Der Beobachtende

Heute Abend präsentieren wir euch erneut einen ganz besonderen Lyriker, der den Weg zu uns gefunden hat.


Aufgewachsen ist er in einer Schauspielerfamilie, so ist ihm das Künstlerische schon in die Wiege gelegt worden. Seine große Leidenschaft ist das Schreiben. Doch genauso sehr wie Worte liebt er das bildhafte Gestalten oder in der Musik abzutauchen. In seinen Texten verarbeitet er seine Lebenserfahrungen, reflektiert über das Sein, die Welt und das Zeitgeschehen. Dabei entpuppt er sich als guter Beobachter und kritischer Betrachter des Gesellschaftlichen. Seine Worte und Gedanken gibt es bereits zum Nachlesen. Er veröffentlichte einen Kurzgeschichtenband, sowie einen Gedichtband. Nun dürfen wir gespannt sein auf den Mann des Abends, der uns heute mit seiner Lyrik erfreut:
Lotar Martin Kamm

Martin für mia

 

https://querdenkende.com/

Künstler-HP:

http://tha-seo-math.de.tl/

 

 

1. Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
(Der Mensch, die Muse, das Unglück)

Von einem Dämon kann keine Rede sein, schließlich schreibe ich weder zwanghaft noch in Trance, auch keine Hektik treibt mich an. Wenn man das Verführen aufknüpft, dann schwingt das eigene Leben mit hinein in meine Texte, die Reflexionen gemachter Erfahrungen, wobei natürlich ein wertvoller Schatz intuitiver Phantasie sich hinzufügt, ohne jedwede Vorahnung, wann und wie das geschieht, es passiert schlichtweg. In David Hunters Buch über die Beatles, welches ich geradezu verschlungen habe, beschreibt John Lennon in einer Passage, wie er den Song „Yesterday“ des nachts schrieb, er das Gefühl hatte, eine gewisse Energie führe seinen Stift, die ihren Weg aus dem Kosmos zu ihm fand. Ganz ähnlich ergeht es mir beim Schreiben.

 

2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du … 
(Erzähl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von deinen dunklen Geheimnissen)

…ziemlich vielseitig unterwegs bin, somit nicht nur schreibend, sondern generell ziemlich kreativ. Mein Interesse liegt in der Musik genauso wie im bildhaften Gestalten, im Erzählen wie beim Bewegen, den Körper einzusetzen. Macken gehören zum Leben, machen auch mich aus, wobei eine gewisse Ungeduld mich packen kann, wenn etwas nicht so gelingt, wie ich es gern hätte. Ansonsten prägt mich meine eigene Familie als zweifacher Papa und vierfacher Opa, das bedeutet viel Austausch und Freude.

 

3. Welche Götter verehrst du?
(Künstler, die dich prägten, die du gerne liest oder empfehlen möchtest.)

Gar keine, erst recht nicht als konfessionsloser, obwohl schon dem Buddhismus angetan. Kunstschaffende haben mich, seit dem ich denken kann, geprägt, aufgewachsen in einer Schauspielerfamilie. Ob ein Heinrich Böll, ein Wolfgang Borchert, ein Edgar Allan Poe, ein Frank Schätzing, Bands wie Emerson Lake & Palmer, Deep Purple, The Beatles oder Maler wie Salvador Dali, Hannah Höch. Die Liste wäre letztlich wesentlich länger.

 

4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
(Lesungen, Poetry-Slam, Veröffentlichen in Zeitschriften, Büchern, Internet usw.)

In erster Linie im Internet veröffentlichen, und zwar täglich auf unserer Seite „Querdenkende“. Obendrein sind zwei Bücher erschienen, zum einen der Kurzgeschichtenband „Hrabans geheimnisvolle Reise zum Kontinent des Lächelns“ und zum anderen ein Gedichtband „Menschen nur noch Zaungäste“.

5. Und nun, zeige dich! 
(Mit bis zu zehn charakteristischen Werken, die du uns vorstellen magst. Mit einem Bild von dir? )

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Vieles einfach vorwegnehmen
Scheitern, ohne Schaden zu nehmen,
sich in Sicherheit wähnen.
Manager gelangweilt gähnen
angesichts sozialkritischer Themen.

Einstreichen, selbstgefällige Tantiemen,
dabei sich garantiert nicht schämen.
Besser an gewählte Politik lehnen,
stets nach noch mehr Profit sich sehnen.

Wohin mit all den Problemen,
verschieben zu den Rechtsextremen?
Die sie gern aufnehmen,
von München bis nach Bremen.

Lassen wir dieses unselige Bezähmen,
bedenkt, wo wir wohl hinkämen.
Nicht nur glotzen die Tagesthemen,
sich keinesfalls grämen.

Finden wir uns in Systemen,
in herrischen und angenehmen,
manche gar gezielt Menschen lähmen.
Im Lichte dunkler Schemen.

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6 Kommentare zu „Der Beobachtende

      1. Genau, man muß auch nicht alles verstehen. Ich muß allerdings gestehen, daß ich damals nicht David Hunter las, sondern Hunter Davies, ein kleener feiner Unterschied. Mit Neidern kann ich gut leben, solche begegnen mir tagtäglich beim Schreiben für „Querdenkende“. 😉 John und Paul waren sehr unterschiedlich, hatten meist eine völlig andere Vorgehensweise beim Komponieren. Klar, Verwechslung, den Text schrieb in der Tat Paul, sei mir nach 42 Jahren lesen der Lektüre wohl verziehen. Danke für Deine Zeilen.

        Gefällt 1 Person

      2. Jeder, der schreibt, kennt das: man trifft immer auf Menschen, die einen nicht verstehen oder nicht verstehen wollen oder nicht nachvollziehen können, warum was gefällt🙈So ist das nun mal. Wir finden es gut, dass du bei uns mitgemacht hast. Danke dafür 💚❤👍Ich persönlich kann darüber hinwegschauen, dass man nach ein paar Jahren einfach nicht mehr jedes gelesene Detail im Kopf hat😉😎

        Gefällt 3 Personen

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