HEAVEN 11 (Christian Krumm)/REZENSION

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Hallo an euch:-)
Heute gibt es hier eine Rezension und zwar geht es um das Buch HEAVEN 11 vom Autor Christian Krumm.
Am Freitag wird es die Rezension auch vertont auf meinem Youtube Kanal geben, aber das Highlight kommt morgen, denn da gibt es dann ein Interview mit dem Autor höchstpersönlich. Christian Krumm hat sich meinen neugierigen Fragen gestellt und gibt uns einen kleinen Einblick hinter sein Buch.
Heute beschäftige ich mich allerdings zunächst mit seinem Werk und zwar mit seinem Psychiatrie-Roman HEAVEN 11.

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ALLGEMEIN:
Taschenbuch: 346 Seiten
Verlag: Edition Roter Drache (20. Februar 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3946425631
ISBN-13: 978-3946425632

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INHALT:
Marc Vossberg war ein erfolgreicher Banker, der durch einen Burnout seinen Job verloren hat. Daraufhin nimmt er einen Aushilfsjob als Pfleger in einer Psychiatrie an. Sein Ziel ist es, seine alte Einstellung wieder zu bekommen. Hierfür braucht Vossberg eine ärztliche Bescheinigung, dass er psychisch, mental und körperlich in der Lage ist, seinen bisherigen beruflichen Werdegang weiterzuführen. Was zunächst leicht scheint wird durch ein Geheimnis erschwert, denn Vossberg selbst leidet an psychischen Problemen. Er hört Geräusche und sieht Menschen, die nicht da sind. Um diese Situation in den Griff zu kriegen, versucht er sich Hilfe bei einem Patienten zu holen. Seine Wahl fällt auf den an Schizophrenie erkrankten Gregor Thome. Mit diesem geht Vossberg einen Deal ein, der beiden Männern einen Vorteil bringen soll.

FAZIT:
Christian Krumms Werk ist ein Roman, genauer ein Psychiatrie-Roman. Die Location ist die geschlossene Psychiatrie und diese wird nur selten verlassen.
Marc Vossberg beginnt seinen neuen Job und ist auch gleich schon mittendrin in der Welt, in welche wir selten einen Einblick bekommen. Was ist normal und was nicht? Christian Krumm beantwortet in seinem Buch genau diese Frage, denn normal ist alles,was wir als normal empfinden. Normalität gibt es eben auch in einer Psychiatrie! Hier gibt es einen geregelten Tagesablauf, eine Struktur, Regeln, Pflichten und Verbote. Diese Welt ist für sich genommen genauso normal wie die Welt abseits der verschlossenen Türen.
Christian Krumm gibt einen sehr guten Einblick in den Alltag, der in einer Psychiatrie herrscht. Wer selbst Erfahrungen in diesem Bereich gemacht hat, der merkt sehr schnell, dass er es hier mit einem Autor zu tun hat, der weiß wovon er spricht und Krumm nimmt auch kein Blatt vor den Mund. Hier wird nichts verschönigt, denn was ist, dass ist und das darf auch sein.
Gerade diesen Punkt fand ich an diesem Buch sehr gut. Krumm berichtet, aber wertet nicht und erklärt auch nicht.
Wir finden keine medizinischen Erklärungen, sondern sachliche Wiedergaben der Geschehnisse. Jeder Leser darf sich selbst ein Bild machen und wer mehr wissen möchte, der darf, in einer Zeit von Google, auch gerne näher in die Materie eintauchen.
Ich selbst habe hier und da auch mal eine Diagnose recherchiert, um mehr zu erfahren;-)
Für das Buch selbst sind Definitionen und Erklärungen auch nicht passend, denn Krumm geht schrittweise vor und berichtet den Werdegang von Marc Vossberg. Dieser kommt durch einen Burnout in eine Welt, die seinem vorherigen Leben so gar nicht zu entsprechen vermag, aber der Schein trügt, denn Vossberg ist in der geschlossenen Psychiatrie gar nicht so falsch aufgehoben, wie er selbst zu Beginn glaubt. Nicht nur, dass er selbst einen Haufen Probleme mit sich bringt, er hat auch eine interessante Vergangenheit, die ihn auf den Psychiatriealltag gut vorbereitet hatte. Die Vergangenheit von Marc Vossberg ist großartig ausgearbeitet. Diese Figur hat viele Ecken und Kanten, aber gerade der Hintergrund gibt diesem Protagonisten eine unheimliche Tiefe und macht sie authentisch. Wir haben es hier mit einem Antihelden zu tun, der letztlich doch zum Helden wird. Krumm schafft es der Figur eine Entwicklung zu geben und lässt den Leser schrittweise daran teilhaben. Fast könnte man auch sagen, dass es eine Selbstfindung ist, die Vossberg hier antritt und die er dem Leser erzählt.
Wer selbst Erfahrungen im Bereich der Psychiatrie gemacht hat, wird schnell merken, dass der Autor weitaus mehr Ahnung von der Thematik mitbringt, als nur pure und gute Recherche. Gerade bei diesem Thema ist dies wichtig, denn Un-und Halbwahrheiten gibt es auf diesem Gebiet bereits genug. Krumm schildert den Psychiatriealltag, wie er ist. Hier wird nichts aufgebauscht und überspitzt, sondern geradlinig berichtet. Dramatisches und Tragisches findet sich auch, aber Krumm bleibt menschlich und lässt auch mal dem Witz und dem Humor Raum. Wir begegnen im Buch auch einigen Diagnosen und dass Krumm hier keine Definitionen liefert finde ich gut, denn diese gehören einfach in ein Fachbuch und nicht in einen Roman. Es ist auch wahrlich ein Roman, der dem Alltag in einer Psychiatrie sehr nahe kommt!
Nervenzerreißende Spannung gibt es hier nicht. Der Leser liest aus Interesse weiter, will wissen wie die Geschichte weitergeht und lernt die Figuren in Form von Ärzten, Pflegern und Patienten kennen. Selbst der an Schizophrenie erkrankte Thome, der zu den wichtigsten Figuren des Buchs zählt, wird wertungsfrei dargestellt. Gerade diese Figur hat es mir besonders angetan, denn dieser Erkrankung wird recht viel Unwahres und Halbwahres unterstellt und angedichtet.
Ein wichtiges Thema im Buch ist auch die Alkoholabhängigkeit, die Krumm schonungslos darstellt und auch auf viele Folgeerscheinungen dieser Erkrankung eingeht. Krumm bleibt auch hier seiner Linie treu, dass er berichtet, aber nicht wertet, jedoch der Wahrheit verpflichtet bleibt. Für Zartbesaitete können diese Szenen dennoch schwer sein und es muss an dieser Stelle doch auch eine Triggerwarnung ausgesprochen werden.
Im Bereich der Psychiatrie finden wir häufig Thriller, die leider zur Übertreibung neigen! Krumm liefert mit seinem Roman etwas innovatives ab, zielt nicht auf Überspitzung aus, berichtet einfach, klar und sachlich und zeigt fast schon etwas alltägliches.
Trotzdem schafft es Krumm den Leser bei der Stange zu halten und ihn zum Weiterlesen zu bewegen. Dies liegt auch am schlichten Schreibstil des Autors. Ruhig und bedacht wird hier berichtet, was für die Schwere der Thematik sehr gut ist und zum direkten Kontrast steht. Krumms Schreibstil bringt Ruhe in die Geschichte, die doch sehr aufgeladen ist und emotional berührt.
Wer sich auf dieses Leseabenteuer einlässt, wird einen guten Einblick in den Psychiatriealltag bekommen und vielleicht auch etwas den Schrecken verlieren, denn letztlich ist auch dieser Ort so normal wie viele andere Orte.

Morgen dann Christian Krumm im Interview und ich wünsche euch einen schönen Start ins Wochenende;-)

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