Tobias Schiller: DIE WELT DER ANDEREN/ Zwei Pfade (LESEPROBEN)

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Hallo an euch:-)


Heute möchten wir unseren ersten Montagslyriker der 8. Runde mal gebührend verabschieden und hierzu haben mein werter Kollege Matthias Breimann und ich uns etwas überlegt:-)
Wir haben euch den Autor Tobias Schiller und sein Werk: DIE WELT DER ANDEREN/ Zwei Pfade vorgestellt und heute geben wir euch einen literarischen Einblick in das Buch in Form von ein paar Leseproben.
Matthias und ich haben hierfür auch verschiedene Leseproben, so dass ihr auf unseren Blogs einen runden Einblick in das Buch bekommt.
Es sind sechs Lesebeispiele, wobei Matthias euch drei und ich euch drei vorstellen werden.
Wir wünschen euch viel Spaß und los geht es:
Tobias Schiller
Die Welt der Anderen/Zwei Pfade

76204554
Seite 186/187
Ich musste ihn warnen. Schließlich schien er der letzte wahre Freund zu sein, der mir geblieben war. Ich blinzelte und bemerkte, dass sich im Sand etwas Dunkles verbarg. Die Träne hatte sich tiefer in den Sand gegraben und brachte ein großes und starkes Kettenglied zum Vorschein. Ich griff mit den Händen in den Sand und wollte es hochziehen. Es war allerdings nicht nur ein einzelnes Glied, sondern eine lange Kette, die sich durch die gesamte Wüste zu ziehen schien. Mit jedem weiterem Zug schlüpften weitere Kettenglieder aus dem Sand.
Ich wusste zwar nicht, was das zu bedeuten hatte, aber meine innere Stimme sagte mir, dass das nichts gutes bedeuten konnte. Ich folgte der Spur und hangelte mich an der Kette und ihrem Verlauf entlang. Irgendwo musste sie enden und dort musste die Lösung dieses Rätsels auf mich warten. Zudem hoffte ich, dass sie mich zurück auf einen Pfad führen könnte, der mir bei der Orientierung helfen würde. Im Sandsturm hatte ich mich verloren, aber ich musste unbedingt zurück nach Tanstadt.
Die Kette wurde immer schwerer und dicker, je mehr Glieder ich aus dem Sand zog und ihrer Spur folgte. Plötzlich hörte ich, wie sich weiter vorne hinter einem kleinen Hügel eine ganze Menge Sand zu bewegen schien. Ich folgte der Kette, die mich im nächsten Augenblick selbst über den Hügel zog. Dahinter wurde ich Zeuge von einem Ereignis, das für mich ein Wunder war.
Eine gewaltige Kreatur zog sich aus dem Sand der Wüste emport an die Oberfläche und zu ihr…

Seite 192
Als ich gerade sprechen wollte, erhob Nerkas erneut das Wort, als habe er meine Gedanken bereits gehört: „Denke nicht zu weit in die Zukunft, Kelsar. Die Zukunft ist für dich ungewiss und die Ungewissheit erzeugt Zweifel. Es gibt viele Wege der Zukunft. Manche verlaufen gerade, andere ziehen Kreise und wieder andere sind miteinander verzweigt.
Meine eigene Zukunft jedoch hängt von der Weisheit derer ab, denen ich die Zukunft weise. Bin ich verängstigt? Verspüre ich Furcht? Nein, denn unser Leben ist eine Chance. Es ist eine Möglichkeit und fernab von einer Pflicht, von einer Angst oder von einem Zwang.
Du musst tun, was du willst…was du wirklich willst. Die meisten Lebenwesen dringen in sich selbst nie zu dieser Stimme vor. Sie tun ihre Pflicht, sie handeln aus Angst oder aus Zwang. Du hörst deine Stimme bereits, Kelsar. Jetzt musst du nur noch auf sie hören.“
Er hatte Recht. Irgendwie war ich der Ansicht, dass seine Worte Sinn ergaben, auch wenn dieser Sinn für mich noch verschwommen erschien.

Seite 372/373
Dennoch hielten sie inne und einen Augenblick später offenbarte sich auch warum. Es war Rec`Darun und er schien seine Überlegenheit noch vor dem Kampf auskosten zu wollen. Mittlerweile war er berechenbar für mich und ich wusste, was er vor hatte. Er wollte uns so stark demoralisieren, dass unsere Abschlachtung zu einem Kinderspiel werden würde.
Ich beschloss, es zu versuchen und ihm zuvor zu kommen.
Mit meinen Augen nahm ich ihn direkt ins Visier und trat einige Schritte nach vorne: „Versuch es erst gar nicht, Rec`Darun! Ich weiß, dass du diesen Völkern hier deine Überlegenheit demonstrieren und sie verängstigen willst. Das wird nicht funktionieren! Nicht heute und nicht hier! Das ist eure letzte Chance! Zieht euch zurück nach Plukaria. Schließt den Pfad der Winde und kehrt nie mehr her!“, rief ich ihm drohend zu.
„Meine letzte Chance? Haha! Du warst bei unserer letzten Begegnung schon so übermütig, aber jetzt? Mir scheint, als überschätzt du die Macht dieser winzigen Armee aus armseligen Kreaturen ein wenig!“, entgegnete er mit Gelassenheit.
Triumphierend schritt er mit einem ekelhaften Grinsen vor seiner Armee auf und ab. Sein Anblick widerte mich an.
Er war so überzeugt, aber auch so geblendet von seiner Einfältigkeit, dass mir nur ein Weg einfiel ihm gut zu antworten: „Du wirst gleich sehen, zu was diese Völker im Stande sind, übermütiger Plukarer! Bei unserer letzten Begegnung hat sich vielmehr dein Übermut gezeigt, findest du nicht? Schließlich sind wir immer noch hier und ich sage dir auch warum: …

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