Torrential Rain, eine Modern-Metalcore-Band aus Nürnberg, Deutschland, hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2012 einen Namen in der Metalcore-Szene gemacht. Am 17. November veröffentlichten sie endlich ihr Album “DIGITAL DREAMS”. Den Review: Musikalische Reise mit Torrential Rain: Ein rockiges Abenteuer in vielfältigen Metalcore-Klängen könnt ihr auf meiner Website nachlesen. In unserem Interview mit der Band sprechen wir über ihre Anfänge, die Herausforderungen als junge Band, die Rolle sozialer Medien und ihr Benefizkonzert “VOICE 4 KIDS” vom vergangenen Jahr.
Fangen wir mal ganz am Anfang an. Wie kam die Idee auf, TORRENTIAL RAIN zu gründen, und woher kanntet ihr euch, bevor ihr als Band dann im Proberaum standet?
Chris (Sänger/Gitarrist): Torrential Rain wurde bereits im Jahr 2012 aus den übrigen Mitgliedern einer früheren Band gegründet, die bis dahin weder Namen noch Auftritte hatte. Für Domi (Bass) und mich war Torrential Rain daher quasi unsere erste wirkliche Band. Domi wurde mir damals über Bekannte empfohlen, weil ich nach Bassisten suchte. Funfact: Das geschah damals sogar noch über SchülerVZ. Dario und Gordy kamen dann später hinzu. Dario durch die Tatsache, dass man sich unter den Nürnberger Bands kannte und Gordy traf ich im Lehramtsstudium.
Könnt ihr ein wenig über euren Sound sagen? Was ist das Besondere daran? Was ist euer Alleinstellungsmerkmal?
Chris: Wir versuchen, mit jedem Song etwas anderes auszuprobieren und die HörerInnen zu überraschen. Klar, wir machen Metalcore mit progressiven Elementen à la Periphery, Veil of Maya oder Erra, aber wir versuchen uns nicht zu sehr auf einen bestimmten Stil festzusetzen. Wie, zu unserer Freude, viele in unseren Social-Media-Kommentarspalten schon öfter erwähnt haben, weiß man bei uns nie so genau, was man bekommt. Von bluesigen, melodiösen Rhythmusnummern über Shredgitarren und hirnschmelzende Riffs bis zu elektronischen Elementen gemischt mit Orchester könnte alles dabei sein. Was man aber sicher weiß, ist, dass es mit Detailverliebtheit, Leidenschaft und höchstem Anspruch produziert sein wird und es auch nach mehrmaligem Hören immer noch etwas Neues zu entdecken gibt.
Informiert uns doch mal über euer Herzensprojekt ‘Voice 4 Kids’. Worum geht es da und wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Gordy (Gitarrist/Backing Vocals): Der Grundgedanke war, die Reichweite der Band zu nutzen, um zu helfen. Das stand schon länger im Raum. So haben wir uns als Band entschieden, ein Benefizkonzert für das ambulante Hospizteam Nürnberg e. V. zu veranstalten. Wir nahmen gemeinsam mit unserem Management we-creative Kontakt mit Ingrid Kästlen auf, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Durch Ingrid bekamen wir einen Einblick über die vielen Einsatzgebiete des Vereins u. a. auch der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst, der sich um Pflegedienste, Kontakt zu Kinderärzten und Kinderkliniken, psychosoziale Begleitung, Hospizbegleitung, Kontakt zu anderen betroffenen Eltern, Seelsorge sowie Bereitstellung von Hilfsmitteln kümmert. Dazu holten wir unsere Kollegen von Immunity mit ins Boot, sich mit viel Engagement in die Planung der Aktion eingebracht haben. Wir fanden dann den passenden Namen: VOICE 4 KIDS – Rock for a reason. Am 17.12.2023 fand im Z-Bau das Benefizkonzert gemeinsam mit Immunity und Rising Insane statt. Durch den Ticketkauf beteiligt man sich automatisch an der Spende.
Wie wichtig ist für euch das Live-Geschäft, und hat euch die Pandemie stark getroffen? Wie war das für euch? Hatte diese Zeit Einfluss auf die Art und Weise, wie und welche Musik ihr heute macht?
Chris: Die Pandemiezeit war für uns ein zweischneidiges Schwert. Einerseits war es eine Katastrophe, nicht auf die Bühne zu kommen, mit den Bandmitgliedern zu proben und einfach Musik machen zu können. Andererseits konnten wir uns auf Songwriting, interne Abläufe, Struktur und neue Strategien zum Musik veröffentlichen konzentrieren. Das hat uns die Corona-Zeit wie im Flug bewältigen lassen und war tatsächlich einer der spannendsten Abschnitte in unserem Bandleben, in dem wir trotz Lockdowns mehr gelernt und kennengelernt haben als jemals zuvor.
Gordy: In diesem Zeitraum haben wir mit „Home Alone“ unser neues Kapitel begonnen und konnten Ende 2021 auf acht Single-Veröffentlichungen zurückblicken, durch die unsere Community um einiges gewachsen ist. Dafür sind wir sehr dankbar! Spannend war es dann auch, diese Songs nach der Corona-Zeit auf der Bühne zu präsentieren. Wir wurden sofort darin bestätigt, dass die Live-Erfahrung als Band und ZuschauerIn unglaublich wichtig ist. Als Band möchte man natürlich auch vor Publikum überzeugen und genauso fragt sich die Hörerschaft: Wie klingen die Songs live?
Musik und auch der Zugang zur Musik haben sich in den letzten Jahren stark verändert, vor allem durch das Internet und die sozialen Medien. Fluch oder Segen? Und welche Rolle spielen die sozialen Medien für euch persönlich? Wie wichtig sind Instagram, Spotify, YouTube, TikTok für euch?
Chris: Als Band sind soziale Medien essentiell, und der tägliche Umgang sowie die Pflege der Socials sind absolut eine der wichtigsten Angelegenheiten, mit der sich eine moderne Metalband befassen muss. Wir hatten während der Coronazeit ein Talkshow-Segment, in dem wir Bands interviewt haben, um präsent zu bleiben und neue Kontakte zu knüpfen. Durch die ständige Flut an neuer Musik und Eindrücke ist es auch umso wichtiger geworden, Singles zu veröffentlichen und ständig im Gespräch zu bleiben. Die Aufmerksamkeitsspanne der Leute ist einfach um einiges geringer, als sie es vor dem Internet war, und ich persönlich bin immer noch ein großer Fan davon, Alben komplett durchzuhören und einer Band die nötige Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken, die sie verdient hat. Allerdings muss man mit der Zeit gehen, wenn man als moderne Metalcore-Band neue Leute erreichen möchte, und da nützt es wenig, sich auf alte Pfade zu beschränken und sich danach zu beschweren, dass niemand eure Band entdeckt.
Gordy: Natürlich ist das ständige Vergleichen kontraproduktiv für den eigenen Weg, da man immer im Blick haben sollte, woher man kommt und welcher Weg schon beschreitet wurde. Das klappt nicht immer und zu solchen Phasen sehe ich das ganze Spiel schon eher als Fluch. Ich persönlich finde allerdings den engen Kontakt schön, den du über die sozialen Medien schnell hast. Das ist mir v. a. bei den jüngsten Single-Veröffentlichungen aufgefallen. Viele Leute melden sich via DM oder Kommentar zurück, wie es ihnen mit den neuen Songs geht und umso großartiger ist es natürlich, wenn diese Nachrichten positiv sind. Da zahlt sich für mich immer jede Minute, die ich in die Veröffentlichung investiert habe, aus, weil ich genau das möchte: Den Menschen mit unserer Musik eine Freude bereiten. Daher würde ich hier schon sagen, dass der enge Kontakt zu der Community durch die sozialen Medien ein Segen ist.
Es gibt wahnsinnig viele Bands: Wie schafft man es, als Band gesehen, wahrgenommen und gehört zu werden? Wie sieht bei euch das Marketing aus? Und wie erreicht ihr neue Leute?
Chris: Wie bereits erwähnt, ist es heutzutage umso wichtiger, durch ständige Präsenz zu glänzen. Wenn man nicht das Privileg hat, eine millionenstarke Followerschaft zu haben, muss man sich bewusst sein, dass man einen ständigen Kampf kämpft, nicht vergessen zu werden. Das muss aber nichts Negatives sein. Das Social-Media- und Release-Game ist ein schwieriges und nuanciertes Unterfangen, aber der Ertrag des Ganzen macht es durchaus wert am Ende.
Gordy: Da heißt es einfach dranbleiben und die Community teilhaben lassen am eigenen Prozess. Das kann durch Behind The Scenes Material sein oder innovative Formate, die man sich ausdenken kann. So holt man auch schnell neue Leute dazu. Man darf allerdings auch nicht vergessen, dass ein gewisses Budget für das Schalten von Werbung wichtig ist. Das kann man dann im Falle einer neuen Veröffentlichung natürlich hochfahren, wenn die Möglichkeiten da sind. Dazu ist ein roter Faden wichtig für das Marketing, da natürlich das Gesamtbild auch stimmen sollte. Wenn man hier dann am Ende ein Gesamtkonzept hat, macht das einiges aus und wirkt so auch auf die Leute.
Die typische Floskel-Frage, die aber natürlich nicht fehlen darf, muss ich euch auch stellen. Was würdet ihr jungen Bands, die gerade entstehen, raten?
Chris: Habt Spaß an dem, was ihr macht. Die Leute connecten mit nichts so sehr wie mit echter Passion. Alles Weitere kann man lernen.
Gordy: Unterschreibe ich so zu 100 %.
Weitere Informationen zur Band Torrential Rain findet ihr in den sozialen Medien.
Musikalische Reise mit Torrential Rain: Ein rockiges Abenteuer in vielfältigen Metalcore-Klängen
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