl der Buchstaben vor dem Namen?
Oder vielleicht doch eher die Art und Weise, wie jemand mit anderen Menschen umgeht?
Ich persönlich habe den größten Respekt vor Menschen, die morgens aufstehen, zur Arbeit gehen und ihr eigenes Geld verdienen. Nicht, weil jede Arbeit automatisch etwas Heldenhaftes wäre, sondern weil es zumindest bedeutet, dass man seinen Lebensunterhalt nicht dauerhaft mit der Suche nach Gründen finanziert, warum es gerade leider nicht anders geht.
Natürlich kann man arbeitslos werden. Natürlich kann man krank sein, Pech haben oder eine Zeit lang keine passende Stelle finden. Das Leben ist schließlich kein Bewerbungsportal mit garantierter Zusage.
Interessant wird es nur, wenn aus der Übergangsphase ein Lebenskonzept wird. Ein Jahr lang ist plötzlich jede Tätigkeit unter der eigenen Würde, jede Stelle unpassend und jede Zumutung unzumutbar. Gleichzeitig wird mit beeindruckender Konsequenz erklärt, dass man selbstverständlich arbeiten würde, wenn es denn endlich etwas gäbe, das den eigenen Ansprüchen entspricht.
Noch faszinierender finde ich das gesellschaftliche Paradoxon, dass körperliche Arbeit teilweise als persönliches Scheitern betrachtet wird, während manche Frauen auch gleichzeitig bereit sind, sich für Geld im Internet zur nackten Ware zu machen.
Am Ende bleibt für mich eine ziemlich einfache Rechnung: Ich respektiere Menschen, die ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten deutlich mehr als Menschen, die jahrelang darauf warten, dass das Leben ihnen eine Tätigkeit anbietet, die ihrem Selbstbild würdig ist.
Denn irgendwann stellt sich eine unangenehme Frage: Vielleicht ist dann nicht mehr der Arbeitsmarkt das Problem. Vielleicht ist es das eigene Bild davon, welche Arbeit man angeblich verdient.
Ein Jahr warten, weil man „zu gut“ ist?
Ich kenne jemanden, der über ein Jahr lang nach einem Job gesucht hat, bevor er schließlich einen gefunden hat.
Über ein Jahr.
Und ich frage mich manchmal, was eigentlich passieren muss, bevor man sich selbst eingesteht, dass ein gewisser beruflicher Stolz irgendwann in eine ziemlich teure Form von Selbstüberschätzung kippen kann.
Natürlich soll niemand seine Qualifikation wegwerfen. Natürlich soll ein Akademiker nicht automatisch froh sein müssen, wenn er irgendeinen Job bekommt, der überhaupt nichts mit seinen Fähigkeiten zu tun hat. Aber man kann doch arbeiten und gleichzeitig weitersuchen. Man kann sich ein stabiles zweites Standbein aufbauen. Man kann sagen: „Das ist nicht mein endgültiges Ziel, aber es bringt mich durch diese Phase.“ Das ist keine Niederlage. Das ist Realität. Und während man arbeitet, kann man sich weiterhin bewerben, Weiterbildungen machen, Kontakte knüpfen und nach dem nächsten Schritt suchen. Man muss nicht auf einer imaginären Karriereautobahn stehen bleiben, nur weil die gewünschte Ausfahrt gerade gesperrt ist.
Stellenangebote: Stolz ist manchmal nur Arroganz im Sonntagsanzug
Vielleicht sollten wir ohnehin etwas vorsichtiger mit dem Wort „unter meinem Niveau“ umgehen. Denn manchmal ist „unter meinem Niveau“ nichts anderes als ein sehr hübsches Kleid für Arroganz. Es klingt besser.
„Ich bin mir dafür zu schade“ klingt schließlich nach Selbstachtung.
„Ich halte mich für etwas Besseres“ klingt dagegen ziemlich hässlich.
Also nennen wir es lieber Niveau. Das macht die Sache gesellschaftsfähiger.
Ich habe einen Hochschulabschluss, deshalb ist Putzen unter meinem Niveau.
Ich habe Berufserfahrung, deshalb ist Gastronomie unter meinem Niveau.
Ich habe einmal in einer bestimmten Branche gearbeitet, deshalb ist ein einfacher Job unter meinem Niveau.
Und plötzlich wird aus Arbeit eine Rangliste der menschlichen Würde.
Ganz oben sitzen diejenigen mit den prestigeträchtigsten Berufsbezeichnungen.
Ganz unten diejenigen, die dafür sorgen, dass der Rest überhaupt funktioniert.
Eine ziemlich bizarre Konstruktion.
Ich habe selbst einmal „unter meinem Niveau“ gearbeitet
Ich kenne diese Diskussion auch aus meinem eigenen Leben. Ich habe einmal in einem Restaurant gearbeitet. Und zwar nicht nur irgendwo ein bisschen im Service. Ich habe dort im Grunde alles gemacht: Service, Küche, Marketing, Social Media und was eben sonst noch anfiel.
Es ist das Restaurant eines Freundes. Und weil es ein kleiner Betrieb war, war niemand ausschließlich für eine einzige Aufgabe zuständig.
Und wisst ihr was?
Ich hatte Spaß daran.
Es war Arbeit. Teilweise anstrengend. Teilweise chaotisch. Teilweise wahrscheinlich genau das Gegenteil von glamourös. Aber es war ehrlich.
Und es war eine Zeit meines Lebens, in der ich echt Spaß hatte, mit Freunden gearbeitet habe, für die ich mich nicht schäme und an die ich gerne zurückdenke.
Später wechselte ich wieder vollständig in die Redaktion.
Ein Bekannter sagte dann zu mir: „Das war ja auch nichts für die Ewigkeit für dich.“
Ich weiß bis heute, dass er es vermutlich nicht böse gemeint hat. Aber der Satz hat mich trotzdem getroffen. Denn plötzlich klang diese Tätigkeit wie eine kleine Episode, die man möglichst schnell hinter sich gebracht hatte. Als wäre das Restaurant eine Zwischenstation gewesen, die man in einem seriösen Lebenslauf besser nicht zu laut erwähnt. Nur war es für mich eben mehr als das. Dort arbeiteten und arbeiten heute noch Menschen, die mir wichtig waren und sind. Meine besten Freunde eben.
Menschen, mit denen ich nicht nur irgendwann einmal Zeit verbracht habe, sondern mit denen ich bis heute Zeit verbringe. Menschen, mit denen ich gelacht, gearbeitet und wahrscheinlich mehr erlebt habe als mit so manchem Menschen aus meinem vermeintlich „höheren“ beruflichen Umfeld.
Manchmal stellt man eben fest, dass der berufliche Status erstaunlich wenig darüber aussagt, wie viel “WERT” tatsächlich in einem Menschen steckt. Auf der einen Seite die schicken Titel, die gepflegten Lebensläufe und das wichtige Gerede über Karriere. Auf der anderen Seite Menschen, mit denen man nachts irgendwo sitzt, gemeinsam durch beschissene Zeiten geht, arbeitet, lacht und am Ende Geschichten hat, die kein LinkedIn Profil der Welt schöner formulieren könnte.
Vielleicht ist das auch der Grund, warum mir manche Menschen aus meinem „höheren“ beruflichen Umfeld erstaunlich fremd vorkommen. Während andere, die gesellschaftlich angeblich viel weniger darstellen, längst Teil meines Lebens geworden sind. Offenbar ist Menschlichkeit eine Qualifikation, die man auf keiner Visitenkarte findet.
Und deshalb hat mich dieser Satz so getroffen. Nicht nur wegen meiner eigenen Arbeit. Sondern weil er indirekt auch die Menschen abwertet, die diese Arbeit weiterhin machen.
Arbeit ist keine menschliche Rangordnung
Wir sollten endlich aufhören, Menschen über ihre Tätigkeit zu sortieren. Ein Mensch ist nicht seine Berufsbezeichnung. Eine Reinigungskraft ist nicht weniger wert als ein Redakteur. Eine Kellnerin ist nicht weniger wert als der Managerin. Ein Lagerarbeiter ist nicht weniger wert als ein Unternehmensberater. Und ein Mensch, der gerade irgendeinen Job macht, um sich über Wasser zu halten, ist nicht gescheitert, nur weil dieser Job auf LinkedIn nicht besonders beeindruckend aussieht.
Es gibt Menschen mit beeindruckenden Karrieren, die menschlich unerträglich sind. Und es gibt Menschen mit schlecht bezahlten Jobs, die großzügiger, loyaler, humorvoller und anständiger sind als viele, die sich selbst für die Elite halten.
Das eigentliche Niveau eines Menschen ist deshalb gar nicht auf der Gehaltsabrechnung zu finden. Es zeigt sich eher darin, wie er über Menschen spricht, die ihm nichts bringen.
Der junge Mann im Fitnessstudio
Deshalb musste ich nach diesem Gespräch mit meiner Kollegin jetzt noch einmal an den jungen Mann aus dem Fitnessstudio denken.
Ich kenne seine Geschichte nicht.
Ich weiß nicht, warum er dort arbeitet.
Vielleicht ist es sein erster Job in Deutschland.
Vielleicht finanziert er damit seine Ausbildung.
Vielleicht unterstützt er seine Familie.
Vielleicht studiert er irgendwann.
Vielleicht möchte er einen völlig anderen Beruf.
Vielleicht ist er mit seinem Leben zufrieden.
Vielleicht ist er es nicht.
Vielleicht ist dieser Job nur eine Zwischenstation oder ein Nebenjob.
Aber eines weiß ich:
Er steht dort und arbeitet.
Er verdient sein Geld mit einer Arbeit, die notwendig ist.
Er sorgt dafür, dass andere Menschen in einem sauberen Studio trainieren können.
Und dafür verdient er Respekt.
Nicht Mitleid.
Nicht gönnerhaftes Schulterklopfen.
Und schon gar nicht den Kommentar, dass sein Job „jämmerlich“ sei.
Jämmerlich finde ich etwas anderes.
Nämlich wenn ein Mensch auf einen anderen herabschaut, nur weil dieser gerade dort steht, wo er selbst glaubt, niemals stehen zu wollen.
Jobsuche und Arbeit: Warum jeder Job Respekt verdient
Vielleicht war dieses Gespräch am Ende auch gar nicht traurig. Vielleicht war es auf eine unangenehme Art aufschlussreich. Denn manchmal lernt man einen Menschen nicht dadurch kennen, was er über sich selbst erzählt. Man lernt ihn kennen, wenn er über Menschen spricht, von denen er glaubt, dass sie unter ihm stehen. Und plötzlich versteht man Dinge. Man versteht, warum bestimmte Freundschaften nie entstehen. Warum manche Menschen miteinander arbeiten können, aber nicht miteinander verbunden sein müssen. Und warum man manchmal nach einem scheinbar belanglosen Satz nach Hause geht und denkt: Jetzt weiß ich wieder ein bisschen besser, mit wem ich meine kostbare Lebenszeit verbringen oder besser nicht verbringen will.
Wir sollten deshalb weniger darüber sprechen, welche Arbeit „unter unserem Niveau“ ist. Und stattdessen häufiger darüber nachdenken, welches Verhalten eigentlich unter unserem Niveau sein sollte.
Denn es ist keine Schande, einen Job zu machen, den man nicht für den Rest seines Lebens machen möchte. Es ist sogar eine Form von Stärke, in einer schwierigen Phase einfach anzupacken. Eine Schande ist es meiner Meinung nach eher, den Menschen zu verachten, der genau das tut, was man selbst gerade nicht tun möchte.
Am Ende bleibt nämlich eine ziemlich unbequeme Erkenntnis:
Man kann sehr weit oben auf der Karriereleiter stehen und trotzdem menschlich ziemlich weit unten angekommen sein. Und manchmal ist der Mensch, über den man gerade die Nase rümpft, derjenige, der von uns allen am meisten verstanden hat, worauf es im Leben tatsächlich ankommt.
Arbeiten.
Durchhalten.
Weitermachen.
Denn am Ende ist es vielleicht gar nicht so beeindruckend, immer höhere Ansprüche an das Leben zu stellen. Vielleicht ist es beeindruckender, auch dann weiterzumachen, wenn das Leben gerade nichts Besonderes anzubieten hat. Und vielleicht sollte man sich gelegentlich daran erinnern, dass ein Mensch, der jeden Morgen für sein eigenes Geld aufsteht, mehr über Verantwortung aussagt, als jemand, der ein Jahr lang vom Staat lebt und dabei noch erklärt, warum ihm die angebotenen Möglichkeiten nicht gut genug sind.
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Mia Lada-Klein ist Journalistin und Redakteurin mit Schwerpunkt Musik, Kultur und Medien. Neben analytischen Texten führt sie regelmäßig Interviews mit Musikerinnen, Musikern und Kreativen und beschäftigt sich mit Identität, kreativen Prozessen und medialer Wahrnehmung.
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Ich sehe das genauso. Gerade die Menschen, die diese Arbeit machen, halten unseren Alltag und damit letztlich auch unsere Gesellschaft am Laufen. Wie selbstverständlich wir manche Tätigkeiten nehmen, ohne darüber nachzudenken, wer sie eigentlich erledigt, finde ich manchmal echt erstaunlich. Ein sehr wichtiger Gedanke in deinem Text.
Genau das! Und dann wundern sich manche, warum sie trotz Studium und fünf Jahren Berufserfahrung keinen Job finden. Wer sich für Putzen, Lagerarbeit oder andere einfache Tätigkeiten zu schade ist, könnte bei der Jobsuche irgendwann noch merken, dass der Arbeitsmarkt leider nicht auf das persönliche Selbstbild wartet.
Ganz ehrlich, deine Kollegin klingt einfach maximal abgehoben. Sich hinzustellen und einen Menschen abzuwerten, weil er als Reinigungskraft arbeitet ist schon eine ziemlich peinliche Form von Arroganz. Das Leben kann sich nämlich schneller drehen, als einem lieb ist und wenn sie irgendwann selbst mal unten steht, darf sie sich dann gerne daran erinnern, wie sie früher über andere geredet hat. Aber wahrscheinlich heißt es dann wieder ‘Das Leben ist so unfair’ und dein Bekannter mit seinem ‘Das war ja auch nichts für die Ewigkeit’ setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Was für ein dämlicher und überheblicher Spruch. Als wäre ehrliche Arbeit plötzlich peinlich, nur weil sie nicht ins schicke Karrierebild passt. Manche Leute sollten echt mal von ihrem hohen Ross runterkommen. Ein Job ist ein Job.
Ich musste beim Lesen an das Sprichwort „Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert“ denken. Genau so empfinde ich es auch: Warum sollte ehrliche Arbeit etwas sein, für das man sich schämen oder zu schade sein muss? Entscheidend sollte doch sein, dass jemand arbeitet und seinen Lebensunterhalt selbst bestreitet, unabhängig davon, wie prestigeträchtig die Tätigkeit ist.