Interview mit René Schiebelhut- Part 1

Willkommen am Dienstag bei mia:-)


Ich begrüße euch ganz herzlich. Gestern gab es hier die Montagslyriker und heute geht es weiter mit der Kunst und einem ganz besonderen Künstler. Über ihn und seine Kunst habe ich letzte Woche schon berichtet und heute und morgen stellt er sich meinen neugierigen Fragen. Tatsächlich war ich so neugierig, dass mir die Fragen gar nicht mehr ausgingen. Um euch mit Text nicht zu erschlagen, teile ich das Interview auf zwei Beiträge auf. So könnt ihr euch jetzt schon auf morgen freuen.
Nun begrüße ich voller Freude meinen heutigen Gast:
René Schiebelhut
http://www.instagram.com/l_resch

 

Ich danke dir sehr, dass du zwischen Leinwand und Pinsel und dem alltäglichen Allerlei ein wenig Zeit gefunden hast dich meinen vielen Fragen zu stellen und ich beginne auch sofort:-)

1. Ursprünglich hast du mal BWL studiert. Wie kommt man von BWL zur Kunst und zur Malerei?
Eine sehr oft gestellte Frage. Nun ich denke, man ist mit 18 doch noch nicht so weit in der Persönlichkeitsentwicklung, wie man es mit 18 annimmt. Die Schule bereitet einen mäßig gut auf die Auswahl eines der zur Verfügung stehenden Fächer vor. Bei mir war damals der Gedanke unbedingt “Manager” werden  zu wollen (ein sehr weit gefasster Begriff, wie ich lernen sollte).
Ich arbeitete dann ein paar Jahre in verschiedenen Bereichen der BWL (Sales und Projektmanagement). Dabei spielte Kunst immer eine wichtige Rolle und gab mir einen Ausgleich zum Teils tristen Berufsalltag. Vor 2 Jahren habe ich dann auch meinen Beruf ins Kreative verlagert und arbeite nun als User Experience Designer.
Ein Traum wäre es natürlich, irgendwann mit meinem eigenen Atelier mein Geld verdienen zu können. Aber dafür bin ich noch ziemlich jung, denke ich.

2. Sind deine Kunstwerke eher das Ergebnis von Momentaufnahmen und von augenblicklichen Gefühlen oder überlegst du dir im Vorfeld genau wie das Endresultat aussehen soll?
Eine Mischung aus beidem.
Grundsätzlich ist die Musik ein wichtiges Leitmotiv in meiner Kunst. Ich liebe sehr viele Arten und Genres von Musik, lass mich in meiner Musik aber gerne von elektronischen Klängen ohne Gesang beeinflussen, da diese sehr “formfrei” sind und eine unvoreingenommene Interpretation ermöglichen. Dann kann es sein, dass die Musik mich einfach leitet und das Bild entsteht.
Manchmal bekomme ich aber auch eine Idee unterwegs und habe schon eine gewisse Vorstellung von den Farben oder der Form. Dann steht bereits ein Grundgerüst, aber ein Großteil des Bildes entsteht weiterhin spontan (allein durch meine Maltechnik bedingt). Ein Beispiel hierfür ist mein kürzlich entstandenes Bild “Magnets” welches durch den gleichnamigen Song inspiriert wurde. Neben den wahnsinnig schönen und ruhigen Klängen, die mich sofort gebannt haben, geht es dabei um eine Liebesgeschichte, die durch die Metapher zweier Magnete, die sich so stark anziehen, dass sie schmelzen, beschrieben wird.
https://open.spotify.com/track/2x4Wu8WR2X47rMBgWVWBnU?si=glW199ghSa6gBt_ozZz8KQ

3. Ist das Kunst oder kann das weg? Derlei Aussagen gibt es. Was ist Kunst oder ist es einfach nicht allgemeingültig zu definieren sondern tatsächlich Ansichtssache?
Ich denke, es ist schwierig eine allgemein gültige Definition für Kunst zu erstellen, der jedermann zustimmen würde. Kunst kann natürlich viele Farben, Formen und vor allem Motivationen haben.
Meine sehr offene Definition: Kunst ist ein Akt der Erschaffung. Das Erschaffene besitzt einen ästhetischen Wert und ist kein Produkt reinen Zufalls, d.h. besitzt eine Intention des Erschaffers.

4. Kunst hat immer eine Message. Welche Message transportierst du? Was sagt deine Kunst oder was willst du mit deiner Kunst zum Ausdruck bringen?
Ich denke, es muss nicht immer eine “Message” haben. Meine Kunst ist der Ausdruck eines Vibes, einer Stimmung oder einer Assoziation. Oft sind es auch Worte, die mich inspirieren und ein vages Bild im Kopf entstehen lassen.Dann versuche ich die beste Verbildlichung von allem, was ich mit diesem Wort verbinde, auf Leinwand zu bringen. Es hat einen Bezug zum Expressionismus und ist daran angelehnt:)

5. Arbeitest du täglich und regelmäßig an deinen Werken oder folgst du eher dem Kuss der Muse?
Eine schöne Formulierung :). Ich folge tatsächlich dem Kuss der Muse, teilweise auch erzwungener Maßen.
Ich lebe und arbeite in München. Einmal beansprucht mich mein Job etwa 10 Stunden pro Tag (Selbst und ständig, stimmt wirklich) und zudem ist es in München nicht das Leichteste, eine alte Werkstatt zum Arbeiten zu finden. Für meine Werke brauche ich schon etwas Platz und wenn ich nicht auf jeden Tropfen auf dem Boden achten muss, entspannt das die Atmosphäre enorm.
Da ich aber aktuell regelmäßig zurück nach Fulda fahre, um Freunde und Familie zu sehen, passt es noch ganz gut, da ich mir dort einen schönen Ort zum Arbeiten geschaffen habe.

6. Es hat dich von der kleinen, hessischen Domstadt Fulda ins große München verschlagen. Ist eine Großstadt inspirierender oder ist Inspiration eher ein innerer Antrieb, der unabhängig von einem Ort entsteht oder erwacht?
Ha, die Frage habe ich ja schon in der vorherigen Antwort angeschnitten, ohne zu wissen was folgt.
Ich denke, das kommt darauf an, wie man es nimmt. Für mich hat der Schritt eines Umzugs nach München sehr viele positive Veränderungen in mein Leben gebracht. Ich habe viele neue Leute kennengelernt, viele neue Dinge unternommen und bin wahrscheinlich einfach etwas offener geworden. Vor allem die Möglichkeit, jeden Tag etwas unternehmen zu können, vor allem auch in Bezug auf Kunst (Ausstellungen, Märkte, etc.), ist sehr viel Wert. Das habe ich im kleinen Fulda etwas vermisst.
Daher kann man schon sagen, dass eine große Stadt durchaus eine starke, anfachende Brise haben kann, wenn man es nutzt. Der Funke, der das Feuer entzündet ein Künstler zu sein und etwas Schaffen zu wollen, kam aber aus mir selbst.
Abschließend lässt sich die Antwort vielleicht so zusammenfassen: Meiner Meinung nach entsteht Inspiration aus den auf uns einwirkenden Impressionen. Eine Stadt kann dabei eine aus einer unendlich langen Liste sein.

7. Kunst und Künstlertum haben zu Beginn einer Laufbahn immer viel mit Werbetrommel rühren und Aufmerksamkeit erlangen zu tun. Was machst du, um auf dich und deine Kunst aufmerksam zu machen und wie erreichst du dein Publikum?
Das stimmt und es ist leider kein leichtes. Mein Hauptkanal auf dem ich meine Kunst digital pusche ist Instagram. Nebenbei habe ich eine Website (www.le-resch.com), die ich aber durchaus mal wieder aktualisieren müsste.
Im nicht-digitalen Bereich hatte ich ein wenig Glück. Auf der vorletzten Storke Art Fair in München lernte ich die netten Leute von http://www.we-art.com kennen, die mich neben Ihren Online-Aktivitäten auch zur letzten Stroke Art Fair mitnahmen. Das war echt super.
Ansonsten bringt es wirklich was mit Zeitungen und Plattformen wie deiner zu interagieren. Dadurch lernte ich weitere Kontakte kennen, die mich einem Art-Battle (6 Künstler malen bei einer Abendveranstaltung, lauter Musik und zeitlicher Einschränkung ein Bild), einer kommenden Ausstellung in München im Dezember und zuletzt zum Trailervideo von BASE 2018, wo wir uns ja kennengelernt haben, brachten.

 

 

to be continued……..

 

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