April Nierose: VERFALL Band 4 (Rezension)

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Hallo an euch:-)


In den letzten zwei Wochen haben sich die Montagslyriker mit der Autorin April Nierose und ihrer Buchreihe VERFALL beschäftigt.
Heute gibt es hier die Rezension zum vierten und somit letzten Band dieser Reihe.
Herzlichen Dank an April Nierose , und viel Spaß beim Lesen:-)

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APRIL NIEROSE
VERFALL
Band 4

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ALLGEMEIN:
Format: Kindle Ausgabe
Dateigröße: 2639 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 263 Seiten
Sprache: Deutsch

INHALT:
Hanna und Mira kämpfen sich weiterhin durch einen Dschungel an Fragen, doch haben hierbei wenig Erfolg. Leonie wird aus dem Krankenhaus entlassen, jedoch nimmt ihr Wahnsinn und ihr Größenwahn zu. Auch Jörgs Leben nimmt eine unerwartete Richtung an, doch kann er sein Leben in geordnete Bahnen lenken?
David taucht wieder aus seiner Versenkung auf, doch anstatt Antworten wirft er nur noch mehr neue Fragen auf. Als dann noch Konstantin in die Fänge alter Freunde und Feinde gerät, ist das Drama perfekt.
Auch Marylins Leben gerät erneut aus den Fugen. Eben noch schien eine Besserung in Sicht und im nächsten Augenblick fällt ihre ganze Welt wieder in sich zusammen. Doch dieses Mal ist selbst Marylin nicht in der Lage dies über sich ergehen zu lassen und die Dunkelheit ergreift Besitz von ihr.

FAZIT:
Im vierten Teil klärt April Nierose einen großen Teil der Vergangenheit auf, doch wirft viele neue Fragen auf. Die Rückblenden geben dem Leser einen detaillierteren Einblick in die Figuren und viele Verhaltensweisen sind nun besser nachzuvollziehen. Nierose spart hier nicht mit bestialischen Darstellungen, die wieder ungeschönt von ihr beschrieben werden. Im vierten Teil schraubt Nierose etwas mehr an ihren Figuren und dreht ein wenig am bisher Bekannten. Hanna zeigt sich mehr von ihrer emotionalen Seiten, die der Figur eine Menschlichkeit verleiht, die der Leser ihr fast nicht zugetraut hätte. Als Figur bleibt sie dem Leser jedoch weiterhin unsympathisch, auch wenn das im Widerspruch zu dem steht, wie sie im Buch gesehen wird. Hanna ist Nierose als Figur sehr gut gelungen, denn selbst wenn sie in diesem Band eine neue und andere Seite dieser Figur aufzeigt, so hat Hanna bereits seit drei Teilen einen Ruf, den sie nicht mehr verbessern kann. Der Leser empfindet bei dieser Figur letztlich kein Mitgefühl, denn selbst in den emotionalsten Momenten bleibt Hanna unterkühlt, hart und immer eine Spur überheblich.
Anders verhält es sich bei der Figur der Marylin, die Nierose durch und durch überzeugend entwickelt hat. Diese Figur rührt den Leser und weckt in ihm Gefühle, speziell Mitgefühl. Selbst ihre harten Taten sind nachvollziehbar. Aus psychologischer Sicht hat Nierose hier eine Figur erschaffen, deren Handlungen nachvollziehbar und plausibel erscheinen, selbst wenn der Leser letztlich nicht mit allem einverstanden sein kann.
Dieser Band bietet viele unerwartete Wendungen und die Schlinge zieht sich bei jeder Figur immer weiter zu. Die Abwärtsspirale ist im vollen Gange und nichts scheint dies aufhalten zu können. Nierose beweist Geschick bei ihren Kapiteln, die stets mit einem kleinen Cliffhanger enden und dem Buch eine konstante Spannung verleihen. Die Sprünge zwischen Vergangenheit und Gegenwart tun ihr Übriges und der Leser will wissen, wie es weitergeht. Doch muss auch gesagt werden, dass Nierose etwas die Geduld des Lesers strapaziert, denn mittlerweile befinden wir uns bei Band vier und bisher wurden Fragen nur im Ansatz beantwortet. Der Leser tappt weiterhin im Dunkeln und Nierose serviert immer nur ein paar Häppchen. Auf Dauer wirkt dies etwas zu sehr in die Länge gezogen und als Leser steckt man etwas fest, weil viel neuer Input erschaffen wird, aber zu wenige Aufklärungen herrschen. In diesem Teil kommen zudem weitere Figuren dazu, die das Buch etwas überfüllen. Die Kapitel sind teilweise etwas wirr aneinander gereiht und manchmal stellt sich beim Lesen die Frage, welchen Sinn manche Szenen nun wirklich haben, da sie zwar Seiten füllen, aber die Geschichte nicht voranbringen. Nierose neigt auch in diesem Teil wieder zu langatmigen Szenendarstellungen. Dennoch kann nicht gesagt werden, dass der Lesespaß abhanden kommt. Auch der vierte Band ist Nierose gut gelungen und der Leser will die Geschichte weiterhin verfolgen.
Nachdem ich alle vier Bände gelesen habe, muss ich allerdings noch einen Punkt am Rande erwähnen. Während Nierose bei ihrer Story und auch bei ihren Figuren Talent und Kreativität an den Tag legt, so ist ihr das beim Titel nicht gelungen. Gerade für das Schreiben von Rezensionen wären Untertitel wünschenswert, um die Teile besser voneinander abzugrenzen.
Doch möchte ich der Autorin dies letztlich nicht ankreiden, denn sie erschafft hier ein individuelles und innovatives Werk, welches es so bisher noch nicht gab. Diese Reihe ist komplett auf Antihelden aufgebaut, alle Figuren sind gescheiterte Persönlichkeiten und doch geht das Konzept auf und fesselt den Leser. Auch die Thematik des Buchs ist schwere Kost und zusammen mit den bestialischen und ungeschönten Darstellungen, ist dieses Werk definitiv nichts für schwache Nerven und Zartbesaitete, aber wer menschliche Abgründe mag und bei seiner Buchauswahl auf Figurenentwicklung Wert legt, der ist bei Nierose und ihrer „Verfall“-Reihe genau richtig.

2 Gedanken zu „April Nierose: VERFALL Band 4 (Rezension)

  1. Die Beschreibung bzw. Rezension aller vier Bände klingt spannend, aber wie du Mia schon geschrieben hast, „nichts für schwache Nerven“. Gut, dass die Geschmäcke verschieden sind 🙂
    Viel Erfolg weiterhin für die Autorin.

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