Montagslyriker Runde 6- der Schneider des Wortes

Ich grüße euch ganz herzlich an diesem sonnigen Montagabend und hier geht es weiter mit der sechsten Runde der Montagslyriker:-)

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Mein werter Kollege Matthias Breimann und ich stehen schon bereit und ER auch:-)
Heute haben wir wieder eine männliche Stimme, die sich warm und weich um euer Herz legen wird.
Er ist voller Gefühl und dies findet sich auch in seiner Lyrik wieder. Gerne teilt er seine Worte, seine Beobachtungen und äußert sich auch mal politisch.
Das Schreiben ist für ihn Therapie und Selbstfindung.
Manchmal gibt es was Erdachtes, dann wieder viel erlebtes Gefühl und Gedachtes, das zum Denken anregt.
Er trägt sein Herz nicht nur auf der Zunge, sondern auch am rechten Platz und jeden Montag ist er tatsächlich der erste, der bei uns kommentiert und alle Lyriker mit Jubel unterstützt.
Dieses Jahr ist sein Jahr, denn er darf sich auch über eine neue Veröffentlichung freuen, die hier dann natürlich auch vorgestellt werden wird.
Worte voller Gefühl stehen heute bei uns auf dem Programm und wir sind ganz erfreut, dass er nun auf unsere Bühne treten wird und übergeben ihm das Wort.
Hier ist für euch:
René Lindenau
Instagram
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1.Nenne den Schmerz beim Namen. Wer ist der Dämon, der dich zum Schreiben verführte?
(Der Mensch, die Muse, das Unglück)

Ganz profan könnte man sagen, ich bin manchmal der Dämon in Person. Da küsst einen die Muse, um Schönes und weniger Schönes in Worte zu fassen, sich über Erlebtes oder Empfundenes zu äußern oder um Schmerz, Unglück und Ungerechtigkeiten zu verarbeiten.
Es kann eine willkommene Lebenshilfe sein, wenn man sich auszudrücken weiß, man sich neu erfinden, orientieren und wenn man auf diese Weise verloren gegangenen Halt zurück erobern kann. Ferner empfinde ich das Schreiben als Form der Therapie, um Schmerz, Ungerechtigkeiten und gewisse nachrichtlich übermittelte Ereignisse zu verarbeiten. All das wird dann zu meinem Textmaterial

2. Wer dich kennenlernen will muss wissen, dass du …
(Erzähl uns von deinen Macken, schlechten und guten Eigenschaften, von deinen dunklen Geheimnissen)

Selbsteinschätzungen sind ja nicht die einfachste Übung. Ich sage da immer, über mich sollten besser andere urteilen. Vor- und Nachteil ist, das ich in den letzten Jahren recht emotional geworden bin. Ob es mit dem viel zu frühen Tod meiner Eltern zusammenhängt? Es mag natürlich sein – aber gelegentlich ist es zu viel des Guten.
Schlecht ist, das ich unangenehme Dinge oft aufschiebe. Als positiv empfinde ich, das ich den letzten Jahren deutlich mein Selbstbewusstsein steigern konnte. Da hätte ich einige Dinge einfach nicht gesagt und getan. Hier bin ich auch richtig stolz auf mich.
Die ganz dunklen Geheimnisse behalte ich natürlich für mich, sonst wären sie ja keine mehr.
Aber einige sind möglicherweise (?) in meinen Gedichten versteckt.
Ansonsten findet man mich oft indisch essen, bahntechnisch meist im RE 2 nach Berlin, im SprechCafé (wo es um Flüchtlingsarbeit im Besonderen dem Lernen der deutschen Sprache geht) sowie daheim beim lesen, schreiben beziehungsweise am PC.

3. Welche Götter verehrst du?
(Künstler, die dich prägten, die du gerne liest oder empfehlen möchtest.)

Als jemand der Gedichte schreibt, interessiert mich natürlich die Lyrik der „Anderen“.
Nennen kann ich da, als sonst ja „Ungläubiger“; Heine, Ringelnatz, Tucholsky, Brecht und Neruda.
Alle lesenswert und mit ihren Werken auf ihre Art göttlich, nicht nur in ihrer Lyrik – bis heute aktuell.
Viel lese ich in Lyrik Gruppen von Facebook. Ein großes Interesse hege ich nebenher für Sachbücher; vorrangig Politik, Geschichte, was mich andererseits mit geprägt hat, aber auch Reservoir für neue Ideen ist. So wie der Alltag überhaupt.
Dennoch treibt mich oft die Angst eines jeden Autors vor Schreibblockaden und Ideenlosigkeit um.

4. Was tust du, um dein Werk bekannt zu machen?
(Lesungen, Poetry-Slam, Veröffentlichen in Zeitschriften, Büchern, Internet usw.)

Viel reden und Klinken putzen, ist da wohl angesagt.das. Einen anderen Weg gibt es nicht. Es sei denn man schreibt nur für die Schublade. Aber ich möchte die Köpfe und Herzen von Menschen erreichen und etwas bei ihnen auslösen: Mal ganz optimistisch gedacht.
Neue Verse veröffentliche ich auf Facebook. Schon dort ergeben sich manchmal spannende Diskussionen. Bislang ist es mir unter anderem gelungen mehrfach Ausgaben eines Stadtmagazins einzudringen, wo man mir Platz für meine Texte frei geschaufelt hat. Während die Stadtbibliothek Interesse an meinen Büchern bekundete, zwei sind bisher auf den Markt gelangt, schweigt sich die (provinzielle) Lokalpresse trotz mehrfacher Anfragen bis heute aus.
Ein neues Buch ist nun geschrieben. Es hat den Titel Gedicht – Collagen“ und erscheint im Juni diesen Jahres im MoKo Verlag. Dieses Buch enthält neben den Gedichten, auch zahlreiche eigene Fotos. Zwei Bände habe ich zuvor anderswo veröffentlicht, einige Exemplare wären noch von mir direkt zu beziehen.

Wo man mich neben der eigenen Facebook Seite virtuell noch erfahren und erlesen kann;

Instagram @renelindenau 

Gedichte und Lyrik

Facebook Gedichte

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Buch:
Titel „Gedicht -Collagen“

 

 

Satzweise

Wozu taugen gute Vorsätze,
ohne den Hauptsatz:
Sie haben das Ziel erreicht.

Alles versucht zu haben,
war nicht genug.
Ausreden werden oft zu Hauptsätzen.

Satz auf Satz geht unter,
in der Grammatik des Alltags.
Und machen Platz für neue Vorsätze.

 

 

 

Buch 2:

René Lindenau – VerDichtetes I

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ANMERKUNG:

Zu diesem Buch wird es von meiner Seite auch noch ein paar Worte geben, denn René Lindenau hat mir höchstpersönlich ein Exemplar zugeschickt:-)

Liebsten Dank an dieser Stelle und ihr dürft auf mein Feedback gespannt sein:-)

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Das Mädchen mit den Mandelaugen

Porzellan hat sie noch nie gehabt.
Im Glashaus sitzen andere,
und werfen mit Steinen auf sie.

Ihre Mandelaugen,
haben längst durchschaut:

Zu große Scherenschnitte,
von Arm und Reich,
vertragen sich nicht.

Was ihr blieb,
war ein Becher aus Pappe.
Denn das Porzellan hatten ja andere.

Ihre Mandelaugen,
haben längst durchschaut:

Zu große Scherenschnitte,
von Arm und Reich,
vertragen sich nicht.

So trugen ihre wunden Füße,
sie durch die Stadt.
Und kaputt landet sie in der Bahn.

Ihre Mandelaugen,
haben längst durchschaut:

Zu große Scherenschnitte,
von Arm und Reich,
vertragen sich nicht.

Mit ihrem Becher aus Pappe,
hält sie unser schlechtes Gewissen vor´s satte Gesicht.
Immer mit einem Lächeln, unfassbar, auch bei einem „Nein“.
Aber in Wirklichkeit wird sie weinen.

Das Mädchen mit den Mandelaugen:

Längst hat sie, sie durchschaut.
Der Reichtum der Nein Sager,
ist die Armut dieser Welt.

5 Gedanken zu „Montagslyriker Runde 6- der Schneider des Wortes

  1. „Alles versucht zu haben,
    war nicht genug.
    Ausreden werden oft zu Hauptsätzen.“
    Wie wahr…
    Bewegt zum Nachdenken, tief, tiefer…
    LG
    Olga

  2. Es freut mich, auch an dieser Stelle etwas über einen Lyriker, den ich sehr schätze zu lesen. In der Facebookgruppe ~Schatztruhe der Künste~ bin ich auf ihn und seine Gedichte,  von denen ich mich angesprochen fühle und die er dort veröffentlicht, aufmerksam geworden, las sein Werk „VerDichtetesI“
    Seine Texte umweht ein Hauch von Melancholie und Traurigkeit, auch Hoffnungsvolles, sie regen an nachzudenken, zu hinterfragen.
    Renés Gedichte sind eine Bereicherung für die lyrische Welt, insbesondere auch für die o. gen. Gruppe.
    Ich wünsche ihm von Herzen,  dass seine Gedichte in die Welt wehen, um die Leserin, den Leser zu berühren.

    1. Das wünsche ich ihm auch sehr:-) Ich schätze nicht nur seine lyrische Arbeit, sondern auch ihn als Mensch sehr. Ein Lyriker, der Herz hat und dieses nicht nur in seinem literarischen Schaffen zum Ausdruck bringt!

      1. Liebe Gaby, liebe Mia,

        ich bedanke mich sehr bei Euch für die lieben Worte, die ihr für mich als Schreiberling, aber auch Wertschätzung für meine Person gefunden habt.
        Beides berührt mich unheimlich. Ich kann es gar nicht sagen, denn manchmal fehlt selbst einem „Wort -Schneider“ der passende Faden.
        Vielen herzlichen Dank!

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