Interview mit dem Autor Christian Krumm

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Hallo an euch:-)


Gestern gab es hier eine Rezension und zwar ging es um das Buch HEAVEN 11 vom Autor Christian Krumm!
HEAVEN 11 (Christian Krumm)/REZENSION

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Heute soll es hier um den Autor Christian Krumm höchstpersönlich gehen;-)
Dieser hat sich die Zeit genommen und mir ein kurzes Interview gegeben und dieses möchte ich nun gerne mit euch teilen:-)
Wir schauen heute hinter die Kulissen und hinter das Buch und werfen einen genaueren Blick auf den Autor, der aus dem Nähkästchen plaudert und uns auch einige Geheimnisse verrät:-)

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Herzlich Willkommen Christian Krumm!
1.Autobiografisch oder einfach gut recherchiert? Wie viel von beidem findet sich in deinem Roman?
Gut erlebt, würde ich sagen. 😊
Recherchieren brauchte ich für den Roman eigentlich gar nicht. Ich habe mit dem Schreiben begonnen, indem ich einfach alle möglichen Erinnerungen aus meiner Zeit als Zivi und Pflegehelfer in der geschlossenen Psychiatrie gesammelt habe. Die Station ist so beschrieben, wie sie war. Mein alter Chef zum Beispiel hat den Roman auch gelesen und war sehr beeindruckt, wie genau ich das alles dargestellt habe. Er meinte, er hätte das Buch zeitweise weglegen müssen, weil bei ihm selbst zu viele Erinnerungen hoch gekommen waren. Darauf bin ich natürlich sehr stolz.
Es ist insofern also autobiografisch, als dass ich tatsächlich die Situation auf der Station beschreibe, wie ich sie damals erlebt habe. Da es lange her ist, spielt der Roman im Jahr 1999. Aber der Protagonist Marc Vossberg hat nicht viel mit mir gemein. Er arbeitet dort und hat zugleich mit seinen eigenen Dämonen zu kämpfen. Die habe ich zum Glück nicht. Und, um das einmal zu sagen, ich habe auch überhaupt keine Probleme mit meinen Eltern, so wie er. Mit Marc Vossberg wollte ich eine Figur schaffen, die die Ängste bei psychischen Krankheiten wiederspiegelt. Und ich kann mir vorstellen, es gibt viele ähnliche Schicksale dort draußen.
2.Psychische Erkrankungen sind heute nach wie vor nicht das gängige Thema, über das öffentlich gerne gesprochen wird! Was hat dich dazu bewegt gerade eine Psychiatrie als Location zu wählen und sich diesem Thema anzunähern?
Einfach meine Arbeit dort. Ich hatte am 1. April 2002 meinen letzten Arbeitstag in der Psychiatrie, bin raus gegangen und habe mir gesagt, darüber schreibst Du irgendwann einmal ein Buch, in dem alles drin steht, was Du erlebt und gelernt hast. Und ich würde sagen, mit Heaven 11 habe ich genau das gemacht. Besonders auf der emotionalen Ebene steckt eigentlich fast alles drin, natürlich passiert in fünf Jahren mehr, als man in einem Roman schreiben kann.
3.Marc Vossberg, der Protagonist befindet sich durchaus etwas auf dem Weg der Selbstfindung, hinterfragt sein Leben und auch die Welt. Wie sieht es in deinem Leben aus? Hast du dich selbst bereits gefunden und welche Ratschläge kannst du Suchenden geben?
Ich habe mich selbst tatsächlich sehr früh gefunden und zwar in der Zeit, als ich auf der geschlossenen Station gearbeitet habe, also so mit Anfang 20. Die Eindrücke haben mich dazu gebracht, dankbar zu sein dafür, dass ich gesund bin und dass ich ein ganzes Leben habe, um etwas daraus zu machen. Vorher habe ich ständig mit mir gehadert.
Ich glaube, das erste Wichtige im Leben ist Respekt. Egal ob man mit seinen Mitmenschen umgeht, mit sich selbst, ob man Kinder großzieht oder (wie ich) auch nur zwei kleine Katzen. Jeder hat das Recht, gut behandelt zu werden, auch einmal „Nein“ zu sagen, sich selbst zu finden und zu definieren.
Für mich ist das große Problem vieler Menschen der gegenwärtige Zeitgeist der „Optimierung“. Alles soll immer „optimal genutzt“ werden, der Mensch selbst soll sich immer besser machen, viele Dinge gleichzeitig sein, umweltschonend, politisch korrekt, modern, aufgeschlossen, emanzipiert, aber genau das macht einen doch komplett wahnsinnig. Ich arbeite ja an der Universität und es gibt viele Studenten, die sich für ihren Abschluss schämen, weil sie zwei oder drei Semester länger gebraucht haben. Ich meine, ist das nicht verrückt? Ein Uni-Abschluss ist immer eine tolle Leistung und Menschen schämen sich dafür. Ich denke, innerhalb der gesellschaftlichen Diskurse sollte man grundsätzlich einmal die Anforderungen an das Individuum überdenken.
Ein Mensch, denke ich, sollte vor allen Dingen eines tun: Sich für etwas entscheiden und dann dazu stehen. Das fällt den meisten Menschen sehr schwer. Und ich kann das verstehen. Egal, was man heutzutage tut, man muss immer mit Anfeindungen rechnen, weil viele Menschen sehr viel Frust zu verteilen haben.
4.Bei welchem Ereignis der Geschichte wärst du gern dabei gewesen und welche Figur würdest du gerne mal persönlich kennen lernen?
Ich denke, ich hätte gerne die Bergpredigt gehört (und verstanden, das ist ja so eine Sache mit der Sprache) und mich hinterher mal mit Jesus unterhalten. Der hat da aus meiner Sicht so das Wesentliche gesagt, was man braucht, um mit sich und der Welt klar zu kommen, sofern die Überlieferung einigermaßen korrekt ist. Ich hätte da nur noch so ein, zwei Verständnisfragen. 😊
5.Dein Buch, der Inhalt, die Message! Jeweils ein Satz zu jedem Punkt?;-)
Mein Buch ist die Erfüllung eines Lebenstraums.
Der Inhalt ist eine extrem persönliche Auseinandersetzung mit mir selbst, mit der Gesellschaft und der menschlichen Psyche.
Die Message: Schäme Dich niemals für das, was Du bist.
6.Wie lange hast du an deinem Buch gearbeitet und wie lief der Arbeitsprozess ab?
An dem Buch habe ich etwa zwei Jahre gearbeitet. Wie gerade schon gesagt, habe ich zunächst viele Erinnerungen aufgeschrieben und mit dann eine Geschichte dazu ausgedacht. Ich schreibe bei jedem Buch zuerst ein Manuskript fertig und dann schreibe ich es komplett neu. Die erste Fassung ist nur eine Art Drehbuch, danach folgt die Inszenierung, also die genauen Beschreibungen von Personen, Orten und Gefühlen. In diesem Fall war es so, dass das fertige Manuskript ca. 550 Seiten hatte. Dann gab ich es Probelesern und eine Autorin, die für meinen Verlag las, sagte mir, ich solle es stark kürzen. Dafür bin ich ihr bis heute sehr dankbar, denn das Buch ist so viel besser geworden dadurch. Es war hart, innerhalb von nur sechs Wochen aus 550 Seiten 300 zu machen, weil ich auch in der Handlung noch einiges ändern musste. Aber es war das Beste, was dem Buch passieren konnte.
7.Was bringt die Zukunft von Christian Krumm?
Ich arbeite gerade schon an einem neuen Roman. Ich möchte mich weiter mit psychischen Phänomenen auseinandersetzen, zugleich aber auch ein festes Genre finden. Da habe ich mir Mystery/Horror ausgesucht. Ich schreibe eine Spukhausgeschichte, in der ich den Dingen mit Geistern, Dämonen und dem Bösen auf den Grund gehen will. Denn auch darüber gibt es viele Halbwahrheiten und ich will es eben wirklich wissen. Um es auch spannend zu halten, habe ich mir die Hilfe von drei Horror-Buchbloggerinnen gesichert, mit denen ich mich regelmäßig über Handlung, Figuren und dem Geist dahinter austausche. Das ist eine große Hilfe. Außerdem machen sie immer wieder tolle Bilder auf Instagram für mich. Der Arbeitstitel des Buches lautet „Ravendonk“ und wir sind zusammen das „Ravendonk-Bloggerteam“. Ich bin sehr froh über diese Unterstützung. Naja, darüber hinaus will ich einfach nur immer mehr Bücher schreiben. Das ist mein Leben und ohne würde ich einfach nur verrückt werden.

Herzlichen Dank Christian Krumm!

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