Joe Ahlf-Büße deine Schuld (Interview)

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Guten Morgen am Sonntag, ich grüße euch:-)


Ich bin auch schon frisch und fruchtig unterwegs und habe mich auch aufgehübscht für meinen heutigen Ehrengast und ich freue mich wahnsinnig, dass er sich die Zeit genommen hat und sich meinen Fragen gestellt hat.
Hier ist er, der Autor des Buches:
Büße deine Schuld
Joe Ahlf
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Wir beginnen auch sofort mit der Fragerunde:

1.Wie lange hast du für die Recherchearbeit gebraucht? Ich habe auch die Danksagung gelesen und darin bedankst du dich auch bei den Ermittlern Oh Jay und Benny für den geduldigen Umgang mit deinen zahlreichen Fragen. Nicht nur diese zwei waren wichtig für die Geschichte, sondern auch ganz anderes Wissen. Wie lange dauerte die Vorarbeit und dann auch die gesamte Schreibdauer des Werks?
Vom ersten groben Plot bis zur Veröffentlichung hat es ungefähr 1,5 Jahre gedauert. Wobei man natürlich sagen muss, dass ich aus beruflichen Gründen einige Schreibunterbrechungen von mehreren Wochen hatte. Die Recherche war für mich dabei fast genauso interessant, wie das Schreiben selbst. Über mehrere Tage hinweg durfte ich zwei Ermittlern bei ihrer Tatortarbeit über die Schulter schauen und realistische Abläufe kennenlernen. Des weiteren habe ich mich intensiv mit der Arbeit eines Rechtsmediziners auseinandergesetzt und mir eine Autopsie angesehen. Zu guter letzt habe ich sogar Gunther von Hagens „Körperwelten“ besucht – zweifellos eine streitbare, aber dennoch hoch informative Ausstellung. Am Ende haben all die Eindrücke und Gespräche ihren jeweils eigenen Weg ins Buch gefunden.

2. Jede gute Geschichte steht und fällt auch mit ihren Protagonisten. Figuren zu erschaffen macht Spaß, aber es ist auch nicht ganz leicht, authentische Charaktere zu kreieren. Wie gingst du vor bei deinen Figurengeburten? Hast du Steckbriefe gemacht oder ganze Biografien verfasst?
Ich habe mir tatsächlich Steckbriefe angefertigt. Was aber für mich das wichtigste war: alle Macken und Wehwehchen, sämtliche Redensarten, typische Bewegungen und auffällige Charakterzüge sind mir so oder zumindest so ähnlich irgendwo in meinem Leben schoneinmal begegnet. Wer es also schafft, mich nachhaltig zu beeindrucken oder durch Verhaltensauffälligkeiten in Erinnerung zu bleiben, kann schnell zu einer Art Pate für zukünftige Charaktere werden.

3. Weder die Geschichte noch Charaktere aus deinem ersten Buch haben Bezug zu „Büße deine Schuld“ – Gibt es dafür einen Grund?
Da mein erstes Buch „Machtwechsel“ größtenteils während bzw. in der Zeit direkt nach einem Auslandseinsatz in Afghanistan entstanden ist, war die Richtung Polit-/Actionthriller schon naheliegend. Ich habe mich ja einfach drauf eingelassen und von damaligen Einflüssen führen lassen. Beim aktuellen Werk war das ein wenig anders. Ich setzte mich von Anfang an ernsthaft mit der Idee eines zweiten Buches auseinander und wusste genau, worauf ich mich einlasse. Ich wollte den nächsten Schritt wagen und mir den Traum vom klassischen Thriller mit Ermittlern, Serienkiller und dramatischem Spannungsbogen erfüllen.

4. Gab es im Vorfeld einen ausführlichen Plot oder arbeitest du nach einem groben, roten Faden und lässt dich dann vom Schreiben einfach verführen?
Die Grundidee und ein roter Faden standen recht schnell. Danach habe ich die Charaktere beschrieben und Handlungen verknüpft. Beim Ausarbeiten der einzelnen Erzählstränge habe ich mich dann aber dem Schreibfluss hingegeben…und ich gebe zu, an manchen Stellen hat der auch mich überrascht. So viel sei gesagt: die Frage, ob eine ganz bestimmte Person wirklich sterben sollte, hat mich viele schlaflose Nächte gekostet

5. Böse Serienkiller haben schon seit Jahrzehnten einen Reiz. Wie erklärst du dir das?
Ich denke, es ist einfach der Bezug zum echten Leben. Angseinflößende Serienkiller treten immer wieder in Erscheinung und stellen somit eine viel greifbarere Bedrohung dar, als zum Beispiel gefährliche, aus der Dunkelheit hervorschießende Monster. Außerdem lieben Leser die glaubwürdig recherchierten Fakten moderner Thriller. Die Forensik wird immer besser und Killer immer abgebrühter – Ein Wettlauf mit garantiertem Gänsehautfaktor…heutzutage würde niemand mehr sagen, Charaktere wie Hannibal Lecter wären pure Fiktion.

6. Hanns-Josef Ortheil hat mal sinngemäß erwähnt, dass man beim Schreiben eines Werks immer an einen Punkt kommt, an dem man einfach nicht mehr weiter will und weiter kann und eigentlich am liebsten alles aufgeben würde. In deiner Danksagung dankst du auch deiner Frau für ihre Ermutigung, auch trotz schwerer Umstände an deinem Traum festzuhalten. Ging es dir beim Schreiben also ähnlich?
Es gibt Tage, an denen kommt man nicht voran. Und es gibt sogar solche, an denen geht man einen Schritt zurück, weil einem die zuletzt verfassten Seiten plötzlich überhaupt nicht mehr gefallen. Aber ich glaube solange man schreibt, weil es einem Spaß macht, werden die produktiven Zeiten überwiegen. Ich habe zwischendurch eher aus Zeitgründen an der Fertigstellung des zweiten Buches gezweifelt, da ich beruflich sehr eingespannt war und die knappe Freizeit nicht abgeschottet von der Familie im Büro verbringen wollte.

7. Das Schreiben und die Kunst sind brotlos! So mögen das manche formulieren. Wie siehst du es? Ist das nur ein dummer Spruch oder kann man sein Leben als Schreiber oder Künstler leben und damit auch seine Brötchen verdienen?
Es gibt definitiv leichtere Wege, sein Geld zu verdienen und um davon Leben zu können, muss man schon zu den bekanntesten der Zunft gehören…bei mir ist das definitiv noch nicht der Fall – aber es bereitet mir trotzdem unheimlich viel Freude. Wo sonst kann man innerhalb einer Nacht Held und Superschurke zugleich sein? Außerdem sind Autoren immer in der Lage, ihre Träume zu leben…zumindest in ihrer eigenen Welt.

8. Wie war die bisherige Resonanz zu deinem Werk?
Bisher läuft es super. Die Rezensionen auf Amazon, das Feedback aus den Lovelybooks-Leserunden und die Meinungen verschiedener Buch-Blogger können sich wirklich sehen lassen. Völlig fremde Menschen schreiben mich an, danken für eine spannde Lesezeit und fordern eine Fortsetzung mit Henry – das ist natürlich toll! Die große Herausforderung besteht jetzt darin, weitere Thrillerfans auf mein Buch aufmerksam zu machen…

9. Was würdest du jungen, ambitionierten Autoren von heute raten?
ich bin selber ja noch ein aufstrebender „Jungautor“ – das einzige was ich daher sagen kann ist, dass man offen für Kritik sein sollte, ohne aber seinen eigenen Plan völlig über den Haufen zu werfen. Es muss immer DEINE Geschichte bleiben.

10. Und jetzt Butter bei die Fische:-) Mit welcher Figur konntest du dich am besten identifizieren? Zu welcher Figur hattest du die beste Bindung?
Eine gemeine Frage 😉 Natürlich ist Henry der eigentliche Held der Geschichte und am Ende halten wir doch alle lieber zum Helden als zum Schurken. Aber eines steht fest: es macht genausoviel Spaß, sich in einen Bösewicht hineinzuversetzen und den Leser immer wieder aufs neue zu schockieren.

11. Kritiken, Meinungen, Wertungen….wen sollte man in seinem persönlichen Umfeld fragen, wenn man schreibt und ein ehrliches Feedback haben möchte? Viele sagen Familie, andere sehen darin keine ehrliche Wertung. Wen also sollte man fragen und wen fragst du?
Also als erste Testleser für eine Rohfassung ziehe ich mir 1-2 vertraute Menschen heran, von denen ich weiß, dass sie sehr viel (und auch das passende Genre) lesen. Deren Urteil und Kritik ist schon mal ein guter Wegweiser. Überarbeitete Fassungen gehen auch nochmal an 2-3 Testleser (nicht Familie). Dann kommt ein Lektorat und wenn am Ende ein Buch draus geworden ist, bietet es sich an, mit Leserunden und Buch-Bloggern für erste Rezis zu sorgen. Der Rest ist Schicksal 😂

12. Was bringt die Zukunft? Was steht demnächst an und gibt es schon neue Projekte oder gar eine Fortsetzung?
Bis Sylvester ist mein Kalender komplett überladenen, aber ab Januar werde ich mir die Zeit nehmen und an einem weiteren Fall für Henry arbeiten. Darauf freue ich mich jetzt schon.

 

Ein ganz großes Dankeschön an Joe Ahlf für die Zeit und die Mühe:-)

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4 Gedanken zu „Joe Ahlf-Büße deine Schuld (Interview)

  1. Liebe Mia. Mal abgesehen vom Inhalt – den ich nicht immer komplett durchlese, da ich mich manchmal nicht konzentrieren kann – fällt dein Stil durch eine „innere Ausgewogenheit“ auf, die ich selten gelesen habe.

    Dies bezieht sich auf Textformatierung als auch auf Textdesign (Eigenwerbung;-).

    Danke für die beruhigenden Schriften. Schritte in die richtige Richtung.

    Chris.

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