Im Gespräch mit Binker: Ein Blick hinter die Kulissen des Subwood Festivals

Am 26. und 27. Juli 2024 ging in Wirges das Subwood Festival über die Bühne. Mit dabei waren unter anderem Bands wie Noctune, Born from Pain, Fahnenflucht, Erikson und Ground2A. Doch hinter solch beeindruckenden Festivals stehen nicht nur großartige Musiker, sondern auch die Menschen, die diese Events möglich machen. Deshalb habe ich mich mit Binker, dem Veranstalter und Organisator des Festivals sowie Bandmitglied der Band KARNAGE, zusammengesetzt, um ihm einige Fragen zum Subwood Festival zu stellen und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

 

Hi Binker, zum wie vielten Mal findet das Subwood Festival jetzt statt?

Das ist jetzt das zweite Mal.

Das zweite Mal? Also ist es noch relativ neu?

Ja, genau. Es ist noch ganz jung.

Wie kamst du auf die Idee für das Festival?

Nun ja, ich war früher viel im Westerwald unterwegs und auch beim Spack Festival, und das war damals so ziemlich das Einzige in der Region, das in Richtung Metal oder Alternative ging. Es war schade, dass diese Events irgendwann eingestellt wurden. Dann hatte ich irgendwann ein paar Leute, mit denen wir uns zusammengesetzt haben und gesagt haben: „Lass uns doch mal etwas auf die Beine stellen.“ Einfach so aus einer spontanen Idee heraus. Wir haben uns ein bisschen reingefuchst, alles durchdacht und beschlossen, es einfach zu machen. Und so haben wir es durchgezogen.

Habt ihr schon Sponsoren, oder wie wird das Ganze hier produziert?

Wir haben viele Förderer an Bord. Ein großer Sponsor ist die Initiative Musik, die von Frau Roth ins Leben gerufen wurde. Diese Initiative entstand als Antwort auf den Hamas-Angriff beim Supernova-Festival. Wir haben uns beworben und eine großzügige Förderung erhalten. Außerdem unterstützen uns die Lotto Rheinland-Pfalz-Stiftung sowie Schlotter Mobility, mit denen wir eine Partnerschaft haben. Auch der Kultursommer Rheinland-Pfalz fördert uns. Insgesamt haben wir schon einiges an Unterstützung erhalten.

Wie viele Leute sind an der Organisation beteiligt? Habt ihr freiwillige Helfer oder arbeitet ihr im festen Team?

Das Orga-Team besteht bisher tatsächlich nur aus zwei Personen. Wir haben jedoch etwa dreißig Helfer, plus minus.

Kann man sich auch freiwillig bei euch bewerben, wenn man sagen würde, dass man nächstes Jahr Lust hat, euch zu unterstützen?

Ja, das ist prinzipiell möglich. Wir schauen dann, ob und wie sich eine Unterstützung finden lässt.

Wie kommt ihr auf die Bands, die ihr einladet? Wie seid ihr zum Beispiel auf Noctune gekommen?

Noctune hat sich bei uns beworben.

Macht ihr also Aufrufe? Mann kann sich dann direkt bei euch bewerben?

Ja, wir haben einen Aufruf gestartet und die Bewerbungsphase eröffnet. Wir haben dann etwa 100 Einsendungen erhalten, die wir durchgesehen haben und die besten haben wir dann herausgepickt.

Wann beginnt die Bewerbungsphase? Ist es eine spezielle Zeit im Jahr, zum Beispiel Anfang des Jahres?

Die Bewerbungsphase beginnt in der Regel im Herbst oder Winter. Nach dem Festival jetzt müssen wir die Abrechnung machen, Rechnungen bezahlen und Dienstleister koordinieren. Da wir nur zu zweit sind, dauert das alles seine Zeit. Die nächste Bewerbungsphase startet dann im Herbst oder Anfang Winter.

Wann startet bei euch die ganze Werbephase, also die Promotion und so weiter?

Die Werbephase beginnt typischerweise nach Abschluss der Bewerbungsphase und sobald wir die Planung für das nächste Festival beginnen. Wir starten dann mit der Promo und dem Marketing, um das Event bekannt zu machen.

Macht ihr die Promotion nur über soziale Medien oder arbeitet ihr auch mit Printmedien und lokalen Zeitungen zusammen?

Dieses Jahr haben wir versucht, klassische Medien stärker einzubeziehen. Wir haben Plakate verteilt, darunter große Plakate für Laternenpfosten. Zusätzlich hatten wir einen Spot im Kino in Montabaur. Wir haben Pressetexte an örtliche Zeitungen geschickt. Auch wenn wir es nicht ins Radio geschafft haben, hat TV Mittelrhein einen Bericht gemacht. Wir haben also versucht, möglichst viele Kanäle zu nutzen, um die Leute zu erreichen.

Und es scheint auch ganz gut funktioniert zu haben.

Ja, es sieht tatsächlich so aus.

Wie viele Besucher hattet ihr letztes Jahr und wie viele sind dieses Jahr schon gekommen?

Letztes Jahr hatten wir am Ende etwa 600 Karten verkauft. Dieses Jahr haben wir bereits 400 Vorverkaufs-Tickets verkauft. Wenn das Wetter weiterhin gut bleibt und die Leute noch Lust auf das Festival haben, könnten wir die Zahlen vom letzten Jahr vielleicht sogar übertreffen.

600 Leute für das erste Festival sind schon eine tolle Leistung.

Ja, wir waren auch sehr zufrieden. Es lag im Rahmen unserer Erwartungen.

Wie viele Bands habt ihr dieses Jahr?

Wir haben dieses Jahr 13 Bands dabei.

Die Band Anchors & Hearts kann nicht auftreten.

Ja, leider sind sie krankheitsbedingt ausgefallen. Aber wir haben einen würdigen Ersatz mit About Monsters

Essensstände und so weiter habt ihr auch, habe ich gesehen. Kommen die von hiesigen Anbietern aus der Umgebung?

Ja, die Anbieter stammen größtenteils aus Rheinland-Pfalz und Hessen. 

Ich habe gesehen, dass es auf dem Festivalgelände auch Stände für Piercings und Tattoos gibt. Wie läuft das ab? Muss man spezielle Hygienemaßnahmen oder Zertifikate beachten?

Die Dienstleister haben uns kontaktiert und gefragt, ob wir Interesse daran hätten, ihre Dienste anzubieten. Wir haben dem zugestimmt. Wir selbst sind nicht tief in deren Operationen involviert, sondern bieten ihnen lediglich die Möglichkeit, ihre Stände aufzubauen.

Ich überlege, ob ich mir vielleicht einen Ohrring schießen lassen soll, vielleicht oben am Ohr.

Wenn du wirklich verrückt nach dem Festival-Feeling bist, könntest du dir sogar das Subwood-Logo tätowieren lassen.

Ich glaube, ich bin nicht so der Tattoo-Fan. Aber man soll ja nichts ausschließen. Vielleicht überkommt es mich ja am Ende des Tages. 

Machst du das eigentlich hauptberuflich oder warst du selbst mal in einer Band?

Ja, ich mache Musik. Ich spiele auch in einer Band namens Karnage. Wir haben letztes Jahr auf dem Subwood Festival gespielt, aber ich habe gemerkt, dass es schwierig ist, die Festival-Organisation mit dem eigenen Live-Spiel zu kombinieren. Es hat zwar funktioniert, aber es war ziemlich stressig. Ich bin auf die Bühne, habe meinen Auftritt gemacht und bin dann wieder runter, ohne wirklich Spaß dabei zu haben. Deshalb habe ich dieses Jahr beschlossen, mich voll auf die Organisation zu konzentrieren und mich nicht auch noch um die Band zu kümmern.

Dieses Jahr habt ihr 13 Bands, richtig? Wie viele hattet ihr letztes Jahr?

Letztes Jahr hatten wir nur einen Tag und ich glaube, es waren nur sieben Bands. Wir haben uns gedacht, dass die Arbeit für einen Tag Festival oder zwei Tage Festival eigentlich die gleiche ist. Also haben wir beschlossen, gleich zwei Tage zu machen und die Anzahl der Bands zu erhöhen.

Wie ist der Stresspegel jetzt? Ist er jetzt sehr hoch oder eher gering?

Tatsächlich ist der Stresspegel jetzt etwas geringer. Die ganze Organisationsphase ist immer ein bisschen anstrengend, besonders wenn man viele Gespräche führen und viele Infos zusammentragen muss. Das ist nicht unbedingt mein Ding. Ich bin lieber am Start, wenn es um praktische Aufgaben wie den Aufbau von Bauzäunen oder Bühnen geht. Dieses Jahr läuft bisher alles ziemlich glatt, ohne größere Komplikationen. Die Musik läuft, das Bier läuft, die Leute kommen und das Wetter ist auch super geworden. Daher bin ich tatsächlich weniger gestresst als in den Tagen zuvor.

Dann genieße es noch weiter. Ich will dir gar nicht weiter die Zeit stehlen. Danke für die Zeit und den Einblick.

Weitere Infos zum Subwood Festival findet ihr in den Socials.

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