Im Fokus: Die Kunst der Konzertfotografie mit Thomas Fritz

Heute dreht sich alles wieder um das Bild und die Fotografie. Mein heutiger Gast ist Thomas Fritz, ein talentierter Fotograf, der unter anderem für Webzine Dark Art arbeitet und sich auf Konzertfotografie spezialisiert hat. Er hat jedoch auch eine Leidenschaft für andere Motive, insbesondere Menschen. In unserem Interview sprechen wir über die Kunst der Fotografie, das Handwerk dahinter und natürlich über Bilder, Menschen und Konzerte.

 

Wie bist du zur Fotografie gekommen und was hat dich an diesem Medium besonders fasziniert?

Lang ist es her, ich bin schon in der Schule dazu gekommen. Es gab damals eine Projektwoche mit Fotografieren und dann eigenständiges Entwickeln der Bilder in der Dunkelkammer der Schule. War das für mich damals spannendste Projekt und seitdem hat mich die Fotografie mal mehr, mal weniger gefangen. Ich finde es immer wieder spannend, wenn man Momente einfangen kann, um sie dann so quasi für die Ewigkeit festzuhalten.

 

Welche Art von Fotografie bevorzugst du und warum?

Alles, wo Menschen drauf zu sehen sind. Einfach weil mich der Mensch und die vielen verschiedenen Möglichkeiten, die er hat, mit der Mimik zu spielen einfach fasziniert. Hauptsächlich fotografiere ich zwar Konzerte, vor allem im Hard Rock Bereich, aber immer wenn ich eine Gelegenheit habe, Menschen vor die Linse zu kriegen, ergreife ich diese gerne. Ich habe einmal bei der Generalprobe von einem Theaterstück fotografieren dürfen, das war ein besonderes Erlebnis, welches ich gerne wiederholen würde.

 

Welches ist dein Lieblingsmotiv oder deine Lieblingsart, Bilder zu machen, und warum?

Ganz konkret das menschliche Gesicht. Warum? Wegen der eben schon erwähnten Mimik. Und irgendwie, weil für mich an einem Menschen das Gesicht das Wichtigste ist, um zu entscheiden, ob ich die Person vom Optischen her interessant finde oder nicht. Und am liebsten mache ich die Fotos so, dass der Betroffene es gar nicht mitkriegt, da die interessantesten Bilder dann entstehen, wenn die Menschen sich nicht bewusst sind, dass sie fotografiert werden und damit am natürlichsten sind. Und Natürlichkeit finde ich viel besser, als irgendwas künstliches, gestelltes. Ich bin auch kein großer Freund von gestellten Bildern.

 

 

Welche Ausrüstung verwendest du gerne für deine Fotografie und warum hast du dich für diese entschieden?

Gerne, ist am Ende eine Frage der Gewöhnung finde ich, aber ich bin mit meiner Panasonic GX80 sehr zufrieden, genau wie dem neuesten Objektiv, welches ich geholt habe, für sehr dunkle Umgebungen wie das Nachtleben in Frankfurt. Aber seit neuestem bin ich mit zwei Kameras unterwegs, die mehr oder minder baugleiche Olympus E-M10 Mark II hat sich dazu gesellt, so muss ich nicht immer wieder Objektive wechseln, sondern muss nur umgreifen. Um den Grund zu erklären, wieso ich mich dazu entschieden habe, muss ich etwas mehr ausholen. 2008, zur Geburt meines ersten Sohnes, wollte ich eine bessere Kamera haben, um die frühkindlichen Momente festhalten zu können und da ist damals die Wahl auf eine Panasonic FZ60 gefallen. Wieso weiß ich nicht mehr, aber ich schätze, die war damals vom Preis-Leistungs-Verhältnis das Beste, was man kriegen konnte, ohne zu einer Spiegelreflex- oder Systemkamera zu greifen. Als ich dann 2016 mit der Konzertfotografie anfing, merkte ich ziemlich schnell, dass die dafür nicht geeignet war. Ich hatte mir damals allerdings schon einen Aufsteckblitz von Panasonic gekauft und wollte daher bei Panasonic bleiben. Auch weil ich mich in der Handhabung der Kamera nicht groß umgewöhnen wollte. Man ist halt ein Gewohnheitstier. So fiel am Ende meine Wahl auf die GX80, unter anderem auch, weil sie zu dem Zeitpunkt vom Preis-Leistungs-Verhältnis das Beste war, das man kriegen konnte.

 

Kannst du uns von einem besonders inspirierenden oder herausfordernden Fotoshooting erzählen und was hast du daraus gelernt?

Nachdem ich eigentlich kaum Shootings gemacht habe, kann ich eigentlich nur von einem sprechen. Aber das war auch richtig interessant, das war während einem Endzeit-Event, wo ein paar der Mitwirkenden auch ein Shooting gemacht haben und ich dann auch quasi als Nebenfotograf mitmachen durfte und auch im Nachgang noch ein Einzelshooting machen konnte. Herausfordernd, aber auch interessant und sehr reizvoll war, dass ich nur mit dem existierenden Licht arbeiten musste. Und nachdem es Abends war, gab es auch kaum welches. Aber das hat mir gezeigt, dass ich eigentlich nie in einem Studio shooten möchte, weil ich mir keine Gedanken darüber machen möchte, wie ich das Licht am besten einstelle, was für Blitze ich einsetzen möchte bzw. wie ich diese Stellen sollte. Wo wir wieder bei der Natürlichkeit wären.

 

Welche Rolle spielt die Bearbeitung und Nachbearbeitung in deinem fotografischen Prozess?

Schon eine recht große, wobei ich das Bild an sich nie retuschiere, sondern nur am Ausschnitt, dem Licht, den Farben bzw. der Klarheit Dinge verändere, um das Bild so echt wie möglich zu behalten. Ich kann ja hauptsächlich nur von der Konzertfotografie reden, ich weiß, dass dort einige Fotografen herumstehende Mikroständer, die ins Bild ragen, einfach entfernen, sowas würde ich nicht machen. Aus meiner Sicht ist es dann halt so, dass der Mikroständer da ist, und der Betrachter es so sieht, wie der Konzertbesucher es sehen würde. Und aber auch sonst habe ich den Anspruch an mich, schon beim Fotografieren darauf zu achten, dass alles so ist, wie ich es haben möchte.

 

Gibt es Fotografen oder Künstler, die dich besonders inspirieren oder beeinflussen?

Ganz am Anfang hat mich ein anderer Fotograf inspiriert bezüglich meines Bearbeitungsstils, was Konzertfotos angeht. Aber ich muss zugeben, dass ich seinen Namen nicht mehr weiß. Nur, dass er in Schweden wohnt. Ansonsten gibt es da eigentlich niemand Konkretes. Hier und da hole ich mir Ideen, ansonsten mache ich einfach die Dinge, die ich für richtig halte und versuche nicht viel darüber nachzudenken.

 

Welchen Rat würdest du einem angehenden Fotografen geben, der gerade erst mit der Fotografie beginnt?

Nicht zu viel auf die Technik setzen. Die hilft zwar, aber nur um das Letzte herauszuholen. Ansonsten ist es einfach üben das A und O. Immer dran bleiben und einfach Dinge ausprobieren. Das hilft aus meiner Sicht am meisten. Und ruhig andere, befreundete Fotografen, um konstruktive Kritik fragen, aber bloß nicht in irgendeiner Facebook Gruppe oder einem Internet Forum. Da gibt es eher destruktive statt konstruktiver Kritik.

 

Wie siehst du die Zukunft der Fotografie angesichts der ständigen technologischen Veränderungen und des Aufkommens neuer Trends?

Schwere Frage, meine Kristallkugel streikt leider. Ich hoffe, dass die aktuelle Schwemme an AI-Shooting Bilder wieder abnehmen wird, wenn der Hype um das Neue mal vorbei ist, befürchte aber, dass das nicht so kommen wird. Nicht, dass ich dem Einsatz von AI gegenüber negativ eingestellt bin, ganz und gar nicht, ich finde nur, es sollte mit Sinn und Verstand eingesetzt werden. Zum Entrauschen und nachträglichen Scharfstellen halte ich es für ein sehr gutes Hilfsmittel, kann es doch das eine oder andere Bild retten. Was ich allerdings befürchte, ist, dass es in Zukunft immer schwieriger werden wird, mit der Fotografie Geld und seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich tue es zwar nicht, fände es aber sehr schade.

 

Mehr zu Thomas Fritz findet ihr in den Socials.

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