Der Klangmacher: Ein Interview mit Micha von den Meltdown Metal Studios

In der Welt des Metals finden wir Michael Seifert. Einen professionellen Mixing & Mastering Engineer und den Gründer von Meltdown Metal Studios – Professional Mixing & Mastering for Heavy Music

Seine Expertise liegt darin, Bands dabei zu helfen, einen zeitgemäßen und kraftvollen Sound zu entwickeln, der sich mit der Klangqualität internationaler “großer” Bands wie Architects, BMTH und Periphery messen kann. Durch seine hauptberufliche Tätigkeit unterstützt er Bands dabei, mit einem professionellen und beeindruckenden Sound durchzustarten, denn dieser bildet die Grundlage für den Erfolg einer Band.

In Kürze wird Micha bei den Montagslyrikern mit seiner eigenen Kolumne “Der Klangmacher” vertreten sein. Gemeinsam werden wir in dieser Rubrik Tipps und Insiderwissen zum Thema Recording teilen. Aus diesem Grund haben wir ihn zu einem Interview eingeladen, damit er uns heute einen Vorgeschmack auf seine Welt der Musikproduktion geben kann. Das komplette Interview steht hier für euch bereit!

Der Klangmacher: Ein Interview mit Micha von den Meltdown Metal Studios

Der Klangmacher 1 – PDF

 

 

 

 

Hi Micha, stell dich mal kurz vor. Wer bist und was machst du? 

Hi, mein Name ist Michael Seifert. Ich bin professioneller Mixing & Mastering Engineer und habe mich auf das Produzieren von modernen Metalbands spezialisiert. Ich bin der Gründer von Meltdown Metal Studios – Professional Mixing & Mastering for Heavy Music. Das bedeutet, ich helfe Bands hauptberuflich dabei, einen modernen & massiven Sound zu bekommen, der mit der Soundqualität von internationalen „großen“ Bands (Architects, BMTH, Periphery) auf einer Stufe steht. Denn ein professioneller und guter Sound ist die Basis, um als Band durchzustarten. Mir ist es persönlich sehr wichtig, dass wir den Bands nicht nur einen high end Sound mitgeben, sondern dass sie auch als Band vorankommen und wir ihnen auf dem Weg zu ihren Zielen helfen. Wir supporten sie mit essenziellem Wissen (egal ob Social Media, Kontakten, Mindset, Recordingtipps, ect.) damit sie als Band wachsen und vorankommen.

 

Dein Gebiet ist das Produzieren von Musik. Wie kamst du dazu? 

Mein Leben ist durchzogen von Musik – seit meiner Kindheit bis heute. Bands wie Linkin Park, Korn und später Periphery haben mich begleitet. Musik war meine Zuflucht in einer nicht einfachen Jugend. Jeder Song war eine neue Reise, ein ehrliches Gefühl. Mit 16 bekam ich meine erste Gitarre und da wusste ich: Musik machen ist etwas Besonderes für mich. Als Gitarrist in einer Band wollte ich das Gefühl teilen, das ich beim Hören von Musik erlebe. Doch als wir neu starteten, fehlte uns das Wissen für einen “guten Sound”. Naiv dachten wir, Musik produzieren, veröffentlichen und alles würde von selbst passieren. Kein Plan, keine Kontakte ergibt Frust. Die Band zerfiel und Motivation schwand. Aber aus diesem Tief heraus entschied ich: Anderen Bands möchte ich das ersparen. Also tauchte ich in das Mixing ein, sammelte Jahre lang Infos, Tipps, Kontakte. Mixing formt den Sound, ist kreativ. Der Prozess faszinierte mich, und ich wollte Bands unterstützen.

Meine ersten Mixversuche für unsere Band waren okay, aber ich dachte, ich kenne den “Code” für guten Sound. Doch mischte in einem Studentenzimmer mit wenig Erfahrung. Ich merkte, ich wusste nur einen Bruchteil. Raum, Erfahrung, Wissen und ein geschultes Gehör sind entscheidend. Also beschloss ich, alles zu lernen. Nach Jahren, in denen ich die Mixe meiner Lieblingsbands analysierte, experimentierte, lernte, stand mein Ziel fest: ein Studio für Mixing & Mastering zu gründen, spezialisiert auf Heavy Music. Nach vielen Jahren, viel Erfahrung und ständiger Weiterbildung mache ich heute hauptberuflich das, was ich liebe.

Mein Ziel? Bands motivieren, ihnen einen großartigen Sound geben und darüber hinaus helfen, ihre Ziele zu erreichen.

 

Wie sieht dein Alltag aus? Kann man sich das so vorstellen, dass du täglich im Studio sitzt und mit verschiedenen Künstlern arbeitest? 

Mein Tag ist strukturiert, mit verschiedenen Phasen in der Songproduktion, von Songwriting bis zum Mastering. Hauptfokus sind EP/LP-Produktionen, oft über mehrere Tage mit Bands. Klare Kommunikation und Deadlines sind essentiell. Der Tag beginnt mit Kaffee und News-Check auf IG. E-Mails und Terminplanung übernimmt meine Assistentin. Je nach Plan Recording in Partnerstudios oder Arbeiten im eigenen Studio.

Recording: Bands nehmen oft Rohspuren selbst auf.

Mixing & Mastering: Mein Hauptaugenmerk liegt hier. Sessions sind wie komplexe Maschinen, jeder Parameter beeinflusst den gesamten Mix. Konzentration und Fokus sind für höchste Qualität nötig. Live Mixing nur für Grundsound, ansonsten arbeite ich alleine im Studio.


Mir ist eine gute und klare Kommunikation beim Zusammenarbeiten mit Bands/Künstlern sehr wichtig, daher stehe ich mit ihnen bei der Produktion immer im engen Austausch.

 

 

Was sollte man bei einer guten Produktion beachten? 

Das Wichtigste für mich ist immer die Band, ihre Ziele, Vision und Vorstellung von den Songs zu verstehen. Für mich ist es essentiell, dass Bands einen individuellen Sound bekommen. Bands stecken viel Zeit, Energie und Herzblut ins Songwriting, dann müssen sie auch genau den Sound bekommen, den sie sich vorstellen. Die Band definiert ihre Botschaft und das gewünschte Gefühl beim Hören. In der Zusammenarbeit mit modernem Metal und Subgenres ist die Kommunikation auf Augenhöhe leicht. Die Essenz ist, die Vorstellung der Bands zu verstehen und zu stärken. Ziel ist, dass sie mit Sound und Songs glücklich sind. Die Qualität der Aufnahmen ist entscheidend, ich gebe Tipps für optimale Ergebnisse und biete kostenlose „Qualichecks“ an. Wenn alles stimmt, erzeugt der Song Gänsehaut und übermittelt die Message. Das Ziel ist maximaler emotionaler Impact durch individuelles Mixing & Mastering. Jede Band ist einzigartig, und ich strebe durch enge Zusammenarbeit ihre Zufriedenheit an.

Musik berührt immer erst das Herz und man fühlt sie, danach erst den Kopf und man analysiert sie (jedenfalls ist es bei mir so ;))

 

Gibt es große Unterschiede zwischen der Qualität eines Sounds aus dem Studio und der Qualität, wenn man ein eigenes kleines Home-Studio hat? Oder kommt es auf die Erfahrung an? 

Wie immer liegt die Wahrheit hier in der Mitte. Man kann die beste Technik haben, wenn man aber von den Grundlagen keine Ahnung hat und nicht weiß, was sie eigentlich genau tut, wie man sie einsetzt und ob man sie überhaupt braucht, bringt das leider alles nichts.
Erfahrung und Wissen sind hier das Wichtigste.
Mit der heutigen Technik nach können DIY Recordings von Gitarre, Bass und Vocals genauso gut wie aus dem Recording Studio klingen. Man muss nur ein paar wichtige Dinge beachten. Ich gebe auch immer den Bands Tipps mit auf dem Weg, wie sie damit Ergebnisse erreichen, wie im Recording Studio. Außerdem kann man sich dann voll auf die Takes konzentrieren und alles entspannt aufnehmen, anstatt im Studio nur auf die Uhr zu schauen. Für Drums kann man auch MIDI-Drums super nutzen. Die Qualität ist mittlerweile top. Klar, Live-Drums klingen immer besser, aber man braucht für gute Drum Recordings einen sehr guten Raum, gute Mikrofonierung, Erfahrung und Know-How.)

 

Was würdest du jungen Bands raten, wenn sie ein gutes Produktionsstudio suchen? Worauf sollten sie achten? 

Ich kann von ganzem Herzen allen Bands und vor allen Newcomer Bands raten: Informiert euch über die Studios und schaut, wie andere Bands/Künstler die Zusammenarbeit finden. Gerade als Newcomer ist es gleich wichtig richtig zu starten und dass man von jemand erfahrenen über den gesamten Prozess begleitet wird und noch Tipps für Release-Planung ect. bekommt. Viele Bands, die zu uns kommen, haben versucht alles in Eigenregie zu machen. Daraus wird dann meistens nichts oder das erhoffte Ergebnis/Erfolg für die ersten Songs bleibt aus. Es braucht viele Jahre und Erfahrung, um auf ein Top-Level zu kommen. Sucht euch daher wie in allen anderen Lebenslagen lieber einen Experten auf seinem Gebiet, der euch unterstützt, anstatt es „ganz ok“ selbst zu machen. Ein trauriger Teil der Wahrheit ist, dass viele Bands zu mir kommen und völlig verstört und gebrandmarkt sind. Sie haben mit angeblich „professionellen“ Studios zusammengearbeitet und entweder sehr schlimme und unangenehme Erfahrungen gemacht oder wurden sogar einfach geghosted. Viele sind aber auch einfach unzufrieden, weil sie die Zusammenarbeit nicht gut fanden, auf ihre Ideen nicht eingegangen wurde und der Sound am Ende eher mäßig war.

 

In welchen Genres und Musikstilen hast du die meisten Erfahrungen mit dem Produzieren von Musik?

Ich habe mich auf das Produzieren von „Heavy Music“ spezialisiert. Das umfasst grundsätzlich alle Genres, die dem modernen Metal zugeordnet werden, wie z. B.: Metalcore, Deathcore, Nu Metal, Alternative Metal, Hardcore, Progressive Metal, Melodic Deathcore, Melodic Death Metal ect.) Aber das sind alles nur Genrebezeichnungen und im modernen Metal werden meistens verschiedene Genre miteinander vermischt. Am meisten mag ich es, wenn Bands sich trauen und verschiedene Genres miteinander mischen, um etwas Einzigartiges zu erschaffen.

 

Welche Schritte unternimmst du, um die kreative Vision der Künstler bestmöglich umzusetzen?

Das Wichtigste für mich ist immer die Band, ihre Ziele, die Vision und Vorstellung von ihren Songs zu verstehen. Ich bin in der komfortablen Position, mir die Bands, mit denen ich zusammenarbeite, auszusuchen. Wenn eine Band anfragt oder ich das Songwriting einer Band genial finde, kommt erstmal ein Erstkontakt via Chat-Mail zusammen. Per Telefon und/oder Videocall stelle ich erstmal den Kontakt mit der Band her. Wir lernen uns kurz kennen und schauen dann, ob und wie wir ihnen am besten helfen können.

Nach dem Start der Zusammenarbeit bitte ich die Bands, mir möglichst eine Demo-Version ihrer Songs zu geben, um ihre kreative Vision bestmöglich umzusetzen. Es ist entscheidend zu wissen:

  • Die Bedeutung der Songs
  • Die Inspiration hinter dem Songwriting
  • Musikalische Vorlieben und Sound-Präferenzen
  • Gewünschte Voraussetzungen und Möglichkeiten, z. B. Post Production

Die Zufriedenheit jedes Bandmitglieds ist mir wichtig, daher erkunde ich individuelle Vorlieben und versuche, Kompromisse zu minimieren. Enge Zusammenarbeit ist mir besonders wichtig, da es für Bands nicht leicht ist, ihre Songs in “fremde Hände” zu geben. Um den Grundsound für den ersten Song einer EP/LP zu formen, nutzen wir Live Mixing Sessions. Die Band ist per “Listen To App” zugeschaltet, während ich den Song mische. Dies ermöglicht aktive Teilnahme und kreative Mitgestaltung des Sounds.

 

Wie siehst du die Zukunft der Musikproduktion und welche Innovationen erwartest du in der Branche?

Wir alle sitzen im selben Boot und es geht darum, das, was wir lieben zu unterstützen, zu fördern und gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Das bedeutet unser Möglichstes zu tun, um den Bands, mit denen wir zusammenarbeiten zu helfen und die Szene zu unterstützen. Das ist das Spannende an Musik und Musikproduktion. Sie befindet sich ständig im Wandel. Ich sehe eine strahlende Zukunft in der Musikproduktion. Alles befindet sich in stetiger Weiterentwicklung voller neuer Möglichkeiten. Im Moment ist das „AI“ Thema sehr groß. Das kann eine Hilfestellung bei der Musikproduktion sein, aber niemals die Erfahrung, das Wissen und die Kreativität von Personen ersetzen.  Ich denke, dass in Zukunft immer mehr Bands unter Anleitung selbst recorden werden. Die Tools dazu sind schon vorhanden und alles, was noch in der Zukunft kommt, wird das noch vereinfachen. Auch in der Studiotechnik gibt es immer noch Innovationen, die einem das Recording erleichtern. Es gibt viele Programme, die einem Zeit ersparen, aber nichts ersetzt eine gute Performance/gute Aufnahmen. Man kann durch gute Tools zwar schon wirklich sehr viel reparieren, aber wird dadurch immer einen Qualitätsverlust haben.

Du wirst bei den Montagslyriken ja bald eine eigene kleine Kolumne bekommen, in der es um Musikproduktion geht. Kannst du uns ein wenig darüber erzählen, was da auf uns zukommen wird?

Es wird um unterschiedliche Themenbereiche gehen, die für Bands wichtig und interessant sind.
Zum Beispiel:


– Songwriting Tipps

– Unterschiedliche nützliche Tipps zum DIY Recordings

– Was sollte man als motivierte Band tun, um weiter voranzukommen

– Worauf Newcomer Bands gleich von Anfang an achten sollten, wenn sie durchstarten wollen

– Mindset Special für Bands

Uvm.

 

Vielen Dank Micha.

 

 

Weitere Infos zu Micha findet ihr hier: 

Website

Instagram

Facebook 

 

Meltdown Metal Studios –  

Professional Mixing and Mastering For Heavy Music 

Triftstraße 219    

47574 Goch

 


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